Heimat erfahren - Radtouren mit Erlebnischarakter

AUF EINEN BLICK

EIN AUSFLUG FÜR BEINE, BAUCH UND KOPF: Zum Serienauftakt geht es durchs Dilltal nach Herborn: 27 entspannte Kilometer.
WETZLARS NUR STELLENWEISE WILDER WESTEN: Wir nutzen das schöne Wetter und brechen zu einer Maitour mit Start und Ziel in der Stadt in die gerade erwachende Natur auf. Unterm Strich stehen 25 ganz friedliche und überaus grüne Kilometer.
DAS ELEMENT DER UNBEGRENZTEN MÖGLICHKEITEN: Wasser spielt die Hauptrolle einer Tour über 45 feucht-fröhliche Kilometer.
IM OSTEN WAS NEUES: GIESSENS ALTE SEITE ist Ziel der vierten Tour: Gemütliche 25 Kilometer von Wetzlar in die Nachbarstadt.
EINE PERLE DER NATUR: Das einmalige Niedermoor-Biotop bei Großaltenstädten ist Ziel der sechsten Tour. Mit Anreise an der Lemp und Abreise über Blasbach kommen 32 sehr naturnahe Kilometer zusammen.
EIN GENÜSSLICHER UMWEG DURCH DEN WESTERWALD: Von Biskirchen nach Herborn führen 45 überraschend zahme Kilometer.
EICHEN SOLLST DU SUCHEN, LINDEN WIRST DU FINDEN: Zu Naturdenkmälern leiten 34 hessisch-thailändische Kilometer.
FLÜCHTLINGE BRINGEN HANDWERK UND STADTRECHT: Auf den Spuren der Hugenotten und Waldenser: Das sind 32 französische Kilometer.
NACH SILHOFEN IST DAS RAD AUCH ZEITMASCHINE: Tour drei erkundet ehemalige Wetzlarer Vorstädte: 5,5 historische Kilometer.
VIELE HÖHENMETER UND EIN HÖHEPUNKT: Durch den Altkreis Wetzlar geht es nach Butzbach – hügelige 35 Kilometer.
Die letzte Tour der Radserie im Jahr 2018 führt zu besonders geschützten Fleckchen der Landschaft. Naturdenkmale sind das Ziel. Im gesamten Lahn-Dill-Kreis gibt es nach Daten der Kreisverwaltung etwa 130 davon. "Als Kriterien, die zur Ausweisung eines Naturdenkmales führen können, gelten Seltenheit, Eigenart oder Schönheit des Objektes, aber auch wissenschaftliche, naturgeschichtliche oder landesgeschichtliche Gründe. Jede Beeinträchtigung eines Naturdenkmales, also Beschädigung oder gar Zerstörung, ist verboten", heißt es beim Lahn-Dill-Kreis.
Von Wetzlar nach Reiskirchen: Die Strecke führt zum Stoppelberg und dann an seiner Südostflanke entlang. Nur weniger hundert Meter dauert es, bis die Stadt komplett aus dem Blickfeld und dem Kopf der Radler verschwunden ist.
Das erste Naturdenkmal dieser Strecke - eine kapitale Eiche - steht nicht direkt am Radweg. Wo im Hintergrund der hohe Wald beginnt, müssen Besucher nach rechts abbiegen und etwa 60 Meter weit laufen.
Auch wer das Naturdenkmal nicht findet  - der Radweg im Wald zwischen Reiskirchen und Nauborn ist außerordentlich idyllisch.
Der alte Baumbestand verbreitet eine verwunschene Atmosphäre.
Drehkreuz: Von Reiskirchen führen viele Radwege in alle Himmelsrichtungen. Die Naturdenkmäler sind auf den Radwegeschildern sogar vermerkt.
Hebräisch? Nein. Das ist Thai. Die neuen Besitzer eines alten Hauses in Reiskirchen führen die Tradition fort und haben ihr Haus in der Volpertshäuser Straße mit Balkeninschriften versehen.
Besucher sollten das Biotop aus der Ferne anschauen. Auch von hier ist die Steilwand des früheren Steinbruches in Volpertshausen gut zu erkennen.
Viele Gräben und Tümpel machen die Bedeutung des Feuchtbiotops am ehemaligen Steinbruch in Volpertshausen aus. Amphibien und Insekten leben hier, Vögel rasten auf den Flächen. Die Betreuer des Gebiets wünschen sich zudem, das eines Tages der Uhu in der Steilwand des Steinbruchs heimisch wird.
Der Weg von Volpertshausen nach Rechtenbach führt über Vollnkirchen und durch viel Natur. Die Winterlinde an der Pfingstwiese, das dritte Biotop der Tour, steht etwa in der Mitte zwischen den Orten.
Was für ein Baum! Dieses Naturdenkmal ist nicht zu verfehlen, die Linde an der Pfingstwiese ist nach Angaben der Kreisverwaltung rund 25 Meter hoch.
Auch das macht den Stopp an der Linde besonders: Die weite Aussicht ins Land, in diesem Falle über Rechtenbach nach Gießen.
Der Vergleich mit den Radlern verdeutlicht die wahre Größe des auf ein Alter von 220 Jahren geschätzten Baumes.
Die längste Etappe der Tour führt von Rechtenbach nach Dutenhofen. Dabei wird die neue Brücke mit dem neuen Radweg über die A45 passiert. Der ADFC-Kreisvorsitzende Peter Fuess findet den Radweg überaus gelungen.
Es ist die Etappe der Ausblicke. Immer wieder ist der Dünsberg zu sehen.
Ob der Landwirt bei seiner Arbeit die Landschaft wohl genießt.
Vetzberg und Gleiberg dicht beieinander. Sie dienen als Orientierung, denn die letzten beiden Naturdenkmäler der Tour liegen nicht mehr im Hüttenberger Land, sondern im Lahntal.
Gießen im Blick, doch diese Perspektive bleibt nur kurz: In Allendorf wenden sich die Radler nach links und rollen am Kleebach nach Dutenhofen.
Als Gruppe sind drei Kastanien und eine Weide direkt an der Lahnbrücke zwischen Dutenhofen und Atzbach ein Naturdenkmal – das einzige im östlichsten Wetzlarer Stadtteil. Sie prägen das Landschaftsbild und sind besonders schön – und deswegen geschützt.
Die geschützte kleinblättrige Linde in Dorlar steht auf der Lahninsel und ist über eine Brücke zu erreichen - allerdings nicht wirklich, denn es handelt sich um Privatgelände.
Klassische Postkartenansicht von Dorlar mit der Klosterkirche und der Villa an der Lahn (links).
Einst gab es in Dorlar drei gewaltige Linden wie die auf der Lahninsel. Zwei davon wurden gefällt, wobei in einem Falle ("Lindenplatz") zumindest der Name überlebte. Das einzig verbliebene Exemplar versteckt sich zwischen den umgebenden Bäumen.
Eine Tour von der Lahn an die Dill über den Westerwald - sie startet idealerweise in Leun, weil aus Biskirchen mit dem Ulmtalradweg ein sehr sanfter Aufstieg zur Verfügung steht. Wer aus Wetzlar oder von weiter her kommt, der fährt mit der Bahn nach Stockhausen und von dort nach Biskirchen weiter. Die Route ist flach und dient als lockeres Einrollen.
Der Radweg durchs Ulmtal führt mittlerweile nicht mehr über die Landstraße und damit müssen sich Radler nicht mehr neben Lastern und schnellen Autos einreihen. Statdessen folgt die Route der 1922 eröffneten und 1990 abgebauten Ulmtalbahn.
Bahntrassenradeln wie im Ulmtal ist die pure Freude: Die Steigungen sind sehr angenehm, weil die Bahn große Steigungen nicht verträgt. Im Ulmtal ist der Weg zudem nagelneu, die oberfläche angenehm rumpelfrei. So werden zwischen Biskirchen und Beilstein über 200 Höhenmeter bewältig, die sich eher wie 20 anfühlen.
Erinnerung an die Geschichte: Wiederhergestellte Wartehalle am früheren Haltepunkt Ulm, heute Unterstellmöglichkeit für Radfahrer.
So sahen sie aus, die Schienenbusse, die bis zuletzt auf Nebenbahnen wie der Ulmtalbahn fuhren. Oberhalb von Holzhausen erinnert die großformatige Fotografie an die (guten?) alten Bundesbahnzeiten.
Einige Gleisstücke und Hektometersteine entlang des Ulmtalradwegs lassen die Eisenbahngeschichte lebendig werden, wie hier ebenfalls bei Holzhausen, das nicht nur einen Haltepunkt, sondern einen richtigen Bahnhof hatte.
Kaum noch zu lesen: Hektometerstein kurz vor Beilstein. Die Steine standen und stehen  im Abstand von 100 oder 200 Metern entlang der Bahnstrecken, daher der Name Hektometerstein, da der Wortteil "Hekto" für 100 steht.
Zwischen Seilhofen und Driedorf steht ein Schild falsch, daher weichen wir von der Route ab und fahren einen Umweg über Graswege. Aber: landschaftlich schön ist das allemal.
Früherer Bahnhof von Driedorf an der Westerwaldquerbahn, heute ist dort unter anderem eine Gaststätte untergebracht. Hinter dem Haus stehen noch zwei alte Güterwagen. Eine Verbindung vom Endpunkt der Ulmtalbahn in Beilstein bis nach Driedorf war zwar immer mal im Gespräch, wurde aber nie gebaut.
Blick auf Driedorf. Am 1. Mai 1906 wurde die Bahnstrecke von Herborn in die Westerwaldgemeinde eröffnet.
Evangelische Kirche in Driedorf, Kulturdenkmal und Augenschmaus in der Ortsmitte: Der klassizistische Bau stammt aus dem frühen 19. Jahrhundert.
Von Driedorf hinab ins Tal der Dill nutzt der Radweg - es handelt sich in weiten Teilen um den Hessischen Radfernweg 8 - an einigen Stellen die Trasse der stillgegelegten Westerwaldquerbahn. Auch hier ist die Fahrt daher bergauf wie bergab ungemein angenehm, auch wenn der Weg an manchen Stellen etwas breiter sein könnte.
Nein, das ist nicht der Urwald. Das ist ein hessischer Radfernweg, in diesem Fall Nummer acht von Driedorf hinab nach Herborn-Burg. Der Weg verläuft auf der Trasse der ehemaligen Westerwaldquerbahn. Sie führte bis zu ihrer endgültigen Stilllegung in den 1980er-Jahren über fast 80 Kilometer von Herborn nach Montabaur. Das Foto entstand unterhalb von Heiligenborn.⋌
Ehemaliger Bahnhof von Roth: Die massive Bauweise und die Adresse (Bahnhofstraße 13) verrät auch hier, dass es sich um einen Bau der Eisenbahn handelt.
Ach ja, die Aussichten: Sehr viele weite Blicke ins Land bieten sich bei der Abfahrt aus dem Westerwald ins Dilltal. Bereits weit oben rückt Herborn ins Blickfeld.
Es gibt viele schöne Aussichtspunkte an der Strecke, denn auf knapp 45 Kilometern Fahrt kommt eine Menge Gegend zusammen. Der vielleicht schönste aller Aussichtspunkte findet sich zwischen Guntersdorf, Roth und Schönbach: Wir schauen ins Tal bis nach Herborn, dem Ziel der Fahrt. Wie bei fast jeder Radtour durch Mittelhessen ist – weit weg am Horizont im Dunst – der Dünsberg zu erkennen.⋌
Bahnhof Erdbach: Hier ereignete sich im Jahr 1973 ein folgenschwerer Unfall. Am frühen Morgen setzen sich 20 Güterwaggons, die auf dem Bahnhof Rehe abgestellt waren, in Bewegung und durchstoßen nach zirka 15 Kilometern ungebremster Fahrt den Prellbock im Kopfbahnhof in Erdbach. Alle Waggons treffen das Haus Stunz, welches in Verlängerung der Gleise mitten im Dorf stand, und zerstören es bis auf die Grundmauern. Im einstürzenden Haus wird Anna Stunz getötet,die einen Bombenangriff 1945 auf dasselbe Haus wie durch ein Wunder überlebt hatte. Tochter Renate Germann, die ebenfalls bei dem Bombenangriff 1945 lebend davonkam, wird mit ihren Töchtern bei dem Aufprall der Wagen leicht verletzt. Die Unglücksstelle ist heute aber nicht mehr direkt zu erkennen. 
