SGE-Verteidiger Touré zählt zu Gewinnern der Vorbereitung

aus Eintracht Frankfurt

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Frankfurts Almamy Toure jubelt mit seinen Mitspielern nach seinem Treffer zum 1:0 im Testspiel gegen den FC Turin.  Foto: Jan Hübner

Almamy Touré saß noch vor wenigen Monaten bei der Eintracht auf der Tribüne. Als er gebraucht wurde, war er da. Nun wird Coach Glasner nur schwer am formstarken Franzosen...

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WINDISCHGARSTEN. Mit den Gewinnern der Vorbereitung ist es immer so eine Sache. Gerne lagen die Journalisten in Frankfurt zuletzt daneben. Max Besuschkow war einer, Rodrigo Zalazar ein anderer. Viele Einsätze geschweige denn eine lange Halbwertszeit bei der Eintracht hatten sie nicht. Almamy Touré kann man zwei Wochen vor Saisonstart aber guten Gewissens als die positive Erscheinung der Vorbereitung bezeichnen. Ohne zu viel Angst haben zu müssen, dass ihm ein ähnliches Schicksal droht. Eine starke Trainingswoche in Windischgarsten krönte der 26 Jahre alte Franzose im Test gegen den FC Turin mit seinem Hammer-Tor aus 20 Metern in den Winkel. „Er wusste nicht wohin mit dem Ball, dann hat er ihn eben reingeschossen“, lacht Coach Oliver Glasner. Und der Torschütze sagt bescheiden: „Das Ding ist einfach reingegangen.“ Erinnerungen an seinen Treffer gegen RB Leipzig vor zwei Jahren wurden da wach.

Almamy Touré kam im Winter 2019 nach Frankfurt, spielte unter Adi Hütter zumeist auf der rechten Außenbahn. Doch Touré fehlte die Konstanz, er galt als „Bruder Leichtfuß“. Auch in der vergangenen Bundesligasaison kam er nur zu zehn Bundesliga-Einsätzen. Dennoch war er in der Endphase der Saison zur Stelle, als Tuta und Evan Ndicka gesperrt fehlten und Martin Hinteregger verletzt passen musste. Touré war nur einer von fünf Feldspielern im Finale von Sevilla, der die gesamten 120 Minuten auf dem Feld stand. Nur wenige Wochen vorher schied das noch unvorstellbar, denn da saß Touré noch auf der Tribüne. „Im Fußball kann es sehr schnell gehen. Jetzt habe ich das Glück gehabt, dass das Pendel in meine Richtung ausgeschlagen ist“, sagt der beim AS Monaco ausgebildete Defensivmann.

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Vertrag von Touré läuft 2023 aus

„Er hat das ganze Jahr an sich gearbeitet und zugehört, was der Trainer von den Verteidigern will“, lobt auch Sportvorstand Markus Krösche. Als er gebraucht wurde, war Touré da. Und knüpft seither an seine starke Form an. Es scheint, als habe der in Mali geborene Abwehrmann mit der rechten Innenverteidigerposition in der Dreierkette seine Paraderolle gefunden. Aktuell ist nur schwer vorstellbar, dass Glasner zum Saisonauftakt an Almamy Touré vorbeikommt. „Ich fühle mich seit Wochen und Monaten gut, habe die komplette Vorbereitung mitmachen können und die Arbeit zahlt sich jetzt aus“, sagt der 26-Jährige. Es sei viel Kopfsache und eine Frage des Selbstvertrauens. Seine Entscheidung beim 1:0-Führungstour einfach abzuziehen sei ein Beweis dafür. Seit der vergangenen Saison arbeitet Touré mit einem Mentaltrainer zusammen. „Gerade in der Phase, als ich nicht viel gespielt habe, hat es mir geholfen“, schildert er.

„Jetzt bist du ein richtiger Frankfurter“, hatte ihm Teamkollege Djibril Sow anerkennend auf die Schulter geklopft, nachdem die beiden mit den Fans am Rande des Trainingslagers in Oberösterreich den Handkäse der Fans probiert hatten. Im kommenden Sommer läuft der Vertrag des Abwehrmannes aus. Bleibt er ein Frankfurter? „Irgendwann wird die Zeit kommen, wo man das Gespräch sucht“, sagt Touré. Vorerst liege aber sein Fokus auf der Vorbereitung. „Ich fühle mich wohl in Frankfurt.“ Erst einmal will Touré mit der Eintracht weiter für Furore sorgen.

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