Eintracht feiert Last-Minute-Sieg in Antwerpen

aus Eintracht Frankfurt

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Aurelio Buta von Royal Antwerp FC (li.) im Zweikampf mit Filip Kostic von Eintracht Frankfurt. Foto: Dominik Claus

Dank eines späten Elfmetertreffers von Paciencia gewinnen die Frankfurter das zweite Gruppenspiel bei Royal Antwerpen mit 1:0 und dürfen vom Überwintern auf europäischer...

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ANTWERPEN. Am Ende war es kein verdienter, aber ein äußerst wichtiger Sieg für Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt. Die Hessen siegten am Donnerstagabend im zweiten Gruppenspiel der Europa League bei Royal Antwerpen dank eines Elfmetertreffers des eingewechselten Goncalo Pacencia in der Nachspielzeit mit 1:0 (0:0) und feierten den ersten Sieg im neunten Pflichtspiel. Für die Frankfurter ein echter Befreiungsschlag.

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Eintracht-Trainer Oliver Glasner rückte von seinem bewährten System der Viererkette ab und stellte den erfahrenen Makoto Hasebe in die Zentrale der Dreierkette, die von Almamy Touré und Martin Hinteregger komplettiert wurde. Erik Durm (Gehirnerschütterung) und Evan Ndicka (Bänderdehnung) fehlten verletzt, Ajdin Hrustic bekam den Vorzug vor Danny da Costa. Die Hessen wurden von knapp 800 Gästefans ins Bosuilstadion im Norden Antwerpens begleitet, vor dem Spiel sorgten rund 300 Frankfurter für hässliche Szenen in der Altstadt. Belgische und niederländische Medien berichteten übereinstimmend von einem Angriff einer Hooligan-Gruppe unweit des Stadions auf das Fan-Café „Great Old“. Die Terrasse des Cafés wurde demnach zerstört, Feuerwerkskörper kamen zum Einsatz. Die Situation sei trotzdem schnell wieder unter Kontrolle gewesen, doch sowas braucht keiner.

Kaum Torchancen für SGE in erster Hälfte

Die Eintracht begann selbstbewusst, Antwerpen-Keeper Jean Butez musste sich bei Hintereggers Freistoß aus 23 Meter in Minute drei ganz lang machen, um einen frühen Rückstand der Gastgeber zu vermeiden. Die Belgier brauchten hingegen eine gewisse Anlaufzeit, Außenbahnsprinter Viktor Fischer prüfte in der 18. Minute erstmals Kevin Trapp, der den wuchtigen Schuss aber problemlos abwehrte. Die Frankfurter wirkten optisch zwar weiter überlegen, bekamen Unterschiedsspieler Filip Kostic jedoch nicht ins Laufen.

Auch deshalb kreierte die Glasner-Elf in Halbzeit eins kaum nennenswerte Torchancen, die Belgier hingegen igelten sich in der eigenen Hälfte ein und suchten ihr Heil im Konterspiel. Die anfangs so tolle Europapokal-Stimmung der rund 12.000 Zuschauer im Bosuilstadion ebbte gegen Ende des ersten Durchgangs spürbar ab, und auch Frankfurts Trainer Glasner war klar: So wird es schwer mit dem ersten Sieg im neunten Pflichtspiel und dem erhofften Befreiungsschlag.

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Halbzeit zwei begann mit einem Knall, der wohl alle Zuschauer den Atem anhalten ließ. Die lautstarken belgischen Fans warfen Böller auf das Tor von Trapp, einer davon explodierte zwischen den Beinen des Torhüters, der zu Boden ging, sich kurz darauf aber wieder berappelte. Eine Szene, die auch ganz anders hätte ausgehen können.

Paciencia versenkt den Elfmeter

Glasner brachte Kreativspieler Daichi Kamada für den schwachen Hrustic, am Spielgeschehen änderte das aber erstmal nichts. Die Gastgeber wurden ihrerseits stärker und hatten durch Angreifer Ally Mbwana Samatta in der 64. Minute die dicke Chance zur Führung, doch der Schuss des Stürmers flog über den Frankfurter Kasten. Ein echter Nackenschlag für die Hessen war dann die verletzungsbedingte Auswechslung von Hasebe, der vermutlich erstmal fehlen wird.

Als sich wohl alle Spieler und Zuschauer schon mit einem Unentschieden angefreundet hatten, schnappte sich der eingewechselte Jesper Lindström den Ball im Mittelfeld und holte im Strafraum im Eins-gegen-eins gegen Antwerpens Dinis Almeida einen Elfmeter raus. Diesen verwandelte Paciencia sicher, weshalb die Eintracht weiter davon träumen darf, in der Europa League zu überwintern.