Ehemaliger Bahnhof Uckersdorf. Im Ulmtal, aber auch zwischen Driedorf und Herborn sind die Bahnbauten heute noch gut zu erkennen – an ihrer massiven Bauweise und den meist erhaltenen Schriftzügen. Und wer unsicher ist: Einfach mal „Bahnhofstraße“ googeln – das führt meist zum Erfolg.
Der Marktplatz von Herborn mit dem schmucken Rathaus ist ein würdiger Abschluss dieser Tour. In der Innenstadt finden Radler genügend Einkehrmöglichkeiten, um sich nach der Fahrt zu stärken.
In Herborn erreicht die Tour ihr Ziel, die Dill. Wobei auf dem Foto der Brunnen auf dem Marktplatz und nicht das Flüsschen zu erkennen ist. Herborn war einst ein kleiner Eisenbahnknoten. Hier endete neben der Westerwaldquerbahn nach Montabaur auch die Aar-Salzböde-Bahn von Niederwalgern bei Marburg. Heute läuft nur noch auf der Strecke zwischen Siegen und Gießen Eisenbahnverkehr.
Übers Wasser hat sich tatsächlich auch der olle Goethe ausgelassen. Einer seiner Aussprüche schmückt die Fassade des Biskirchener Karlssprudels. Teil 7 der Reihe "Heimat erfahren" im Jahr 2018 führt direkt daran vorbei.
Startpunkt dieser Tour ist das Gießkannenmuseum in Gießen. Es befindet sich zentral in der Innenstadt und hat  mittwochs von 10 bis 13 Uhr, freitags von 15 bis 18 Uhr und samstags  von 12 bis 16 Uhr geöffnet. Das Museum besteht seit 2011 und in den Ausstellungsräumen ist stets nur ein Teil aller Kannen zu sehen. Regelmäßig wird durchgewechselt.
Eine Gießkanne aus einer Kaffeedose - das ist nur eines der Exponate im Gießkannenmuseum.
Das Gießkannenmuseum liegt zentral - direkt nebenan befindet sich das Alte Schloss. Es war seinerzeit - wie kann es anders sein - eine Wasserburg und diente dem Schutz der Stadt nach Nordosten.
Für den Weg aus Gießen heraus in Richtung Dutenhofen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine dieser Optionen: Auf der Rodheimer Straße über die Lahn und dann nach links in die Schlachthofstraße. Dort wird - der Name ist Programm - der alte Schlachthof passiert.
Der nächste Stopp, den es nur dank des Elements Wasser gibt: Heuchelheimer Südsee, hier kann Wasserki und Wakeboard gefahren werden. Der See verkörpert auf dieser Tour die Nutzung von Wasser für den Freizeitsport.
Campingplatz am Dutenhofener See: Hier bildet das Wasser die Grundlage für Naherholung und Tourismus.
Wäre im Hintergrund der Zuckerhut und nicht der Dünsberg zu erkennen, man könnte sich an der Copacabana wähnen: Strandleben, Planschen im Wasser und Schwimmen sind ebenfalls nur mit, im und am Wasser möglich. Der Dutenhofener See steht sinnbildlich für den erholsamen Charakter des Wassers.
Nach Angaben des Lahntaltourismusverbandes gibt es 23 Schleusen an der Lahn. Sie stehen für die Nutzung des Wassers (der Lahn) als Transportweg, denn sie halfen, das Gewässer schiffbar zu machen. Das Foto zeigt die Schleuse in Dorlar.
Kurz vor Dorlar: Die Lahn präsentiert sicht als friedliches, ruhiges Gewässer.
Leben am Fluss: Am Rand der Wasserläufe entwickelten sich früh Siedlungen. Noch heute haben Orte am Wasser einen besonderen Charme. Das gilt im Großen für Städte wie Hamburg mit seinem Hafen und dem internationalen Publikum nd im Kleinen für Dorlar mit seiner pittoresken Bebauung rund um die Klosterkirche.
Was früher die Lastkähne, das sind heute die Kanus: Hauptnutzer und großer Wirtschaftsfaktor auf der Lahn. 150000 Kanuten pro Jahr werden auf der Lahn gezählt, die Zahlen verharren seit Jahren etwa auf diesem Niveau.
Lahn auf Höhe der Fischerhütte in Wetzlar. Wo heute Boote liegen, wurde früher geschwommen: Hier befand sich ein beliebter Schwimmplatz der Niedergirmeser. Der Name der Gaststätte weist zudem auf eine weitere, wichtige Funktion des Wassers hin: Wir fischen Nahrung aus ihm.
Wo Wasser, da Brücken: Die Alte Lahnbrücke in Wetzlar mit ihren sieben Bögen ist eines der ältesten erhaltenen Brückenbauwerke am Fluss. Sie wurde 1288 ersterwähnt.
Hier macht das Wasser sogar Musik. Naja, nicht wirklich. Die Musik kommt auch bei der Wetzlarer Wasserorgel vom Band. Das Wasser aus den einzelnen Düsen tanzt aber im Takt dazu.
Kanuten, Kanuten, Kanuten: Auch in Höhe der Pontonbrücke in Wetzlar gehören sie fest zum Fluss.
Im kirchlichen Zusammenhang ist das Weihwasser den meisten Menschen ein Begriff. Auch ihre Taufe verbinden viele Christen mit Wasser. Im Foto die Lahnaue zwischen Steindorf und Oberbiel, im Hintergrund das Kloster Altenberg.
Wasser schafft Idylle: Hier zu sehen am Solmsbach in Burgsolms.
Strenger Wächter: Die kunstvoll geschnitzte Figur sitzt am Rand des Tretbeckens oberhalb von Burgsolms.
Das Tretbecken wurde durch die Anstrengung der Bürger geschaffen und wird von ihnen gepflegt. Wanderer und Radfahrer finden auf der Lichtung im Wald eine willkommene Erfrischung.  Das kühle Wasser kommt aus einer 100 Jahre alten Gussleitung, die früher Burgsolms versorgte.
Ausblick 1: Der Abstecher über die Höhen zwischen Braunfels, Burgsolms und Lahnbahnhof lässt weit ins Land blicken.
Ausblick 2: Wenig später wandern die Augen erneut übers Land und fangen sich am Dünsberg. Davor Oberbiel.
Ein kleines Denkmal am Rande des Radwegs erinnert in Biskirchen an die Grundlagen des Dorfes: an die Bischofskirche. Auch Infos zu Grenzsteinen gibt es dort.
Am Karlssprudel in Biskirchen sprudelt staatlich anerkanntes Heilwasser aus dem Boden. Auf dem Gelände der Quelle direkt am Lahntalradweg kann sich jedermann einen Schluck davon mitnehmen.
Am Ortseingang von Löhnberg kommen Radler am Gebäude von Selters vorbei - der Name und das bekannte Produkt bedürfen keiner Erklärung.
Die Lahn in Löhnberg: Breit, ruhig und idyllisch bietet sie den Kanuten eine erholsame Umgebung und dem Betrachter eine reizvolle Kulisse.
Zielpunkt der Tour ist das dem Mehrgenerationenhaus angegliederte Wassermuseum in Löhnberg. Öffnungszeiten: nach Vereinbarung.
Das Museum hat fünf Schwerpunkte, die Funde in einem nahen Fossilienfeld sind einer davon.
Drei Flaschen, ein Zweck: Wurde Wasser aus Selters früher in Ton verkauft, danach in Glas, ist heute Kunststoff das Mittel der Wahl. Die Zahlen faszinieren: Das Tongefäß wiegt 1100, die Glasflasche immerhin 600 Gramm. Das Kunststoffgefäß (hier ein Rohling) wiegt 18 Gramm.
Im Nebenraum des Wassermuseums ist ein alter Dorfladen aufgebaut. Es handelt sich um ein Original aus dem Limburger Raum.
Das Hugenottenkreuz und der Aufruf "Resistez", also "Widerstehe", verdeutlichen die Geschichte der Daubhäuser Kirche. Das Geld für den Ausbau der kleinen Kapelle im Wehrturm zum echten Gotteshaus sammelten die Bewohner im 18. Jahrhundert auf ihren Fahrten zu Märkten nach Frankfurt oder Leipzig, wo sie Wolle oder Textilien verkauften.
Die Tour startet aus praktischen Gründen am Bahnhof in Ehringshausen. Von hier aus sind Radler je nach Kondition zwischen 40 und 55 Minuten bis zum Welschen Born im Wald an der Hohen Straße unterwegs. Der Weg führt stetig steigend nach oben, dafür aber fast durchgehend durch Wald.
Kurz hinter den letzten Häusern gibt sich der Anstieg zum Welschen Born noch ganz zahm und ist auch ohne E-Bike gut zu bewältigen.
Es gibt nur wenige Ausblicke auf dem Weg zur Quelle im Wald, weil der Wald so dicht steht. Dass sich die Strecke langsam nach oben schraubt, ist aber zum Beispiel hier beim Blick über Dillheim zu erkennen.
Während des Aufstiegs erreichen die Radler den insgesamt 18 Kilometer langen Hugenottenweg, dem ein Stück gefolgt wird. Der historisch so bedeutende Welsche Born ist ausgeschildert.
An einer großen Wegekreuzung im Wald ist das erste Ziel erreicht: Der Born befindet sich direkt hinter diesem Schild. Die Hohe Straße war einst ein bedeutender Handelsweg von Frankfurt nach Köln. Sie verband die Städte auf der Höhe, um die Gefahr einer Überflutung in den Tälern zu vermeiden. Ins Tal ging es nur, wo es nötig war, zum Beispiel bei der Überquerung der Lahn auf der Alten Lahnbrücke in Wetzlar.
Warum die unscheinbare Quelle im Wald eine solche große Bedeutung besitzt, erklären Infotafeln direkt am Welschen Born.
Noch heute fließt Wasser aus dem "Born". Es ist - der Selbstversuch beweist es - trinkbar.
Kleine Rast in Greifenthal: Gedenksteine widmen sich der Geschichte der Siedlung.
1985, erzählt ADFC-Tourenguide Karl-Hermann Schaft, wurde auf Initiative der Familie Gombel der Hugenottenbrunnen in Greifenthal gebaut.
Daubhausen kommt in Sicht. Es geht am Friedhof vorbei, wohin auch die Verstorbenen aus Greifenthal gefahren werden mussten. Den "Totenweg" gibt es noch heute, allerdings bietet sich zum Befahren per Rad eine andere Route an.  Und Greifenthal hat mittlerweile auch einen eigenen Friedhof.
Die ehemalige Schule im Ortskern von Daubhausen ist heute Heimat des Dorf- und Hugenottenmuseums. Geöffnet ist von März bis November an jedem dritten Sonntag im Monat von 15 bis 17 Uhr.
Mitten in Daubhausen, schräg gegenüber des ehemaligen Freibads, befindet sich wie in Greifenthal ein kleiner Platz mit steinernen Stehlen zur Erinnerung an die Gründung des Ortes, die Gründung der Hugenottenkolonie und das 750-jährige Bestehen im Jahr 2005.
Die Hugenotten, die von Graf Wilhelm Moritz 1685 aufgenommen und in Daubhausen angesiedelt worden waren, waren zum Großteil tüchtige Handwerker. 1775 waren in Daubhausen 80 Webstühle im Einsatz. 1760 wurden 50 Meister registirert. Ein Webstuhl der Hugenotten steht heute im Dorf- und Hugenottenmuseum in Daubhausen. ⋌
Die Siedlerliste im Kirchenschiff führt die Namen der Zuwandererfamilien auf. Von den vielen französischen Namen haben sich nur drei – Vasserot, Arabin und Tiers – bis heute gehalten, erzählt Hans-Martin Spehr.
Besonderer Schatz der Kirche ist die Bibel aus dem Jahr 1779 - sie ist in Französisch verfasst, wird aber heute nicht mehr benutzt. Im Jahr 1825 stirbt laut Chronik der letzte Pfarrer französischer Sprache, seither wird in Schule und Kirche Deutsch gesprochen.
Wir wechseln die Stadt: Auch in Wetzlar spielen Glaubensflüchtlinge eine Rolle. Die Wallonen kamen 1586 und durften ihre Gottesdienste im Chor der Unteren Stadtkirche abhalten.
Kornblumengasse: Rund um die Untere Stadtkirche siedelten viele Wallonen - der Bereich der Altstadt wurde daher "Klaa Frankreich" genannt.
Der Beweis: Eine französische Inschrift an einem Haus in der Kornblumengasse.
