Hessischer Innenminister macht Profi-Fußball Hoffnung

aus Eintracht Frankfurt

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Fußball vor dem Krankenhaus. Gelson Fernandes (rechts) und Flip Kostic (Mitte) jonglieren bei ihrem Besuch in der Wiesbadener Helios Klinik mit dem Ball. Wenn es nach Innenminister Peter Beuth (kleines Foto) geht, könnten die Eintracht-Fußballer schon am 16. Mai auf dem grünen Rasen wieder um Punkte kämpfen. Fotos: Franziska Rappl/Wolfgang Kühner

Peter Beuth kann sich Bundesliga-Fortsetzung in knapp zwei Wochen vorstellen. Derweil wurde das gesamte Eintracht-Team zweimal negativ auf das Coronavirus getestet.

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FRANKFURT. Auch bei der Frankfurter Eintracht wartet man gespannt auf die Entscheidung der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidenten am kommenden Mittwoch, ob und, wenn ja, wann die Bundesliga fortgesetzt werden kann. Vieles deutet inzwischen auf das Wochenende 16./17. Mai hin. „Es ist wichtig, dass die Bundesliga weiß, dass es zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder losgehen kann“, sagte der hessische Sport- und Innenminister Peter Beuth (CDU) am Samstag, „ich habe die große Hoffnung, dass wir in der Größenordnung Mitte Mai wieder beginnen können. Vielleicht schaffen wir ja den 16. Mai.“ Beuth bezeichnete das Konzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) zu Ablauf von und Hygiene bei möglichen Geisterspielen als „ausgereift“ und „sehr klug“. Die Bundesliga könne auch einen positiven psychologischen Effekt für weite Teile der Bevölkerung haben. „Es ist am Ende auch für die Stimmung im Lande nicht so schlecht, wenn wir Mitte Mai wieder Fußball im Fernsehen sehen können“, sagte Beuth.

Fußball vor dem Krankenhaus. Gelson Fernandes (rechts) und Flip Kostic (Mitte) jonglieren bei ihrem Besuch in der Wiesbadener Helios Klinik mit dem Ball. Wenn es nach Innenminister Peter Beuth (kleines Foto) geht, könnten die Eintracht-Fußballer schon am 16. Mai auf dem grünen Rasen wieder um Punkte kämpfen. Fotos: Franziska Rappl/Wolfgang Kühner

Die Eintracht-Mannschaft wäre für einen Neustart, Stand jetzt, gesundheitlich und physisch bereit. Alle Spieler, Trainer, Physiotherapeuten und Betreuer wurden sowohl am Donnerstag als auch am Samstag negativ getestet. Die Frankfurter Profis wurden über die medizinische Marschroute der Deutsche Fußball-Liga (DFL) zur Fortsetzung der Saison nicht nur informiert, sondern auch „befragt“, wie die Medienabteilung am Sonntag bekannt gab. Alle hätten dem Weg „zugestimmt“.

Sportvorstand Fredi Bobic, der sich wie sein Vorstandskollege Axel Hellmann in den Wochen der Krise sehr vorsichtig und verantwortungsvoll geäußert hat, sieht keine Argumente, die gegen eine Fortsetzung sprechen könnten. „Mir fällt niemand ein, der profitieren könnte, wenn Geisterspiele untersagt werden“, sagte er in einem Interview mit der „Süddeutschen“, „ich sehe nur den Schaden, wenn der Fußball nicht spielt.“ Der Fußball tue nichts auf Kosten anderer. Natürlich hat er die kritischen Töne, die besonders aus einer politischen Ecke kommen, gehört. Bobic: „Ich verstehe natürlich, wenn jemand mit Fußball nichts anfangen kann. Aber warum sollte man dagegen sein? Aus Schadenfreude? Das wäre traurig.“

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Sonderrolle? Bobic weist Kritik als„unbegründet“ zurück

Die Vorwürfe, der Fußball beanspruche eine Sonderrolle in der Krise, weist er als „unbegründet“ zurück. „Ich finde nicht, dass wir Druck machen“, sagte der 48 Jahre alte ehemalige Nationalspieler, „wir bereiten uns darauf vor, wieder anfangen zu können, genau wie jeder Restaurantbesitzer und jedes Unternehmen, das wieder loslegen möchte und muss.“ Der Fußball wolle eben gerade keine Sonderrolle, „sondern wir wollen nur das machen, was alle tun: den Laden wieder ins Laufen bringen.“ Von Anfang an hatte die DFL deutlich gemacht, dass es bei den Plänen zur Wiederaufnahme der Saison nicht darum gehe, irgendjemanden zu schädigen oder jemandem etwas wegzunehmen. Der Versuch, den Fußball in einen Wettbewerb beispielsweise mit Kitas oder Kinderspielplätze zu setzen, sei nicht fair.

Bobic neigt durchaus zur Selbstreflexion und hat die vielfältigen negativen Signale, die dem Fußball in seiner Gesamtheit unabhängig von einer Wiederaufnahme der Saison entgegengebracht werden, vernommen. Aus seiner Sicht ist klar, dass der Kuchen nach der Corona-Krise „wahrscheinlich um einiges kleiner sein wird.“ Dies werde Gehälter wie Ablösesummen betreffen. Die Vereine würden sich in naher Zukunft gegenüber den Spielern respektive deren Beratern in einer deutlichen besseren Position befinden. „Es wird viele arbeitslose Spieler geben in dieser Krise, der Transfermarkt wird voll von ihnen sein.“ Die Eintracht steht in Personalfragen nicht besonders unter Druck, denn es laufen insgesamt nur sechs Verträge zum Saisonende aus. Darunter mit Makoto Hasebe und Gelson Fernandes nur bei zwei Spielern, die zum engeren Kreis des Teams gehören.

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Von Peppi Schmitt