Diese 05er können gegen Union Berlin die Kreativität bringen

aus Mainz 05

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Technisch beschlagen, engagiert, anpassungsfähig - und ab und an auch noch torhungrig: So schätzen nicht nur Mitspieler wie Leandro Barreiro (l.) und Alexander Hack Jae-sung Lee (M.). Auch bei den Fans kommt der Südkoreaner bestens an. Foto: dpa/Torsten Silz

Wer soll im Zentrum starten? Bo Svensson hat die Wahl zwischen mehreren kreativen Mittelfeldspielern. Der Trainer des FSV Mainz 05 erklärt, was diese Profis unterscheidet.

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MAINZ. Bo Svensson hat die Qual der Wahl. Für das Auswärtsspiel bei Union Berlin (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) darf der Trainer von Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 im zentralen Mittelfeld auf alle in Frage kommenden Profis zurückgreifen. Auf den drei Positionen im Zentrum herrscht bei den 05ern großer Konkurrenzkampf. Sollte Svensson an den defensivstarken Sechsern Anton Stach und Dominik Kohr festhalten, bliebe noch Platz für einen kreativen Antreiber. Für diese Rolle bieten sich mehrere Mainzer an. Zuletzt die Nase vorn hatte Jae-sung Lee. „Er ist dynamisch, überläuft die Linien und kommt mit in die Box“, beschreibt der Däne die Vorzüge des Südkoreaners.

Jean-Paul Boetius, der beim 3:2-Sieg gegen Bayer Leverkusen als Joker zum zwischenzeitlichen 2:2 traf, besticht durch andere Qualitäten. „Er ist ein Spieler, der sich ein bisschen tiefer anbietet und in der ersten Phase des Spielaufbaus hilft.“ Dass Boetius seine Tore vornehmlich von außerhalb des Sechzehners erzielt, beschreibe den Spielstil des Niederländers recht gut, findet der 42-Jährige. Auch der feinfüßige Kevin Stöger und der laufstarke Leandro Barreiro können die Schaltzentrale besetzen. Wählt Bo Svensson einen offensiveren Ansatz mit zwei Achtern, rotiert Dominik Kohr oder Anton Stach raus. Auch möglich, angesichts der von den beiden kompromisslosen Zweikämpfern ausgehenden Stabilität aber nicht unbedingt zu erwarten. Bo Svensson wird abwägen, welche Qualitäten seine Mannschaft benötigt gegen die Eisernen.

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Diese verloren zwar ihre jüngsten drei Bundesliga-Partien. Doch selbst in diesen Spielen „waren schon auch der Ansatz und die Qualität von Union zu sehen“, sagt Svensson. „Sie haben einfach ihre Chancen nicht gemacht.“ Sind die Köpenicker also gar nicht so schlecht drauf, wie es scheint? „Die Mannschaft ist sehr stabil, sie haben viele erfahrene Spieler, eine klare Spielstruktur, eine klare Linie, und sie sind sehr heimstark“, zählt der Däne Merkmale auf, die dem Tabellenneunten auch in schwierigen Phasen nicht abgehen. Was auch mit der Defensivstärke (33 Gegentore) der Berliner zu erklären ist. Zuletzt auf der Strecke blieb dafür die offensive Durchschlagskraft.

Seit sich mit Max Kruse der wohl beste Kicker nach Wolfsburg verabschiedet hat, ist Sand im Getriebe der Union-Angreifer. Ex-05er Taiwo Awoniyi, mit neun Saisontoren Unions gefährlichster Stürmer, wartet seit 444 Spielminuten auf einen Treffer. Für Svensson ist das allerdings kein Grund, sich in Sicherheit zu wähnen. „Sie haben in der Offensive sehr viel Wucht“, attestiert der 05-Coach. „Das müssen wir im Verbund gut verteidigen.“

Formkurve spricht für die Mainzer

Insbesondere über Flanken sind die Eisernen gefährlich. Diese zu unterbinden wird Aufgabe der Außenbahnspieler sein. Und findet doch eine Hereingabe den Weg in die Box, ist die Innenverteidigung in der Pflicht. So viel zur Arbeit gegen den Ball. Da Union Berlin im Schnitt nur 44 Prozent Ballbesitz hat, werden die Rheinhessen sich aber nicht nur auf ihr schnelles Umschaltspiel verlassen können, sondern auch mit dem Spielgerät am Fuß Initiative zeigen müssen. „Da geht es darum, den Ball sinnvoll zu nutzen, um sich selbst Torchancen zu erspielen. Aber auch zu verhindern, dass man in Konter rein läuft“, erklärt Svensson. Ein weiterer Aspekt, der für die Besetzung der Mittelfeldzentrale von Bedeutung sein wird.

Indizien für erfolgreichen Berlin-Trip

Für einen aus 05-Sicht erfolgreichen Berlin-Trip spricht die seit dem 2:0-Sieg gegen die TSG Hoffenheim ansteigende Formkurve. Mit dem 1:1 beim SC Freiburg deuteten die Mainzer nach längerer Zeit wieder einmal an, dass sie auch auswärts zu starken Leistungen imstande sind. Der 3:2-Erfolg gegen Bayer Leverkusen war ein Fest. „Nach den letzten drei Spielen mit sieben Punkten ist natürlich gute Stimmung da“, sagt Svensson und formuliert die Aufgabe für den kommenden Samstag: „Wir brauchen eine sehr gute Auswärtsleistung, um da zu bestehen. Aber das reizt natürlich auch.“

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