Über das reformierte Treppchen führte der Weg aus dem Pfarrhaus der Wallonen in die Kirche. Karl Kellner gründete dort sein optisches Institut und legte damit die Basis der optischen Industrie in Wetzlar.
Alte Münz am Eisenmarkt: Während an der Giebelseite eine Inschrift in deutscher Sprache zu lesen ist...
...erkennt man an der Traufseite lateinische und französische Worte. Das markante Haus wurde wurde im Jahr 1599 von einem Wallonen erbaut, also gerade einmal 13 Jahre nach Ankunft der Flüchtlinge in der Stadt. Im Giebel sind der Reichsadler und der Wetzlarer Adler zu sehen.
Durchs Rad betrachtet: Wer in die Gemeinde Hohenahr will, dem sei der Lemptalradweg wärmstens empfohlen: Die gut ausgebaute, gut ausgeschilderte Route startet in Ehringshausen und führt bis nach Hohensolms. Vor allem der untere Abschnitt bis nach Oberlemp ist eine wahre Freude.
Und so sieht der Weg im Lemptal aus: Eben, breit und weitgehend abseits der Ortschaften zieht sich das Asphaltband bergauf, aber so sanft, dass es der Radler kaum bemerkt.
Oberhalb von Oberlemp blicken Radler zum letzten Mal das Lemptal hinunter, denn ab hier geht es in den Wald. Hinter dem Waldstück wird dann für den Großteil der restlichen Route Hohensolms den interessantesten Anblick bieten. Im Wald ist der Radweg übrigens nicht asphaltiert, dennoch aber gut befahrbar.
Hier lohnt sich grundsätzlich eine Pause: In der Nähe der Grillhütte Großaltenstädten kommt Hohensolms zum ersten Mal ins Blickfeld der Radler. Der Aufstieg ist beendet, nun geht es weitgehend eben weiter. Zeit, kurz durchzuschnaufen und den Ausblick zu genießen.
Wegekreuz: Der Lemptalradweg biegt nach Hohensolms ab, wer zum Biotop möchte, muss aber ein Stück in Richtung Großaltenstädten und dann links fahren.
Großaltenstädten kommt in Sicht. Der Ort liegt auf rund 300 Metern Höhe, das sind immerhin 150 mehr als beim Start in Ehringshausen. Die Tour führt zwar nicht nach Großaltenstädten hinein, ein Abstecher sei wegen der ansehnlichen Fachwerkhäuser aber sehr empfohlen.
Im historischen Rat- und Backhaus in der Mitte von Großaltenstädten befinden sich heute ein Café, ein Laden und das Heimatmuseum. Wer einkehren will, sollte die Öffnungszeiten beachten: Das Café zum Beispiel ist mittwochs, donnerstags und freitags von 15 bis 17.30 Uhr sowie samstags und sonntags von 7.30 Uhr bis 10 Uhr geöffnet. Infos unter www.backhaus-gross-altenstaedten.de.
Neben der Burg ist dies die zweite bekannte Landmarke der Gemeinde Hohensolms: Der Windpark auf dem Höhenzug in Richtung Blasbach ist aus großer Entfernung zu sehen.
Immer wieder ändert sich die Landschaft im Vordergrund, aber immer wieder thront Hohensolms ähnlich dominant darüber.
Diplom-Biologe Klaus Schmidt erstellt für die Naturlandstiftung Pflegekonzepte für die einzelnen Biotope - auch für das Niedermoor "Eicheboden" bei Großaltenstädten. Entsprechend gut kennt er sich hier oben aus.
Viele Libellenarten, Vögel und besondere Pflanzen wie Gelb- und Blutweiderich werden im Niedermoor gefunden.
Setzen sich für den Erhalt des Biotops ein: Horst Ryba, Vorsitzender der Naturlandstiftung (links), im Gespräch mit Hohenahrs Bürgermeister Armin Frink.
Die "Delle" im Bewuchs des Biotops zeigt eine Stelle, an der Wasser aus dem Boden dringt. Das Wasser ist ein zentrales Element für Biotope wie dieses. Etwa 95 Prozent eines Moores sei Wasser, erläutert Horst Ryba, der Vorsitzende der Naturland-Stiftung.
Ortstermin am einzigen Moor, das die Naturlandstiftung im Lahn-Dill-Kreis betreut (von links): Der Vorsitzende Horst Ryba, Diplom-Biologe Klaus Schmidt, Kreisjagdberater Michael Brück und Hohenahrs Bürgermeister Armin Frink freuen sich, dass der ADFC mit seinem Kreisvorsitzenden Peter Fuess das Biotop bei Großaltenstädten zum Ziel einer offiziellen Radtour auserkoren hat.
Auf dem Rückweg: Natürlich können Besucher des Biotops den gleichen Weg zurückfahren, über den sie gekommen sind: Durchs Lemptal nach Ehringshausen also. Alternativ gibt es die Möglichkeit, unterhalb von Hohensolms und oberhalb von Blasbach bis nach Niedergirmes zu rollen und zum Ende der Tour in Wetzlar einzukehren.
Letzter Blick auf Hohensolms, bevor es in den Wald geht. Die Strecke hinab nach Blasbach verläuft über Forstwege, ist etwas ruppig, wegen des  vorherrschenden Gefälles aber äußerst angenehm zu fahren.
Blasbach wird um-, nicht durchfahren. Wir bleiben bis zum Simberg auf der Höhe, rollen erst dann (aber kräftig!) ins Tal.
Die Stadt kommt in Sicht: Zum Ende der Tour rollen wir auf Wetzlar zu, vorbei an der Grube Malapertus und den Simberg hinunter. Die Aussichten sind auch hier kolossal.
Das Dilltal. Vorne liegt Aßlar, ein Stück dahinter in Ehringshausen begann die Tour. 32 Kilometer stehen auf dem Tacho, wer vom Biotop aus den Hinweg auch zurückfährt, kommt auf gut 25.
Und wieder Wetzlar. Der letzte echte Ausblick dieser Fahrt ist kein schlechter. Bei einer Pause am Simberg lässt sich viel erblicken, von den großen Bauten in der Stadt über den Dom und den Kalsmunt bis nach Nauborn.
"Mittelhessische Metropole" wäre vermutlich zu viel des Lobes: Teil 4 der Radserie führt nach Gießen, in die größte Stadt der Region, in der sich zudem viele wichtige Einrichtungen und - das mag überraschen - auch einige schöne alte Ecken finden.
Auf nach Gießen: Dafür bietet sich der breite, aber stellenweise ruckelige Lahntalradweg an. Hier kurz hinter Naunheim.
Dieser Zwischenstopp muss sein: Der Radweg führt unmittelbar am Atzbacher Storchennest vorbei. Radler sollten aber unbedingt auf dem Weg bleiben und nicht v ersuchen, näher an die Tiere heranzukommen, um sie nicht zu stören.
Da sind sie, die berüchtigten Querrillen und Aufbrüche. Der Weg nach Gießen ist übersäht mit solchen kleinen Schikanen. Ein guter Sattel tut auf dieser Fahrt gute Dienste.
Heuchelheim ist ein Zwischenziel. Hier verlässt Tourenleiter Peter Fuess den Radweg und sucht eine kürzere, ruhigere Route nach Gießen.
Am Ende des Tunnels unter der B429 kommt Gießen in Sicht: Diese grüne, idyllische Ansicht der Universitättsstadt ist vielen Menschen wohl eher unbekannt.
Nach Gießen geht es am alten städtischen Schlachthof entlang. Er steht unter Denkmalschutz. Die Denkmalpflege schreibt: "Der durch seine charakteristische Silhouette auf große Entfernung wirkende Jugendstilbau liegt nur durch eine baumbestandene Straße vom Fluss getrennt. Hauptmerkmal des historisierenden, an romanischen Stilformen orientierten Baus ist der massive, quadratische, mit einer pyramidalen Haube versehene Uhrturm, um den die ineinander übergebenden, in der Höhe gestaffelten und mit differenzierten Dachaufbauten ausgestatteten Teilbauten gruppiert sind." Heute wird das Gelände zum Wohnen genutzt.
Walter Lenz vom ADFC Gießen zeigt auf der Tafel vor dem Bahnhof, wo sich in der Stadt interessante Ziele befinden. Auch um sich grundlegend zu informieren, ist der Bahnhofsplatz ein guter Start dieser Tour.
Der Gießener Bahnhof ist heute der zentrale Knotenpunkt im Öffentlichen Personennahverkehr in Mittelhessen. Der Vorplatz ist in den vorigen Jahren grundlegend saniert und umgebaut worden, auch im Gebäude hat sich einiges verändert. Das gesamte Ensemble stammt aus der wilhelminischen Zeit.
Zahlen zum Anfassen: Das Mathematikum in der Bahnhofstraße ist werktags von 9 bis 18 Uhr, an Wochenenden von 10 bis 19 Uhr geöffnet.
Der Eingang ins Liebig-Museum, wo der berühmte Chemiker einst arbeitete, ist auf der linken Seite des monumentalen Gebäudes. Liebig gilt als Begründer der Mineraldüngung, für die er durch seine Forschung die Grundlagen bereitstellte.  Das Museum ist täglich außer montags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.
In der Innenstadt gibt es noch ein paar schöne Straßenzüge. Im Tiefenweg ist Gießen tatsächlich am tiefsten, hier steht zudem mit der früheren Kupferschmiede eines der letzten vorgründerzeitlichen Gießener Handwerkshäuser.
Historisches Ensemble am Kirchenplatz: Im Leib'schen Haus (links) von 1350 und dem Wallenfels'schen Haus aus dem 18. Jahrhundert sind heute Teile des Oberhessischen Museums untergebracht.
Von der Gießener Stadtkirche St. Pankratius ist nur noch der markante Turm übrig. Die um 1500 erbaute, gotische Kirche wurde 1809 abgerissen und durch einen klassizistischen Neubau ersetzt, der dann dem Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges zum Opfer fiel - am Nikolaustag 1944. Zumindest der Turm überlebte den Krieg und kann heute bestiegen werden.
Altes Schloss am Brandplatz: Ebenfalls im Krieg zerstört wurde die Anlage in den Siebziger Jahren wieder aufgebaut. Der Neubau entspricht nach Angaben der Denkmalpflege außen annähernd dem Original, allerdings wurden die Innenräume, die Abteilungen des Oberhessischen Museums beherbergen, an moderne Erfordernisse angepasst.
Neues Schloss, nur wenige Meter entfernt und gut 200 Jahre jünger als das Alte Schloss. Es wird heute von der Liebig-Universität genutzt. Landgraf Philipp der Großmütige ließ das Neue Schloss um 1530 bauen.
Direkt neben dem Neuen Schloss - und gemeinsam mit diesem von der Uni genutzt - befindet sich das Zeughaus. Der monumentale, 85 mal 22 Meter große Steinbau stammt aus der Zeit um 1590. Nachdem er im Kriegsjahr 1944 ausgebrannt war, baute die Universität das Zeughaus wieder auf, wie beim Alten Schloss ist das Äußere weitgehend unverändert, die Aufteilung im Inneren aber neu.
Übrig geblieben: Zwei der mehr als 60 lebensgroßen Dinosauriermodelle, die im Jahr 2010 in ganz Gießen verteilt Besucher anlocken, haben einen festen Platz in der Senckenbergstraße gefunden.
600 Stifter aus der Bürgerschaft und die Stadt selbst finanzierten den Bau des Stadttheaters im Jahr 1907.  Es ist schräg gegenüber des Rathauses am Berliner Platz zu finden. Auch die Kongresshalle ist an diesem zentralen Platz der Stadt beheimatet.
Gießen modern: Mit einer Investitionssumme von mehr als 70 Millionen Euro war das neue Rathaus am Berliner Platz bei seiner Eröffnung im Jahr 2009 das seit vielen Jahren größe Bauprojekt der Stadt. Dort befinden sich auch kulturelle Einrichtungen, zum Beispiel ein Konzertsaal. Auch Ausstellungen finden regelmäßig statt.
Der Schwanenteich liegt im seit der Landesgartenschau umbenannten Stadtpark Wieseckaue. Eine neue Brücke führt über das um 1930 angelegte Gewässer, das seinerzeit einmal als Regattastrecke geplant war, dafür aber nie wirklich taugte, wie Walter Lenz erzählt.
