05er brauchen einen Saisonstart 2.0

aus Mainz 05

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Eines haben die ersten beiden Spieltage der aktuellen Saison mal wieder gezeigt: Eine gute Vorbereitung ist und bleibt für den Ernstfall im Pflichtspielbetrieb ein Muster ohne...

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MAINZ. Eines haben die ersten beiden Spieltage der aktuellen Saison mal wieder gezeigt: Eine gute Vorbereitung ist und bleibt für den Ernstfall im Pflichtspielbetrieb ein Muster ohne Wert. Der Hamburger SV hat mal wieder einen chaotischen Sommer hinter sich. Transferstau, Luschen-Störfeuer von Gönner Kühne, die Pokal-Blamage in Osnabrück – und nach zwei Bundesligapartien ist der HSV neben Dortmund, Bayern und Hannover eines von vier Teams mit der optimalen Ausbeute von sechs Punkten. Das können sie in Hamburg wahrscheinlich selbst noch nicht richtig glauben. Sechs Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz – das kam in den vergangenen Jahren nicht sonderlich häufig vor. Die Katerstimmung nach dem Pokal-Aus ist innerhalb von zwei Wochenenden verflogen.

Vorbereitung ist für den Ernstfall Muster ohne Wert

Es kommt sogar fast so etwas wie Euphorie auf. Die in den sozialen Medien erstellte Termineinladung zur Meisterschaftsfeier am Hamburger Rathaus am 12. Mai 2018 hat schon mehr als 1000 Zusagen. Spaß beiseite.

Der HSV ist aber dennoch ein Beweis dafür, dass Qualität der Vorbereitung und Leistungen in der Bundesliga nur sehr wenig miteinander zu tun haben. Ein anderes Beispiel ist der FSV Mainz 05. Eine stetige Steigerung in den sehr ansehnlichen Testspielen unter dem neuen Trainer Sandro Schwarz, ein fast schon historisch souveräner Auftritt beim 3:1 im Pokal gegen Lüneburg – und dann zwei 0:1-Niederlagen gegen zwei Aufsteiger. Keine Punkte, keine Euphorie. Angesichts der nächsten Gegner Leverkusen, Bayern und Hoffenheim drohen den 05ern knüppelharte Wochen am unteren Ende der Tabelle.

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Es kann aber auch nicht sein, dass alle in der Vorbereitung gezeigten Ansätze plötzlich komplett verschüttet sind. Sandro Schwarz muss in der Länderspielpause die Verunsicherung aus den Köpfen seiner Jungs bekommen und ihnen den Glauben vermitteln, in jedem Spiel mindestens ein Tor schießen zu können.

Den in den Sand gesetzten Saisonstart können die 05er nicht mehr retten. Sie müssen das Heimspiel gegen Leverkusen nach der Länderspielpause zu ihrem Saisonstart 2.0 ausrufen und unbelastet (nicht nur punktemäßig) bei null anfangen. Mit Leidenschaft, Überzeugung und Glauben an die eigene Stärke. Dann bekommen die Mainzer vielleicht endlich ein Bein in die Tür der Saison 2017/18.

Von Dennis Rink