Mainz 05: Heimfluch hält an und die Hoffnung schwindet

aus Mainz 05

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Der Mainzer Karim Onisiwo (M) spielt gegen Wolfsburgs John Anthony Brooks (l) und Maximilian Arnold.  Foto: Torsten Silz/dpa

Die 05er verlieren gegen den VfL Wolfsburg 0:2 und beenden die Hinrunde mit sieben Punkten, während Jean-Philippe Mateta zu Crystal Palace wechselt.

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MAINZ. Die grausamste Hinrunde, die der FSV Mainz 05 in nunmehr 15 Bundesliga-Jahren absolviert hat, endet mit einem gewohnten Bild. Enttäuschende 05er verlieren mal wieder ein Heimspiel. am Dienstagabend findet das kämpfende, aber alles in allem ideen- und harmlose Team von Trainer Bo Svensson kein Mittel gegen einen kompakt agierenden VfL Wolfsburg, der in den entscheidenden Momenten seine wenigen Möglichkeiten ausnutzt und den Rheinhessen eine 0:2 (0:0)-Niederlage beschert. Bartosz Bialek nutzt den ersten Abstimmungsfehler in der 05-Abwehr zum 0:1 (65.), Wout Weghorst einen riesigen Schnitzer von Alexander Hack zum 0:2 (79.), während die 05er in 90 Minuten keine einzige zwingende Torchance herausspielen. Onisiwo sorgt mit seinem späten Seitfallzieher (90.+1) für die größte Gefahr vor dem Wolfsburger Tor – zu wenig. Der Heimfluch hält an und die Hinrunde mit nur sieben Punkte lässt wenig Hoffnung auf den Bundesliga-Verbleib der Mainzer übrig.

Mehr als drei Millionen Euro Leihgebühr für Mateta

Für bis dahin aufregendste Nachricht des Tages sorgte ein Spieler, der gar nicht im Aufgebot stand: Jean-Philippe Mateta. Wenige Stunden, bevor der Ball in der kühlen Opel Arena rollte, saß der beste Torschütze des FSV (sieben Tore) in einem Privat-Jet und musste sich nicht mehr den Kopf darüber zerbrechen, warum er wieder nur auf der Bank sitzt oder wie er sich andernfalls gegen die Wolfsburger Abwehrkanten Brooks und Lacroix durchsetzt. Der 23 Jahre alte Franzose war auf dem Weg nach London, wo er noch am Abend auf den Kopf gestellt wurde. „JP absolviert in diesem Moment einen Medizincheck bei Crystal Palace“, bestätigte 05-Coach Bo Svensson vor dem Anpfiff, „wenn alles gut läuft, geht der Deal auch über die Bühne.“ Dieser Deal mit dem Tabellen-13. der englischen Premier League beinhalet ein 18-Monate-Leihgeschäft bis Juni 2022, die 05er kassieren nach Informationen dieser Zeitung eine Leihgebühr von mehr als drei Millionen Euro. Und zieht Palace irgendwann die Kaufoption, soll die garantiert zweistellige Ablösesumme variabel sein. Englische Medien hatten über eine Zuzahlung zwischen 15 und 18 Millionen Euro spekuliert.

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„JP hat schon lange den Wunsch, in die Premier League zu gehen“, sagte 05-Sportdirektor Martin Schmidt. „Jetzt war ein gutes Angebot auf dem Tisch. Wir wollten ihm diese Chance nicht verbauen.“ Die 05er werden Mateta wahrscheinlich nicht eins-zu-eins ersetzen. „Wir haben einen Kader, der offensiv noch einiges hergibt, sonst hätten wir JP diesen Schritt nicht ermöglicht. Offensiv haben wir noch Spieler, wie zum Beispiel Robin Quaison oder Levin Öztunali, der ja eigentlich auch weiter vorne spielt. Da haben wir also Wucht und Kraft“, sagte Schmidt und fügte hinzu, dass man sich auf dem Markt vielmehr nach defensiven Verstärkungen umschaue. „Wir haben jetzt die Möglichkeit, zu investieren, das haben wir mit der Leihe von Dominik Kohr schon getan. Er war der absolute Wunschspieler für die Sechser- und Achter-Position. Dominik bringt viel Robustheit mit, hat aber auch Zug nach vorne.“ Keine 27 Stunden nach seinem Wechsel von Eintracht Frankfurt nahm der erste und bislang einzige Winterneuzugang auf der Bank Platz. Und von dort sah Kohr (bis zu seiner Einwechslung in der 61. Minute) ein umkämpftes Spiel, in dem die Wolfsburger deutlich mehr Ballbesitz hatten als die Mainzer, aber genauso wenige zwingenden Torchancen. Bis zum ersten großen Abstimmungsfehler in der 05-Abwehr, den der gerade eingewechselte Bartosz Bialek gedankenschnell zum 0:1 ausnutzte (65.). Für die Entscheidung sorgte VfL-Torjäger Wout Weghorst, der einen Riesenpatzer von Alexander Hack, dankend annahm und eiskalt 05-Keeper Robin Zentner überwand (79.).