Die alte Brücke über den Schwanenteich - im Volksmund Hochzeitsbrücke genannt - sollte im Zuge der Umgestaltung für die Landesgartenschau verschrottet werden, doch es erhob sich Protest. Zu viele Erinnerungen verbingen sich mit dem Brücklein, auf dem sich unzählige Hochzeitspaare hatten fotografieren lassen.
Wie Wetzlar entdeckt auch Gießen den Fluss neu: An der Lahn wird gebaut, die Menschen nutzen Biergärten, Lokale und Liegewiesen. Das Lahnfenster am oberen Wehr erlaubt zudem einen Blick in den Fluss.
Noch so eine "Folge" der Landesgartenschau: Auf dem Christian-Rübsamen-Weg gelangen Radler und Fußgänger im Norden der Stadt über die Lahn.
Eine Tour zum Butzbacher Hausberg beginnt natürlich in Sichtweite des Wetzlarer Hausberges: Zum Beginn der Tour fahren zu Füßen des Stoppelberges nach Reiskirchen.
Wegweiser zwischen Reiskirchen und Oberwetz: Im Übergang zwischen Hüttenberger Land und Schöffengrund bestehen viele Verbindungen.
Erste Rast über Oberwetz. Am Fuß des Köhlerberges lässt sich prima schauen und der Ausblick ist ein Rückblick: Kurze  Zeit später wird die Grenze in den Landkreis Gießen überquert. Das war nicht immer so. Oberkleen, das heute zu Langgöns gehört, war bis Ende Teil des Landkreises Wetzlar.
Auch der Langgönser Ortsteil Cleeberg war nicht immer Teil des Landkreises Gießen. Wie Oberkleen gehörte es bie Ende 1976 zum Landkreis Wetzlar.  Zu sehen ist die um das Jahr 915 erbaute Burg.
Spätestens in Cleeberg beginnt der sieben Kilometer lange Aufstieg zum Hausberg: Zunächst geht es dabei ganz zahm am Kleebach in Richtung Espa entlang. Erst hinter Espa wird die Route richtig bissig.
Kurz vor Hausen-Oes: Wir gewinnen an Höhe, der Schweiß rinnt und die Straße verengt sich. Zwei Radler passen bequem nebeneinander, aber das war es dann auch.
Die beiden Orte Hausen und Oes, heute als Hausen-Oes ein Stadtteil von Butzbach, sind als mittelalterliche Rodungsplätze entstanden. Unter Denkmalschutz steht auch dieses Kleinod in Oes, das die Radler kurz vor dem letzten Aufstieg zum Hausberg passieren. Vermutlich handelt es sich um eine alte Schmiede.
Am Ziel: Über 100 Stufen führen auf den 23 Meter hohen Hausbergturm, der von 2007 auf 2008 vom gleichnamigen Fördervereine errichtet wurde. 215 Festmeter Douglasienholz fanden Verwendung.
Von der Beobachtungsplattform ist bereits das Ziel der Reise zu erkennen: Butzbach.
Vom Hausbergturm ist bei gutem Wetter sogar das Wetzlarer Krakenhaus auszumachen, erzählt ADFC-Mitglied Heinz Bender. Dieses Glück hat aber nicht jeder Radler, der sich den Berg hinauf quält.
Der Hausberg und der nahegelegene Brülerberg haben eine lange Geschichte. Während auf dem Hausberg heute Feste gefeiert werden oder sich Wanderer sonnen, waren es um 450 vor Christus die Kelten, die hier Befestigungen wie Ringwälle bauten. Die Spuren der Ringwälle sind mit geschultem Auge auf dem Weg nach oben noch zu erkennen.
Die Abfahrt vom Hausberg hinab nach Butzbach verläuft ausschließlich im Wald. Er lichtet sich erst, als in der Kleeberger Straße bereits die ersten Wohnhäuser in Sicht kommen.
Nur wenige Reste der Butzbacher Stadtmauer sind erhalten, zum Beispiel dieses in der Amtsgasse. Mit dem Mauerrest ist auch das kleine verputzte Fachwerkwohnhaus denkmalgeschützt. Etwa 170 Häuser, die sich von innen an die Stadtmauer lehnten, soll es in Butzbach gegeben haben, erzählt Heinz Bender. "Schwibbogenhäuser" werden sie genannt.
Eins von zwei: Das Solmser Schloss wurde durch die Grafen von Solms-Lich errichtet, also durch Verwandschaft der Solms-Braunfelser. 1481 war Baubeginn, ab 1879 hatte das Amtsgericht hier seinen Sitz.
Schloss Nummer zwei: Das Landgrafenschloss entstand Ende des 14. Jahrhunderts und bestand ursprünglich nur aus zwei Flügeln. Der Westflügel, durch den das Schloss seinen u-förmigen Grundriss erhält, entstand nach Angaben der Denkmalpflege erst in den 1930er-Jahren, als das Schloss bereits seit Jahren als Kaserne genutzt wurde.
Das Landgrafenschloss stammt aus dem Ende des 14. Jahrhunderts, war später Kaserne und Sitz der US-Armee. Der Westflügel entstand erst 1935/36. Aus dieser Zeit stammt auch dieses Portal mit Reichsadler, der, wie Heinz Bender erzählt, damals ein Hakenkreuz trug.⋌
Lustgarten - wer das Wort hört, der stellt sich dieses Bild vor. Die parkähnliche Anlage grenzt direkt ans Landgrafenschloss.
Im Butzbacher Schloss residierten bis Anfang der 1990er-Jahre amerikanische Streitkräfte. Das Gelände war weitgehend abgesperrt und die Griedeler Straße direkt vor den Toren der Kaserne galt als Amüsiermeile.
Ein weiteres Stück Stadtmauer finden alle, die unsere Tour nachfahren, am Hexenplatz. Butzbach erhielt im 14. Jahrhundert Stadtrechte und sogleich wurde eine Mauer mit Türmen und Toren gebaut. Im Hexenturm (rechts) befand sich ein Verlies für Damen, die der Hexerei bezichtigt wurden.
Große Turmbauten wie den Hexenturm gab es vor allem an den Zugängen in die Stadt. Nach Angaben der Denkmalpflege sind noch einige erhalten - im Einzelnen: Ein Schalenturm an der Ecke Mauerstraße/Hirschgasse, der Hexenturm, die zwei Geschütztürme des landgräflichen Schlosses und schließlich der Turm im Solmser Schloss.
Früheres Gasthaus „Zum Goldenen Löwen“ am Butzbacher Marktplatz: Die Bildtafeln an der Brüstung fallen auf. Sie geben laut Denkmalpflege Auskunft über den Beruf des Erbauers - in diesem Fall ist in der Bildmitte ein Hufschmied bei der Arbeit zu sehen.⋌
Zwar ist der Marktbrunnen der zentrale Anlaufpunkt auf dem Platz in der Mitte von Butzbach, etwas fürs Auge gibt es aber auch an den Außenseiten: Zu sehen ist die Nordseite mit (von links) dem ehemaligen Gasthof zum Löwen, dem „Haus zum halben Dach“ und (mit Turm) dem historischen Rathaus, das heute wieder von der Stadtverwaltung genutzt wird.⋌
Start am Obertor: Hier verließ die Hohe Straße, eine wichtige Handelsverbindung, die Stadt Wetzlar und nahm Kurs auf Frankfurt. Direkt vor dem Obertor mit seinen beiden heute noch erhaltenen Zollhäuschen befand sich die südlichste Wetzlarer Vorstadt. Der Name der "Vorstadt vor der oberen Pforte" ist noch heute gebräuchlich. Sie hieß "Spilburg".
Wie groß die Vorstadt Spilburg war, ist nicht bekannt. Allerdings findet sich in alten Dokumenten aus dem Jahr 1567 die Angabe, dass kaiserliche Beamte bei einer Besichtigung der Stadt Wetzlar einen gepflasterten Platz und einen Ziehbrunnen fanden. Die Spilburg bestand vermutlich vom 13. bis 15. Jahrhundert als Vorstadt.
Von der Vorstadt Spilburg nach Hausen geht es durchs Herz der Altstadt - hier der Kornmarkt.
Hauser Mühle an der früheren Wetzlarer Stadtmauer: Hier stand auch das Hauser Tor, das aber nicht zur Vorstadt gehörte, sondern Teil der Wetzlarer Stadtmauer war.
Auf der historischen Fotografie steht sie noch: Die Ziegelpforte, ein Tor in der Mauer der Wetzlarer Vorstadt Hausen. Oda Peter, die Vorsitzende des Geschichtsvereins, und der ADFC-Kreisvorsitzende Peter Fuess vergleichen das Foto mit dem Ist-Zustand und finden so den Standort der 1935 abgerissenen Pforte: Etwa 20 Meter hinter der heutigen Ampel an der Kreuzung Brückenstraße/Hausertorstraße/Garbenheimer Straße. ⋌
Hier heißt der heutige Stadtbezirk so wie die frühere Vorstadt: Die Tour führt in die Neustadt.
Wo befanden sich die Wetzlarer Vorstädte? Reste der Befestigungsanlagen lassen das oft erkennen. Oda Peter und Peter Fuess stehen im heutigen Stadtbezirk Neustadt, der früheren Vorstadt Neustadt, am letzten sichtbaren Rest der Neustädter Stadtmauer.⋌
Hainstraße 16, das frühere Gemeindehaus der Neustädter Gemeinde. Durch sein schmuckes Fachwerk sticht das Haus aus der Bebauung heraus und ist einen Halt auf der Tour allemal wert. Heute ist der Bau aus der Zeit vor 1800 ein geschütztes Kulturdenkmal aus geschichtlichen und städtebaulichen Gründen.
Die Vorstadt Langgasse lag zwischen Wetzlar und der Neustadt an der Hohen Straße, der wichtigen Verbindung von Frankfurt nach Köln. Die Radabweiser an der Hospitalkirche zeugen vom regen Verkehr.
Blickfang in der Langgasse ist das Goldene Ross: Das um 1768 erbaute Gebäude brannte im Dezember 1970 komplett nieder und wurde nicht wieder aufgebaut. Wer sich jetzt wundert, dem sei erklärt: Das heutige Goldene Roß ist das frühere Rathaus der Gemeinde Bicken. Es sollte ursprünglich in den Hessenpark gebracht werden, doch das scheiterte. Also blieb es in Wetzlar, erzählt Oda Peter.
Langgasse, Blick in Richtung Neustadt: Wo sich heute die Autos stauen, führte im Mittelalter die Hohe Straße aus der Stadt hinaus. Ein Seitenarm der Dill floss dort, wo heute mehrerer Spuren des Karl-Kellner-Ringes die Stadt durchpflügen. 1937 bis 1939 wurde der Seitenarm der Dill, nun bereits zum Schleusenkanal ausgebaut, zugeschüttet.
Silhöfertorstraße mit Blick in Richtung Schillerplatz: Durch das Silhöfer Tor  führte die Straße in Richtung Solms. Weil die Solmser traditionell die Erbfeinde der Wetzlarer waren, war die Wetzlarer Stadtmauer an dieser Stelle besonders robust: Ein zweite, vorgelagerte Mauer und ein etwa 300 Meter langer Zwinger zwischen den beiden Mauern sollte die Solmser im Zaume halten.
Auch die westliche Vorstadt Silhofen verfügte über eine eigene Stadtmauer - das Stück an der Fassade der Krankenkasse DAK in der Schützenstraße ist zwar erst vor einigen Jahren neu aufgemauert worden, steht aber auf den Resten der ursprünglichen Befestigung.
Schützengarten zwischen Schützen- und Kalsmuntstraße: Die überwucherte Steinformation ist ein Rest eines Wachturms in der Silhofener Vorstadtmauer. Silhofen wurde nach 1375 aufgegeben und dann im 18. Jahrhundert wieder besiedelt.⋌
Drei Außentore befanden sich in der Silhofener Stadtmauer, eine davon war die Kalsmuntpforte in der heutigen Kalsmuntstraße.  Hier kam eine sehr alte, bedeutende Fernstraße nach Wetzlar - nämlich die Verbindung von Mainz über Usingen und durch den Schöffengrund. Laufdorfer Weg - diesen Straßennamen gibt es heute noch.
Raus in die Natur: Teil 2 der Serie "Heimat Erfahren" in diesem Jahr ist eine klassische Maitour mit wenig Steigungen, viel Wald und Wiesen und ausreichend Rastmöglichkeiten. Ach ja: und Schloss Braunfels natürlich - als Orientierungspunkt.
