Krimi in der Verlängerung: Eintracht im Viertelfinale

aus Eintracht Frankfurt

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Ein Eigentor bringt Eintracht Frankfurt ins Viertelfinale der Europa League - in der allerletzten Minute. Foto: Jan Hübner

Was ein Spiel: Frankfurt trifft gegen Betis Sevilla in der 120. Minute und zieht in die Runde der letzten Acht der Europa League ein. Martin Hinteregger ist der überragende Mann.

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FRANKFURT. Nach dem Schlusspfiff wussten alle Beteiligten sofort, bei wem sie sich zu bedanken haben. Es bildete sich eine Jubeltraube um Martin Hinteregger, dem Verteidiger des Bundesligisten Eintracht Frankfurt. Der Österreicher, bester Mann auf dem Platz beim hart erkämpften 1:1-Unentschieden im Achtelfinal-Rückspiel gegen Betis Sevilla, stand in der letzten Minute der Verlängerung im Zentrum des Geschehens, als Guido Rodriguez ins eigene Tor traf und die Eintracht ins Viertelfinale einzog. Nach der regulären Spielzeit hatten die Spanier mit 1:0 geführt. „Es war wieder mal die Last-Minute-Eintracht, die wir schon ein paar Mal gesehen haben“, sagte Frankfurts Trainer Oliver Glasner.

Der Coach vertraute erneut der Elf, die zuletzt zwei Siege in der Bundesliga eingefahren und mit dem 2:1-Sieg in Sevilla eine gute Ausgangslage für das Achtelfinal-Rückspiel geschaffen hatte.

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Es waren jedoch die Gäste aus Andalusien, die besser ins Spiel fanden und durch Aitor Ruibal die erste gute Chance (7.) besaßen. Der Offensivmann verzettelte sich nach einem zu kurzen Klärungsversuch von Eintracht-Verteidiger Tuta jedoch vor Keeper Kevin Trapp. Die Frankfurter liefen gegen die technisch versierten Spanier zunächst nur hinterher, hätten in Minute 14 dann aber in Führung gehen können, ja müssen. Djibril Sow spielte Ansgar Knauff herrlich frei, doch der flinke Außenbahnspieler traf nur die Latte. Doch genau diese gelungene Offensivaktion war sowas wie ein Befreiungsschlag für die Eintracht, die sich fortan in die Partie kämpfte. Und auch auf den Rängen von den rund 25.000 Zuschauern kam allmählich Europapokal-Stimmung auf.

Eintracht-Fans beim Heimspiel in der Europa League gegen Betis Sevilla. Foto: dpa/Arne Dedert
Eintracht-Fans beim Heimspiel in der Europa League gegen Betis Sevilla. (© dpa/Arne Dedert)

Volles Risiko gingen beide Mannschaften im ersten Durchgang trotzdem nicht, gerade in den Offensivaktionen fehlte auf beiden Seiten die absolute Entschlossenheit, den ersten Wirkungstreffer an diesem Abend zu setzen. Die Eintracht wirkte vor allem durch den quirligen Knauff deutlich ausbalancierter in der Offensive, bei Powerpaket Filip Kostic stockte der Motor in Halbzeit eins noch. Mit einem leistungsgerechten 0:0 schickte der englische Schiedsrichter Michael Oliver die Teams in die Pause.

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Glasner schickte seine Elf unverändert in die zweite Hälfte, die sich zunächst zu einem Fehlpassfestival entwickelte. Beiden Mannschaften war die Nervosität deutlich anzumerken, offensiv gelang so gut wie gar nichts. Und wenn, dann warf sich der bärenstarke Hinteregger dazwischen, so wie beim Schuss von Joaquin (57.). Auf der Gegenseite verfehlte Kostic erst das leere Tor (62.) und traf kurz darauf mit einem scharfgetretenen Freistoß von halbrechts nur den Pfosten. Die Eintracht schwamm sich, ähnlich wie in der ersten Halbzeit, allmählich frei, durfte sich dann aber bei Trapp bedanken, der einen Kopfball des eingewechselten Juanmi stark aus dem Eck fischte (66.). Die Spannung stieg in dieser Phase minütlich, neben Hinteregger ragten Evan N’Dicka und Tuta aus einer insgesamt fahrigen Frankfurter Mannschaft heraus. Zwingende Torchancen erspielten sich die Hessen gegen Ende des Spiels nicht mehr, Sevilla nutzte dafür eine Unachtsamkeit in der 90. Minute zur Führung durch den eingewechselten Borja Iglesias. Der späte Nackenschlag für die Glasner-Elf, das Spiel ging in die Verlängerung. Auch diese startete zunächst auf überschaubarem Niveau. In der 109. Minute hatte die Eintracht Glück, dass Betis-Stürmer Iglesias nur die Latte traf, und dann kam der große Auftritt von „Hinti“. In einen Freistoß von Kostic (120.) warf er sich mit allem rein, was er hatte. Das Eigentor von Guido Rodriguez sorgte dann für einen Jubelsturm der Frankfurter.