Mainz 05 setzt Zeichen gegen Rechts - Bundesligist...

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Mainz 05-Fans im Stadion. Archivfoto: Sascha Kopp

Der 1. FSV Mainz 05 hat ein weiteres Zeichen gegen Rechts gesetzt und unterstützt den SV Babelsberg bei seiner Aktion „Nazis raus! aus den Stadien.“

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MAINZ. Der 1. FSV Mainz 05 hat ein weiteres Zeichen gegen Rechts gesetzt und unterstützt den SV Babelsberg bei seiner Aktion „Nazis raus! aus den Stadien.“ „Es gehört zu unseren Aufgaben, die von uns vorgelebten Werte wie Toleranz und Weltoffenheit nachhaltig zu betonen und zu vertreten. Deshalb hat Mainz 05 diese als wesentlichen Bestandteil in seine sozialen und karitativen Projekte integriert. Jedem, der seinen Beitrag im Kampf gegen rassistische oder antisemitische Gesinnung leistet, gebührt unser Respekt und unsere Unterstützung. Der SV Babelsberg 03 setzt hierbei mit seiner Aktion "Nazis raus! aus den Stadien" ein besonders beachtenswertes Zeichen", sagt Stefan Hofmann, der Vorsitzende des 1. FSV Mainz 05.

Hintergrund: Bei einem Regionalliga-Duell der Babelsberger gegen Energie Cottbus im April 2017 hatten Gästefans das Spielfeld gestürmt und dabei rassistische und antisemitische Parolen gebrüllt. Die Babelsberger Fans, die vorher durch Pyrotechnik im eigenen Block aufgefallen waren, setzten sich verbal deutlich gegen die Übergriffe der Cottbuser Fans zur Wehr. Der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) verurteilte beide Klubs zu Strafen. Allerdings blieben die rechtsradikalen Übergriffe der Cottbusser Fans ungesühnt, der SV Babelsberg wurde hingegen unter anderem für die Rufe seiner Fans ("Nazischweine raus!") zur Verantwortung gezogen.

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Am Mittwoch wurde der Konflikt zwischen dem Regionalligisten und dem NOFV beigelegt. Zwar bleibt die Strafe gegen die Babelsberger wegen Abbrennen bestehen. Aber der drohende Spielausschluss gegen den Potsdamer Club ist vom Tisch. Einen Berufungsantrag des SV Babelsberg hatte der NOFV aus formaljuristischen Gründen abgelehnt.

Rechtes Gedankengut lässt sich nur schwer aus den Stadien vertreiben

„Auch der 1. FSV Mainz 05 empfand die fehlende Abgrenzung von rechtsradikalem Gedankengut, die in dem ersten Urteil zum Ausdruck kam, als unpassend“, schreiben die 05er in ihrer Mitteilung. Deswegen solidarisierte sich die Mainzer Fanszene damals mit dem SV Babelsberg.

Zwar wurde Energie Cottbus zwischenzeitlich vom Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes für die Entgleisungen seiner Fans doch noch verurteilt, der FSV Mainz 05 sieht in diesem Fall aber ein weiteres Beispiel dafür, dass sich „rechtes Gedankengut“ nur schwer aus den Stadien vertreiben lässt. So wurden die beiden 05er Anthony Ujah und Leon Balogun beim Auswärtsspiel der 05er in Hannover in dieser Saison von Zuschauern schon rassistisch beleidigt. Auch deshalb unterstützt der Verein nun den SV Babelsberg. So erwerben die 05er beim SV Babelsberg 100 T-Shirts mit der Aufschrift "Nazis raus! aus den Stadien".

Auch eine einmalige Spende per PayPal und/oder Banküberweisung oder der Abschluss einer speziellen Soli-Mitgliedschaft (inklusive kostenfreiem Kampagnen-Shirt) ist möglich und hilft dem Verein Babelsberg 03 bei seinem Ziel, nachhaltig ein deutschlandweites Netzwerk couragierter Vereine aufzubauen und kleinere Vereine in ihrem Kampf gegen Rechts zu unterstützen.

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