Start und Ziel: Die im 13. Jahrhundert erbaute alte Lahnbrücke in Wetzlar. Als Startpunkt ist die Brücke optimal, weil sie direkt am Lahntalradweg liegt, sehr bekannt ist und es in der Umgebung ausreichend Gastronomie gibt, wo nach Abschluss der Tour eingekehrt werden kann.
Auftakt in der Stadt, aber auch hier ist es bereits grün: Parallel zur Braunfelser Straße radeln wir in Richtung Burgsolms, biegen aber in den Magdalenenhäuser Weg ab.
Es bleibt grün: Der heutige Magdalenenhäuser Weg ist die frühere Hauptzufahrt zum Truppenübungsplatz. Die Panzerstraße ist breit, eben und bietet den wohl sanftesten Aufstieg zum Weinberg hinauf. Es ist die erste von nur zwei nennenswerten Steigungen dieser Tour.
Hofgut Magdalenenhausen, eine traditionelle Ausflugsgaststätte der Wetzlarer. Heute ist der Gastronomiebetrieb leider geschlossen.
Beim Blick zurück wird deutlich, dass wir bei der Fahrt über die Panzerstraße ordentlich an Höhe gewonnen haben, auch wenn sich das nicht so anfühlt. Hinten ist der Dünsberg zu sehen.
Und wieder grün: Vor allem der erste Teil der Tour fährt durch viel Wald. Daher ist die Rundfahrt nicht nur eine ideale Maitour, sondern auch ein prima Ausflug für heiße Sommertage. Das Foto entstand zwischen Steindorf, Albshausen, Oberndorf und Laufdorf.
Wer von Wetzlar nach Westen fährt, muss eigentlich damit rechnen: Nach etwa 75, Kilometern taucht linkerhand Schloss Braunfels auf.
Die alte Richtstätte auf dem Galgenberg zwischen Oberndorf und Albshausen ist nie für ihren Zweck, die Hinrichtung des Eisernen Heinrich, genutzt worden. Sie gilt daher als Jungfern-Galgen.
Mitten in Burgsolms: Nach einem kurzen Stück auf der unschönen Ortsdurchfahrt geht es rechts ums Eck. Der Radweg führt sehr idyllisch durch kleine Gassen und am Solmsbach entlang.
Wer Zeit hat, kann am Ortsausgang von Burgsolms das Heimat- und Industriemuseum besuchen. Es ist an seinem überdimensionierten Nagel an der Fassade leicht zu erkennen.
Die Verbindung von Burgsolms auf der Süd- nach Niederbiel auf der Nordseite der Lahn ist eher unschön. Denn der Weg führt nah an der B49 und an der Anschlussstelle Solms (Foto) vorbei. Radler sollten sich hinter der Lahnbrücke links halten, sonst geraten sie mitten in den Verkehr.
Interessanter Baum auf und über und neben dem Weg von Niederbiel zur Grillhütte Schäferburg.
Auch auf einer Fahrt ins Blaue ist man vor der Geschichte nicht sicher: Historischer Grenzstein - einer von vielen - oberhalb von Niederbiel.
Oberhalb von Niederbiel, kurz vor der Grillhütte Schäferburg, bietet sich ein Stopp an. Wir halten und geben den Augen Zeit, das vollgestopfte Panorama zu unseren Füßen vollends zu erfassen. Weil sich der Weg so weit oben befindet, wird sogar das nervige Lärmen der Bundesstraße an der Lahn zum erträglichen Säuseln.
Idyllisch gelegene Grillhütte mit Spielplatz: Kurz vor Oberbiel führt die Route an der Schlagkatz vorbei. Hier wurde bis 1921 Eisenerz gewonnen.
Auf dem Rückweg nach Wetzlar können Radler die Schleuse Altenberg anschauen - und zum Beispiel nebenan im Biergarten einkehren. Der Ausblick auf die Nahe Lahn ist wunderbar.
Heimat Erfahren, Teil 1 im Jahr 2018: Wir nutzen den Dilltalradweg und schauen uns Wetzlars Fast-Nachbarstadt Herborn an.
Der Fluss ist Startort und - zumindest am Anfang - stetiger Begleiter: Unterwegs auf dem Dilltalradweg zwischen Wetzlar und Klein-Altenstädten.
Nicht täuschen lassen: Die beidseitigen Radstreifen entlang der B277 in Aßlar sind keine Rad-, sondern Parkstreifen. Radler haben hier nichts verloren. Und das Auto im Bild steht tatsächlich zurecht dort.
Ehringshausen liegt grob auf halber Strecke zwischen Wetzlar und Herborn. Die Wegeführung hat sich hier allerdings sehr weit von der Dill entfernt.
Die Dillheimer Kirche zählt laut Denkmalpflege zu den größten im Altkreis Wetzlar. Erbaut wurde sie 1864 bis 1866 ducrh Kommunalbaumeister Meyer. Sie ersetzte einen baufälligen Vorgängerbau aus dem 13. Jahrhundert. Da wir auf unserer Tour nur vorbei fahren, hier die Beschreibung der Denkmalpflege aus dem Inneren: "Das Innere präsentiert sich als heller, weiter Raum mit Balkendecke und umlaufender, die Querhäuser ausfüllender Empore."
Idylle zwischen Dillheim und Katzenfurt.  Es radelt sich gemütlich am Gewässer, bei dem es sich aber nicht um die Dill, sondern nur den Mühlgraben handelt.
Kurz vor Fleisbach wartet auf der offiziellen Wegeführung die einzige starke Steigung der Strecke. E-Biker schalten die Unterstützung eine Stufe höher, alle anderen keuchen.
Wieder Wasser, wieder nicht die Dill: Das Wasserkraftwerk an der Wilhelmswalze südlich von Sinn wird über einen eigenen Kanal versorgt.
In Sinn trennen sich Autofahrer und Radler auf dem Weg nach Herborn: Die Autos fahren linkerhand über die Gleise, die Radler rechterhand daneben her.
Einfahrt in Herborn: Dieses Gewässer ist allerdings wirklich die Dill.
Seit 1980 ist die Herborner Innenstadt eine große Fußgängerzone. Kurz vor dem Ziel, der Hohen Schule, steigen auch wir aus dem Sattel und schieben.
Historisches Rathaus der Stadt Herborn, eigentlich aber sogar "neues" Rathaus: Der schmucke Bau am Marktplatz stammt aus dem Jahr 1589. Das seitherige Rathaus war dem nassauischen Grafen Johann VI. ein Jahr zuvor zur Errichtung der Hohen Schule überlassen worden.
Bei einem Rundgang durch die Altstadt erklärt Stadtführerin Dorothea Wolff unter anderem, was genau ein Kerbholz ist. Ein zweigeteiltes Stück Holz nämlich, auf dem Kerben die Trinkschulden eines Kunden zeigen. Wirt und Kunde erhalten je eine Hälfte, so kann jeder von beiden jederzeit die Höhe der Schulden kontrollieren, also sehen, was der Kunde "auf dem Kerbholz" hat.
Das Bürgerdenkmal am Marktplatz stellt drei bekannte Persönlichkeiten der Stadtgeschichte dar:  Albert Schumann, Johann Heinrich Hoffmann und Ferdinand Nicodemus hießen die drei den Statuen zugrunde liegenden Herborner, die sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. um die Bärenstadt verdient gemacht haben.
Fachwerk, Fachwerk, Fachwerk: Das Auge wird beim Gang durch die Altstadt nicht müde und entdeckt immer wieder neues, wie diese Schreckfigur. 
Das älteste Wohnhaus der Innenstadt stammt aus dem Jahr 1445.
"Hochzeitshaus" aus dem frühen 18. Jahrhundert. Die Stadtführerin erzählt, dass hier zum Beispiel Gäste großer Hochzeitsfeiern nächtigen konnten.
Zurück nach Wetzlar fahren wir einen anderen Weg. Der ist deutlich kürzer, weil er vielfach der Bundesstraße folgt, wie hier am südlichen Ortsausgang von Sinn, sehr idyllisch rollt es sich neben dem Verkehr aber nicht.
Das ist ein großer Nachteil von vielen straßenbegleitenden Radwegen: Die Radler werden irgendwo an den Rand der Straße gedrängt, in diesem Fall am südlichen Ende von Edingen auf einen schmalen kombinierten Fuß- und Radweg und neben eine Stützmauer.
Start am Morgen in Sichtweite des Doms: Der Startschuss für diese Tour, den Abschluss der Reihe "Heimat Erfahren" im Jahr 2017, fällt in der Wetzlarer Altstadt, genauer gesagt...
...am Lottehaus, dem Geburtshaus von Charlotte Buff, mit der Johann Wolfgang Goethe während seines Aufenthalts in Wetzlar 1772 eine freundschaftliche Beziehung verband.
Nomen est omen: Der direkte Weg aus Wetzlar nach Frankfurt führt eben nicht gemütlich an der Lahn über Gießen, sondern in Richtung Süden, an den Ausläufern des Stoppelbergs entlang und über Hüttenberg und Langgöns nach Butzbach - groß wie die ehemalige Bundesstraße 277. Daher läuft die Route ausgangs der Altstadt, wenn auch nur kurz, durch die Frankfurter Straße. Hinten der Sitz der Industrie- und Handelskammer.
Auch in Volpertshausen steht ein Goethehaus, das ist knapp fünf Kilometer nach dem Start aber lediglich ein Etappenort und der Platz, um den Sitz des Radhelms zu kontrollieren: Unser Ziel ist das wahre Goethehaus in Frankfurt, also der Ort, an dem der Dichter geboren wurde. In Volpertshausen nahm er während seiner Zeit in Wetzlar im Jahr 1772 lediglich an einer Tanzveranstaltung teil und traf dort seine "Angebete", Charlotte Buff.
Fix radeln wir durch Lang-Göns. Und bewundern kurz das markante Fachwerk und die Tatsache, dass es zum Beginn der Tour schnell vorwärts geht und Butzbach nur noch sieben Kilometer entfernt liegt.
Altes Rathaus in Nieder-Weisel, einem Stadtteil von Butzbach. Die Tour führt durch viele alte Ortskerne und passiert daher viele markante Gebäude.
Die Wetterau, wie man sie sich vorstellt: Große Weiten, fruchtbare Felder und am Horizont ein Höhenzug. Zwischen Butzbach und Bad Nauheim geht es überwiegend über gut ausgebaute Wirtschaftswege. Die Route ist hier überraschend flach, die Anstiege zahm.
Der einzige harte Anstieg auf unserer Route durch die Wetterau: Von Nieder-Mörlen nach Bad Nauheim will ein Höhenzug bezwungen werden. Der Blick fällt zurück in den Taunus, auf der anderen Seite liegt die Kurstadt im Tal.
Bad Nauheim im Vorbeifahren: Die Kurstadt hat über 30000 Einwohner und ist der Standort vieler Kliniken. Seine Solequellen machen sie zudem bekannt. Markant ist im Mittelpunkt des Fotos die 1906 eingeweihte Dankeskirche zu sehen.
Goethestraße 14 in Bad Nauheim:  Hier lebte vom 3. Februar 1959 bis zum 2. März 1960 Elvis Presley. Grund war der Militärdienst, den der "King" im nahen Friedberg ableistete.
Gradierwerke dienen der Salzgewinnung - wobei die massiven Holzbauten am Rande der Kurstadt Bad Nauheim heute auch eine touristische Bedeutung haben und sich als Rastplatz für Radfahrer anbieten.
Hinter Friedberg müssen hin und wieder auch stark befahrene Straßen gekreuzt werden. Ganz so lang, wie das Schild glauben machen will, mussten wir auf unserer Tour aber nicht warten.
Auf einer Anhöhe zwischen Nieder-Erlenbach und Niedereschbach zeichnet sich die Skyline von Frankfurt erstmals komplett am Horizont ab. Radler sollten nicht verzagen: Auch wenn es weiter aussieht, sind es von hier aus tatsächlich doch nur noch 16 Kilometer bis ins Herz der Metropole.
Der Nidda-Radweg folgt dem Fluss von seiner Quelle im Vogelsberg bis zu seiner Mündung in den Main bei Höchst. Das sind knapp 100 Kilometer. Die Radtour folgt dem Fluss für wenige Kilometer zwischen Bonames und Eschenheim.
Definitiv Frankfurt: Wir kommen am Eschenheimer Turm in der City an. Nurt weniger Meter dahinter befindet sich bereits die belebte Hauptwache.
Goethes Geburtstag im Großen Hirschgraben ist heute ein Museum - und ein muss für alle Anhänger des berühmten Dichters. Geöffnet ist täglich ab 10 Uhr.
Als der kleine Johann Wolfgang aufwuchs, war sein Elternhaus vermutlich eines der stattlicheren Gebäude in der Umgebung. Heute wird es von den Bankentürmen überragt.
Goetheplatz: Dass das Standbild noch heute auf die Umgebung schaut, verdankt es einem Fan, der den Kopf der Goethe-Figur im Zweiten Weltkrieg vergrub und damit bewahrte. Der Platz ist von Cafés und Lokalen gesäumt und bietet sich zum Sitzen und Schauen geradezu an.
Die weitere Route ist relativ frei wählbar: Wir müssen auf die andere Seite des Mains nach Sachsenhausen. Genug Brücken gibt es, wir wählen die Fahrt über den Roßmarkt und am Dom vorbei über die "Alte Brücke" der Bundesstraße 43.
Auf der Maininsel direkt an der Alten Brückte steht heute die Ausstellungshalle "Portikus" für zeitgenössische Kunst.
Wir haben Sachsenhausen erreicht: Der Nachfolgebau des im Jahr 2013 abgerissenen Henninger Turms sieht seinem Vorgänger zum Verwechseln ähnlich und dient als ähnliche gute Orientierungsmarke.
Nördlich des Mains fährt es sich sehr angenehm und stressfrei durch Frankfurt - dank breiter Wege und einer hervorragenden Beschilderung. Südlich in Sachsenhausen müssen wir, was zum Teil an unserem Ziel liegen mag, durch den Feierabendverkehr.
Kleinod in Sachsenhausen: Im Willemer Häuschen feierte Goethe 1814 mit der Familie von Willemer den Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig – und fand Gefallen an der Ehefrau des Gastgebers, Marianne. Das klassizistische Gartenhaus wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, anschließend rekonstruiert. Heute befindet sich darin eine Goethe-Gedenkstätte. Geöffnet ist noch bis Mitte Oktober sonntags von 11 bis 16 Uhr.⋌
Der 1932 errichtete Goetheturm ist einer der höchsten hölzernen Aussichtstürme in Deutschland. 196 Stufen führen nach oben. Die Aussicht ist es wert.
Am Fuße des Turmes gibt es natürlich auch eine Gaststätte zur Einkehr, in der typisch hessische Gerichte wie Handkäs' angeboten werden. Die Tagesgerichte werden - wie soll es anders sein - auf einer Tafel angeschrieben, die die Form eines Goethekopfes hat.
Die Aussucht ist ein Gedicht:  Blick auf Frankfurt vom Goetheturm aus.
Im Osten liegen Offenbar und Hanau: Leider ist die Aussicht vom Turm durch Netze eingeschränkt, was das Vergnügen aber nur leicht schmälert.
Teil 9 der Serie "Heimat Erfahren" bewegt sich auf geschichtlich und gesellschaftliche spannendem Terrain: Wir besuchen vier ganz besondere evangelische Kirchen in Wetzlar, die alle mit mindestens einer Besonderheit aufwarten.
Das besondere an "seiner" Kirche ist für Pfarrer Christian Silbernagel, dass sie von den Menschen selbst gestaltet und ausgestattet worden ist. Das stärke die Verbindung zwischen den Gläubigen und dem Gotteshaus, sagt der evangelische Pfarrer. Ein Beispiel findet sich direkt vor dem Einang der Kirche: Diesen Stein hat der Steinmetz Olaf Schulz 2010 aus eigenem Antrieb entworfen, ausgeführt und vor der Gnadenkirche aufgestellt.
An der Kanzel findet sich die Symbolik der vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.  Hergestellt wurde sie von Karl Becker, den der erste Büblingshäuser Pfarrer Johannes Brückmann bei seiner Tätigkeit als Gefängnisseelsorger im damaligen Zuchthaus in Butzbach kennen gelernt hatte.
Nein nein, unter den Teppich gekehrt wird in der Gnadenkirche nichts. Doch der Altarteppich, der seit 1958 in der Kirche liegt, trägt auf seiner Unterseite durchaus eine Überraschung – die Namen seiner Ersteller. Der Frauenarbeitskreis der Gemeinde knüpfte das Stück aus Wolle, die Mitglieder eines englischen Chores bei einem Besuch im Sommer 1956 mit nach Deutschland gebracht hatten.⋌
Am 11. September 1954 wurde der Grundstein gelegt, ein gutes Jahre später, am 2. Oktober 1955, erlebte die Gnadenkirche in Büblingshausen ihre Weihe.  Am 22 Meter hohen Turm prangt das markanteste Merkmal des Bauwerks: Die Uhr mit den Worten "Zeit ist Gnade" auf dem Zifferblatt.
Von Büblingshausen aus rollen wir in die Innenstadt und steuern die Untere Stadtkirche an, die sich im Chor der früheren Franziskanerkirche befindet. Eine Episode in ihrer wechselvollen Geschichte ist die Ankunft von wallonischen Glaubensflüchtlingen, die hier Gottesdienst feiern durften - aber nur in französischer Sprache. Wie passend fällt uns kurz vor der Ankunft an der Kirche auf den Balken eines alten Fachwerkhauses diese Inschrift auf Französisch auf.
Der Innenraum ist schlicht, aber stimmig gestaltet. Ein Teil der "Ausstattung" der Unteren Stadtkirche  sind die insgesamt zehn barocken Epitaphien, also Gedenktafeln, die an besondere Bürger der Stadt erinnern. Sie bestehen großteils aus schwarzem Lahnmarmor.
Bis zu einer Sanierung vor über 30 Jahren gab es eine zweite Empore, außerdem war der Kirchenraum dunkler gestaltet, wirkte dicht und eng, berichtet Joachim Eichhorn, Vorsitzende der Fördervereins der Unteren Stadtkirche (im hellen Hemd), hier im Gespräch mit dem Wetzlarer Radverkehrsbeauftragten Peter Fuess.
Vielseitiges Instrument: Detailaufnahme der Orgel aus der Werktstatt Ahrend in Leer. Sie wurde 1990 eingeweiht und hat seither - versichert Joachim Eichhorn - noch nicht einen Wartungstrupp gesehen.
Joachim Eichhorn, Vorsitzender des Fördervereins Untere Stadtkirche, spielt sie gerne. "Eine der klangschönsten Orgeln der Stadt", sagt der langjährige Kantor über das Exemplar in "seinem" Gotteshaus am Schillerplatz.
Nächster Halt: Hermannstein. Die Paulskirche, ehemals Sankt Paulus, stammt laut Inschrift aus den Jahren 1491/92, wobei der Turm erst einige Jahre später gebaut wurde. Wie die Burg, so ist auch die Kirche vom Adelsgeschlecht von Schenck zu Schweinsberg erbaut worden.
Von Bäumen gesäumt: Die Paulskirche liegt mit dem Pfarrhaus nebenan direkt an der Dill in einer parkähnlichen Anlage.
Paulskirche in Hermannstein: Hausmeister Friedrich Weimer war bei der letzten großen Sanierung in den 19060er-Jahren dabei, half mit, die Fresken an der Decke freizulegen und war dabei, als die Kanzel von mehreren Schichten dicker grüner Farbe befreit wurde. ⋌
Das Kruzifix im Bogen zwischen Chor und Langhaus ist alt. Wie alt? Hausmeister Friedrich Weimer schmunzelt und sagt: "Unbestimmt. Vielleicht sogar älter als die Kirche."
Das Bullauge im Chor wurde dort nachträglich eingebaut - als die Orgel im Chor aufgestellt wurde und der Pfarrer nicht mehr genug Licht hatte, um aus der Bibel zu lesen. Das runde Fenster ist nicht wirklich symmetrisch angebracht und passt auch nicht zum Rest der Kirche, erfüllt aber seinen Zweck und bleibt der Gemeinde im Langhaus verborgen.
Gedenktafeln innen und an den Außenwändern zeugen von einer wechselvollen Geschichte, unter anderem erinnern sie an verstorbene Pfarrer. Eine besondere Steinplatte erinnert an den Pfarrer Josef Framps, der im 16. Jahrhundert trotz aller Warnungen Pestkranken half und selbst daran erkrankte. Er bezahlte den Einsatz mit dem Leben - so wie seine sechs Töchter.
Im Gegensatz zu vielen anderen protestantischen Kirchen der Region ist die Hospitalkirche nie katholisch gewesen: Sie wurde im 18.  Jahrhundert als protestantisches Gotteshaus an der Stelle erbaut, an der sich zuvor seit dem 13. Jahrhundert das Hospital befunden hatte - kein Krankenhaus im heutigen Sinne, sondern eher ein Heim für alle, denen nicht mehr zu helfen war, wie der heutige Pfarrer Siegfried Meier erläutert. Am 12. Juni 1764, dem dritten Pfingstfeiertag, wurde die heutige Hospitalkirche geweiht.
Die barocke Hospitalkirche hat gleich mehrere Eingänge - einer von ihnen war speziell für Mitglieder der höheren Gesellschaftsschichten gedacht. Pfarrer Siegfried Meier öffnet den Eingang in Richtung Haarplatz mit einem standesgemäß großen Schlüssel.
Barock an der Wende zum Rokoko: Die Hospitalkirche hebt sich von anderen Wetzlarer Gotteshäusern durch ihren hohen, hallenartigen Charakter ab, der fast schon an ein Theater mit seinem Oberrang erinnert. Der Kanzelaltat ist Dreh- und Angelpunkt für das Geschehen und für das Auge des Besuchers. Der Kirchenbau an der Alten Lahnbrücke gilt als ein typischer Vertreter einer evangelischen Predigtkirche, in der die Verkündigung des Wortes im Zentrum steht.
Pfarrer Siegfried Meier blättert in der Altarbibel von 1764, die vor einigen Jahren restauriert wurde, eigentlich wieder weggeschlossen werden sollte, nun aber für Jedermann zur Ansicht im hinteren Teil der Hospitalkirche liegt und dort regelmäßig staunende und interessierte Besucher hat.
Zu gerne würde Pfarrer Meier die Holzplatte oberhalb der Taube in der Kirchendecke entfernen, denn er glaubt, dass dann Sonnenlicht durch die dortige Öffnung  fallen und die Taube erstrahlen lassen würde. Der Vogel mit einer Spannweite von 1,50 Meter hängt im Zentrum der Bauwerks - und das nicht von ungefähr: Immerhin ist die Hospitalkirche dem Heiligen Geist geweiht  und der wird in der Bibel oft von einer Taube verkörpert wird..
Eine hölzerne Wendeltreppe hinter dem Kanzelaltar führt  den Pfarrer zur Kanzel, die Treppen daneben erschließen die Empore und die Logen. Die Wendeltreppe stammt nicht aus der Bauzeit der Kirche, sie wurde später ergänzt.
Weil sie den Bau der Hospitalkirche mit Zuwendungen ermöglichten, erhielten Honoratioren vor allem aus dem Umfeld des Reichskammergerichts besondere Plätze seitlich des Altars in der Hospitalkirche. Durch einen separaten Eingang hinter der Kanzel gelangten sie – unbehelligt vom normalen Volk – zu diesen Logen, von denen sie hinunter schauen konnten. Und verfolgten die Predigt auf Augenhöhe mit dem Pfarrer. ⋌
Guter Ausblick: Von ihrem Platz in einer der Logen hatten die gutsituierten Protestanten der Stadt einen exklusiven Blick auf Kanzel und Altar, waren bei der Predigt etwa auf gleicher Höhe wie der Pfarrer und im Vergleich zu den einfachen Gläubigen unten im Kirchenraum dem Himmel ein Stück näher. Zumindest während des Gottesdienstes.
Teil 8 der Serie "Heimat Erfahren" im Jahr 2017 beginnt in Stockhausen, wo die frühere Ulmtalbahn von der Lahntalbahn abzweigte. In Biskirchen wird der namensgebende Ulmbach erreicht. Der Wegweiser am Beginn des von Manfred Köhnlein privat angelegten Radweges, der "Via Manni" belegt, wie viele Ziele von hier aus zu erreichen sind.
Der Radweg durchs Ulmbachtal verläuft auf der Trasse der früheren Eisenbahn. Daher sind die Steigungen äußerst moderat, viel mehr als drei Prozent muss kein Radler fürchten. Die von 1919 bis 1924 erbaute Ulmtalbahn war zwischen Stockhausen und Beilstein etwa 15 Kilometer lang. Auf dieser Distanz stieg die Bahn von 140 Metern Höhe bei Stockhausen auf 386 Meter bei Beilstein an.
Erinnerung an früher: Oberhalb des Dorfes ist an der Stelle des ehemaligen Haltepunkts Ulm eine Wartehalle wieder aufgebaut worden. Bänke und Fahrradständer als Edelstahl sind hier für die heutigen Nutzer der Trasse - die Radler - ebenfalls ein willkommener Punkt zum Halten.
Bis zur Einstellung des Personenverkehrs im Ulmtal im Jahr 1976 genossen Zugreisende auf der Fahrt in Richtung Beilstein diesen Blick ins Land.  Wir befinden uns zwischen Allendorf und Ulm.
Berühmter Sohn: Ein junges Denkmal am ehemaligen Haltepunkt und heutigen Rastplatz Ulm  erinnert an den Regisseur Erwin Piscator, der im Dorf geboren wurde.
Blick auf Ulm vom Streckenrand. Rund 700 Menschen leben auf etwa 215 Metern Höhe.
An solchen Stellen wird besonders deutlich, wo wir unterwegs sind: Die gemauerte Brücke über den Radweg, die frühere Bahntrasse, dürfte noch auf der Bauzeit der Eisenbahn stammen. Der Bau der Bahnstrecke von Stockhausen nach Beilstein soll etwa 3,65 Millionen Mark gekostet haben.  
Kurz vor dem Ende: Der Hektometerstein markiert Kilometer 13,8 der Bahnstrecke, deren Kilometrierung in Stockhausen begann. Der Bahnhof Beilstein als Endpunkt der Strecke wäre bei Kilometer 15,1 zu finden.
Der Ulmtalradweg geht hinter Beilstein noch weiter und leitet die Radler bis nach Arborn, wo der Hessische Radfernweg 8 erreicht wird. Die Beschilderung ist überwiegend gut.
Oberhalb von Beilstein befindet sich einer der vielen Rastplätze am Ulmtalradweg - mit besonderer Einrichtung: Ein Tretbecken macht die müden Radler-Beine wieder munter.
Kurz hinter Odersberg: Wir haben den Ulmtalradweg verlassen, sind auf dem Weg über Arborn nach Mengerskirchen und genießen den Ausblick nach Süden mit dem Feldberg (ganz rechts) am fernen Horizont.
In der alten Schule findet sich heute das Heimatmuseum von Arborn. Die Denkmalpflege schreibt: "1717 errichteter zweigeschossiger Fachwerkbau, Satteldach mit mittigem quadratischem Dachreiter, der von einem Pyramidenhelm bekrönt wird. Der Bau liegt etwas zurückgesetzt und begrenzt so zusammen mit dem Backhaus eine kleine platzartige Aufweitung des Straßenraums."
Blick zurück: Arborn liegt etwa 400 Meter hoch im Westerwald, der "Knoten" mit 605 Metern Höhe ist eine der höchsten Erhebungen in diesem Teil des Mittelgebirges,
Besonderer Platz: Der "Dicke Baam", eine rund 500 Jahre alte Linde, steht auf der Höhe zwischen Arborn und Mengerskirchen. Hier oben sind auch die Reste der früheren Heiligkreuzkirche zu finden, die Reste des Gotteshauses befinden sich heute auf Arborner Grund und Boden, der Baum hingegen gehört schon nach Mengerskirchen, wie einem Bericht im Jahrbuch des Dillkreises von 1965/66 zu entnehmen ist. Beide Ziele sind von der Radstrecke aus gut beschildert.
Oberhalb von Arborn wechseln wir vom einen in das andere Tal und vom einen auf den anderen Bahnradweg. Ab hier begleitet uns die schwarze Lok auf weißem Grund - Erkennungszeichen des Kerkerbachtalradwegs. Auch die Kerkerbachbahn zweigte von der Lahntalbahn ab - daher wird der Bahnhof Kerkerbach, wo dieser Abzweig lag, am oberen Ende des Weges als Ziel angegeben.
Erster Halt: Mengerskirchen, hier das Schloss, heute Rathaus. In Mengerskirchen endete die Kerkerbachbahn, nach 35 Kilometern Strecke vom Start, dem Bahnhof Kerkerbach aus. Die schmalspurige Bahn folgte dem Bach sehr dicht und vollführte viele Schleifen und Kurven auf ihrem Weg hinauf.
Von Mengerskirchen nach Fussingen folgen wir dem Kerkerbachtalbahnradweg absichtlich nicht - die Führung ist nicht besonders schön und recht umständlich. Stattdessen geht es weitgehend flach und abseits des Verkehrs durch den Wald.
In Fussingen betrachten die Radler, wie es weiter geht. Die Route ist bestens beschildert. Für kurze Zeit verlaufen der Bahnradweg und der Radfernweg 8 auf einer Trasse.
Auf dem Weg von Hintermeilingen hinab nach Heckholzhausen: Im Wald ist einer der Gründe zu sehen, warum Strecken wie die am Ulmbach und die am Kerkerbach gebaut wurden - der vielen Bodenschätze wegen, wie hier an der Grube Maria, wo Ton abgebaut wurde.
Sichtbarste Erinnerung an die Kerkerbachbahn ist diese Lok an der Hauptstraße in Heckholzhausen,  die aber nie hier unterwegs war, sondern bloßer Werbeträger ist und eigentlich in Düsseldorf im Einsatz war. Die Lokomotive ist eine Dauerleihgabe des Unternehmers Rudi Schäfer.
Südlich von Heckholzhausen kommt die Lahn näher und der Radweg wird enger, verläuft dichter am Kerkerbach und fährt sich außerordentlich idyllisch.
Immer wieder erinnern alte Mauerreste oder Stolleneingänge daran, wie viele Bodenschätze hier einst aus dem Boden geholt wurden.  Die nördlich von Eschenau gelegene Grube Eisensegen, besser, das Grubenfeld, wurde 1940 aufgegeben.
"Durch diese hohle Gasse muss er kommen", lässt Schiller in seinem Drama "Wilhelm Tell" den Protagonisten sagen. Und so ergeht es kurz vor der Hofener Mühle auch den Teilnehmern dieser Tour. Hier müssen sie durch - doch diese Fahrt endet nicht wie in der Geschichte von Wilhelm Tell tödlich sondern vergnüglich.
Gernot Dorn erklärt auf "seinem" Kulturdenkmal, der Hofener Mühle direkt am Kerkerbach, wie lange hier Korn gemahlen und seit wann mit der Kraft des Wassers Energie gewonnen wird.
Im Hof der Mühle gibt es Kaffee, Kuchen und kleine Speisen - kurz vor dem Ende der Tour ist das genau der richtige Zeitpunkt für eine Einkehr. Geöffnet ist an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen ab 13 Uhr und sonst immer dann, wenn das Schild "Café geöffnet" zu sehen ist. Das gesamte Anwesen steht heute unter Denkmalschutz.
Und wieder die Lahn: So wie beim Start der Tour der Ulmbach in die Lahn floss, so tut dies einige Kilometer flussabwärts beim Ort Steeden der Kerkerbach. Wir sind also von der Lahn zur Lahn gefahren, aber eben nicht auf dem direktesten Weg.  Zurück geht es aus Gründen der Bequemlichkeit zum Beispiel mit der Eisenbahn, die im Lahntal noch fährt.
Schöner Sinnsprich im Holz- und Technikmuseum, der auf die Bedeutung des Rohstoffs Holz für unser Leben hinweist.
Das dient mehr der Bequemlichkeit und weniger dem Motto der Tour: Zum Einstieg empfiehlt sich der Bahnhof in Lollar, weil das erste Etappenziel der Reise von hier aus leicht zu erreichen ist.
Nur gut zweieinhalb Kilometer sind es von Lollar bis zum Holz- und Technikmuseum in Wißmar. Auf der weitgehend ebenen und sehr idyllischen Tour können sich die Radler ganz langsam einrollen.
Traurig - das gilt für das einsame kleine Schild an sich und für den Anlass, den es beschreibt: 1981 endete der Zugverkehr im Lumdatal. Die Züge auf dieser Nebenstrecke bogen am Bahnhof Lollar auf die Hauptstrecke in Richtung Gießen ein. Aktuell ist im Landkreis die Reaktivierung dieser Nebenstrecke im Gespräch.
Auftakt der Tour hinter Lollar: Der Weg ist sehr gut ausgeschildert, gut asphaltiert und eben. Und - das passt dann wieder zum Thema dieser Tour - links und rechts steht Holz in seiner schönsten Form.
Der Radler freut sich, der Eisenbahner weint: Über die Lahnbrücke der ehemaligen Bahnstrecken Lollar - Wetzlar am Wißmarer See verläuft heute der Lahntalradweg. Auch der Autor dieses Artikels darf sich freuen, denn die Räder rollen - wie soll es anders sein - über Holzbohlen.
Erster Stopp: Das Holz- und Technikmuseum in Wißmar besteht seit Pfingsten 2004. Im vorigen Jahr wurden über 11000 Besucher bezählt.
Was ist Kork? Und wofür braucht die Korkeiche diesen "Mantel"?  Dietrich Schulze Horn erklärt Besuchern bei einer Führung durchs Museum die ganze Holzgeschichte - vom Setzling bis zum fertigen Balken quasi.
Die Zwei-Mann-Säge ist nur eines der aus heutiger Sich kuriosen Ausstellungsstücke im Museum.
Die voll funktionsfähige Dampfmaschine wird bei besonderen Anlässen wie dem Dampf- und Gattertag angeworfen. Mehrere Stunden dauert es, mit einem Holzfeuer genug Dampf für den Betrieb zu erzeugen.
Das Museum verfügt über fünf separate Ausstellungsbereiche. In der Werkstatt stehen Hobel und Drechselmaschine, außerdem können die Besucher verschiedene Holzarten anschauen und vergleichen.
Auf dem Weg nach Heuchelheim: Wir folgen dem Lahntalradweg bis nach Gießen und biegen dort rechts ab. Die Strecke ist anfangs sehr ruhig und flach, später nur noch flach. In Gießen wird der Verkehr stärker - und die vielen Ampeln in der Rodheimer Straße bremsen die Fahrradtour doch sehr.
Sieht aus wie ein völlig durchschnittliches Haus, ist es aber nicht: Das Drehhaus in Heuchelheim - der Name sagt es - dreht sich im Tagesverlauf mit der Sonne.
"Sie haben den ganzen Tag über optimale Beleuchtung. Dadurch geht es ihnen einfach besser." Christopher Rinn (rechts) erläutert Tourenleiter Peter Fuess die Vorzüge des mittlerweile zweiten Drehhauses in Heuchelheim.
Und das ist die Mutter aller mittlerweile drei Drehhäuser in Deutschland: Das Drehhaus der ersten Generation steht als Modell im Holz- und Technikmuseum in Wißmar und in Realität im Süden Heuchelheims.
Das also ist der sprichwörtliche Holzweg: Im Wald zwischen der Eisenbahn und Kleinlinden stehen die Radler plötzlich vor hölzernen Stufen. Der Weg hinauf ist nur für sehr geübte Mountainbiker machbar, alle anderen schieben  oder bleiben direkt auf der Hauptstraße in Richtung Großen Linden, in die der Waldweg nach einiger Zeit auch wieder mündet.
Mittelhessisches Panorama mit den beiden wichtigsten Bergen im Blick: Oberhalb von Leihgestern blicken wir auf Gießen (im Tal), den Dünsberg (rechts) und den Stoppelberg (links). Sogar Dorlar und der Leitzpark sind von hier zu sehen.
Zwischenstopp am Limes: Zwischen  Leihgestern und Grüningen ist ein Stück des  Limes rekonstruiert, jenes Schutzwalles, mit dem die Römer ihre Grenze zu Germanien sicherten. Auch ein Wachturm ist zu sehen. Im Jahr 1967 wurden Zaun, Wall und Turm angelegt.
Das letzte Ziel der Tour kommt in Sicht: In Grüningen erwarten die Teilnehmer der Tour ganz besondere Fahrräder.
Und da stehen sie: In seinem Laden zeigt Schreiner Martin Schlimbach Fahrräder aus Holz. Womit wir das passende Gefährt für diese Tour gefunden haben dürften.  
Am Wetzbach gelegen, entpuppt sich die Schladming-Anlage als verborgenes Kleinod vor der Stadtmauer. Es war im Mittelalter nicht unüblich, ein Stück vor der eigentlichen Stadtmauer (rechts) eine weitere, kleinere Mauer zu errichten, so auch hier. In diesem Zwinger zwischen den Mauern findet sich wenig später der erste Stopp unserer Tour, der jüdische Friedhof.
Der alte jüdische Friedhof ist üblicherweise verschlossen. Wer ihn besuchen will, kann bei der Tourist-Information am Domplatz nach dem Schlüssel fragen.
Auf dem jüdischen Friedhof: Hier wurden vom 17. Jahrhundert an die Mitglieder der Jüdischen Gemeinde beigesetzt - bis zur Eröffnung des neuen Friedhofs 1881/1882. Das Foto zeigt die jüngsten Gräber, die letzte Beerdigung fand 1900 statt. Der schwarze Grabstein zeugt davon.
Blick vom Friedhof in Richtung Altstadt zum Steighausplatz. Im Vordergrund ist die Stadtmauer zu sehen, besser gesagt, das, was von ihr übrig blieb. Die Karte der Tourist-Information weist vier größere, zusammenhängende Teile der Mauer aus, die noch erhalten sind.
Von den einst etwa 300 Grabsteinen auf dem jüdischen Friedhof sind heute nur noch etwa 20 zu sehen. Ursprünglich waren sie alle ausschließlich hebräisch beschriftet.
Der jüdische Friedhof darf nach Ausleihe des Schlüssels zwar von jedermann betreten werden, nicht aber an jüdischen Feiertagen. Der Schlüsselanhänger listet diese Tage auf.
Blick zurück: Vom jüdischen Friedhof machen wir uns wieder auf den Weg - in Richtung Alte Lahnbrücke. Dort gab es eins der ehemals fünf Tore in der Stadtmauer, durch die zum Beispiel Händler nach Wetzlar kamen: das Brückentor. Auch nahe des jüdischen Friedhofs gab es ein solches Tor, nach ihm ist heute eine Straße benannt: die Silhöfertorstraße.
Der Name ist Programm: In der Straße "Hinter der Stadtmauer", der Verbindung vom Steighausplatz zur Silhöfertorstraße, findet sich ein Rest der Stadtmauer.
Es gab nicht nur die fünf großen Tore in der Stadtmauer, sondern auch kleinere Durchlässe, die Pforten. Eine besonders bekannte ist die Lahnpforte ("Tränkpförtchen") in der Nähe der Alten Lahnbrücke. Sie diente Handwerkern dazu, sich aus dem Mühlgraben oder Lahn Wasser zu holen.
Hier sind die Stadtmauer selbst und ihr weiterer Verlauf gut zu sehen:  in der Hauser Gasse. 1824 wurde das Hauser Tor abgerissen - lange vor Silhöfer, Wöllbacher und Obertor. Eine dem Hauser Tor vorgelagerte Ziegelpforte in der heutigen Hausertorstraße stand noch bis 1935.
Das heutige alte Rathaus, das von 1911 bis 1996 durch die Stadt für diesen Zweck genutzt wurde, war bei seiner Grundsteinlegung im Jahr 1782 als Archiv für das Reichskammergericht gedacht. Doch als das Gericht 1806 mit dem Reich aufgelöst wurde, war der Bau nicht einmal fertig, konnte seinen eigentlichen Zweck also nie erfüllen. In der Folge wurden zunächst das Kreis-, später das Amtsgericht hier einquartiert. Und heute befindet sich in der Hauser Gasse 17 das Historische Archiv der Stadt.
Der Fischmarkt war seit jeher einer der belebtesten Plätze der Stadt. Im Gebäude links (Fischmarkt 13) befand sich das Reichskammergericht, das grüne Gebäude (Schwarzadlergasse 2) beherbergt die Haupt-Apotheke. Die Front wurde nach dem großen Feuer im Jahr 1779 neu angelegt.
Nach einem kurzen Anstieg über den Domplatz und durch die Lottestraße wird der Lottehof erreicht, ein früherer Hof der Deutschordensritter.
Lottehaus: Hier lebte  Charlotte Buff, die eine freundschaftliche Beziehung zum jungen Goethe verband. Auf dem Hof, einer früherer Niederlassung der Deutschordensritter, die von hier aus ihre Güter verwalteten, befinden sich heute zudem das Stadt- und Industriemuseum und das Viseum.
Markanter Ziegelbau in der oberen Altstadt: Die frühere Lotteschule. In den 1990er-Jahren wurden alle ehemaligen Schulgebäude abgerissen, nur die Aula aus dem Jahr 1897 blieb erhalten und wurde saniert - und ist heute ein wirklicher Hingucker.  Im Mittelalter gehörte das gesamte Gelände zum Hof des Klosters Arnsburg und die dort ansässigen Jesuiten betrieben schon vor der Übergabe des Geländes an die Stadt eine Schule.
In der Butzbacher Gasse, zwischen Obertor und Turmstraße, ist ein sehr gut erhaltenes Stück der Stadtmauer zu sehen - der Wehrgang wurde allerdings nachgebaut. Die insgesamt etwa 1,7 Kilometer lange Mauer um die Stadt war bis zu elf Metern hoch und zwischen andertbald und zwei Metern dick.
Kein Stadttor ohne Zahlstelle: Hinter den Toren in der Mauer betrieb die Stadt Zollstellen, an denen der Wegezoll kassiert wurde. Zwar gibt es das Obertor in der gleichnamigen Straße seit Mitte des 19. Jahrhunderts nicht mehr, die beiden quadratischen Zollhäuser aber sind noch zu sehen und engen die Straße sichtlich ein.
So sieht das Mauerstück in der Butzbacher Gasse von der Rückseite aus, so also stellte sich die Stadt nach außen dar.  Auf diesem Platz vor der Stadthalle findet sich zudem ein Grenzstein-Lapidarium, eine Sammlung historischer Grenzsteine, die in den vergangenen Jahren rund um die Stadt gefunden wurden und hier nun geballt zu sehen sind.
Ab dem 13. Jahrhundert war Wetzlar von einer mächtigen Stadtmauer umgeben, in der fünf Tore und mindestens neun Türme standen. Für ihre Instandhaltung waren die Zünfte zuständig, daher hieß der letzte erhaltene Turm der Stadtbefestigung, der Säuturm, ursprünglich Schneiderturm – nach der Zunft, die ihn zu unterhalten hatte.
Eines der imposantesten Gebäude in der Altstadt findet sich unter der Adresse Engelsgasse 2: Zunächst als "Haus zur Sonne" bekannt, hieß es seitdem "Zum Reichsapfel".
Ansammlung mehrerer schöner Fachwerkbauten in der Engelsgasse. Die Denkmalpflege datiert die meisten auf das 17. Jahrhundert.
Nicht nur auf den bekannten Plätzen der Stadt finden sich Postkartenmotive. Es lohnt, auch die eher unbekannten Gässchen der Altstadt zu besuchen, wie in diesem Fall die Engelsgasse. Hier findet sich gleich ein ganzer Haufen ansehnlicher Fachwerkhäuser aus mehreren Jahrhunderten. Auf den roten Holzbalken dieses denkmalgeschützten Hauses steht: „Bring Glück, wenn Du einkehrst. Sei gesegnet, wenn du ausgehst.“⋌
Radler auf dem Schillerplatz: Verkehrsführung, Parkplätze und Außenbestuhlung von Gastronomen sollen ab Frühjahr 2018 neu geregelt werden.
Bahnhof Wetzlar, kleiner Eisenbahnknoten der Region: Dass es hier heute kein Gleis 1 und 2 mehr gibt, das hängt auch mit dem Ende der Solmsbachtalbahn zusammen: Züge von den Nebenstrecken, aus dem Solsbachtal, aber auch von der Kanonenbahn und teils dem "Balkan-Express" im Ulmtal  endeten an diesen Gleisen direkt am Empfangsgebäude. Mit den Nebenbahnen verschwanden die Gleise nicht nur im Taunus und dem Westerwald, sondern eben auch in Wetzlar.
Bahnhof Albshausen: Hier zweigte die Strecke durchs Solmsbachtal nach Grävenwiesbach von der Lahntalbahn ab, was heute noch zu sehen ist: Bei der Ausfahrt in Richtung Solms ist das Schotterbett links der bestehenden Gleise sehr breit, was darauf hinweist, dass hier wohl mal ein weiteres Gleis lag. Die Solmsbachtalbahn folgte der Lahntalbahn kurz und bog ein Stück hinter Albshausen in einem weiten Bogen nach links in Richtung Oberndorf ab.
Unsere Tour startet - aus praktischen Gründen - am Bahnhof Burgsolms, der allerdings nie an der Solmsbachtalbahn lag. Die zweigte wie eingangs erwähnt ja bereits in Albshausen ab. Der Bahnhof Burgsolms aber liegt günstig am Straßen-, Bahn- und Radwegenetz und ist für alle Interessierten ein prima Treff- und Startpunkt.
Nur 100 Meter lang: Der BurgsolmserTunnel war mit etwa 100 Metern Länge der kürzere der beiden Tunnel auf der Strecke. Er ist heute verfüllt. Das historische Foto zeigt, wie an dieser Stelle unterhalb des Kunstrasenplatzes einmal Züge durchs Gelände rollten. Daran erinnern heuten noch alte Bilder und der Straßenname "Tunnelweg".
Wer es weiß, der erkennt, wo die Bahntrasse die heutige Ortsdurchfahrt, die Oberndorfer Straße kreuzte. Rund 100 Meter von der Taunushalle entfernt weist eine wohl nachträglich asphaltierte Stelle der Fahrbahn auf den Trassenverlauf hin.
Was heute die Landesstraße von Oberndorf nach Braunfels ist, das  war zu Zeiten der Solmsbachtalbahn  die Bundesstraße 49. An der flachen Stelle im Hintergrund befand sich ein Bahnübergang, an dem es immer wieder zu schweren Unfällen kam, wie Peter Schubert erklärt.
Der Bahnhof Braunfels, seinerzeit "Braunfels-Oberndorf",  ist vom Radweg aus vor allem wegen der charakteristischen Form seines Dachs zu erkennen, das sich bei den Bahngebäuden im Solmsbachtal immer wieder findet. Die Denkmalpflege schreibt: " Die dem Jugendstil nahe stehende, von den zeitgenössischen Reformbestrebungen geprägte Architektur fällt gegenüber den bescheideneren Bahnhöfen der Strecke auf. Größe und Aufwand sind mit der Nähe der Residenzstadt Braunfels zu erklären, die in Oberndorf einen zweiten Bahnanschluss neben dem der Lahntalbahn erhielt."
Am Ortseingang von Bonbaden findet sich ein verbliebenes Stück Gleis. Das allerletzte Stück ist es natürlich nicht, da ein Teil der Solmsbachtalbahn als Taunusstrecke zwischen Brandoberndorf und Grävenwiesbach noch existiert.
Peter Schubert zeigt ein Foto der Brücke, die in Bonbaden den Solmsbach und die Landesstraße überspannte und durch ihre schiere Größe und ansprechende Architektur als eine Art Wahrzeichen des Dorfes galt.
Bahnhof Bonbaden, heute wie alle übrigens Bahnhöfe der Strecke  anders genutzt, aber äußerlich gut erhalten. Der Bahnhof lag ein Stück entfernt vom Dorf, weil die Bahntrasse dem Gelände folgen musste.
Viadukt bei Neukirchen: Mit viel Mühen und ehrenamtlichem Einsatz haben die Neukirchener das Bauwerk seit 2013 instand gesetzt, nachdem zuvor bereits der Abriss geplant gewesen war. Dieses Schicksal hat viele Bauwerke der Strecke ereilt, sodass eine Reaktivierung, aber auch nur die Einrichtung eines Bahnradweges äußerst schwierig sein dürften.
Bahnhof von Neukirchen, mit Sicherheit auch von den Bewohnern des benachbarten Niederquembach genutzt: Auch diese Station lag ein Stück weit vom Ort entfernt am jenseitigen Hang des Tales und ist vom Radweg neben der Trasse heute nur schwer durch das dichte Busch- und Baumwerk zu erkennen. Auf der Karte erinnert der Straßenname "Bahnhof" an die Vergangenheit.
Die Hälfte ist geschafft: Zwischen Niederquembach (hinten) und Kraftsolms kommt auf Radler die einzig nennenwerte Steigung der Strecke zu, während die Eisenbahn hier weiter sanft anstieg.
Der Bahnhof Kraftsolms zeigt die gleiche typische Form, wie die anderen Stationsgebäude.
Zwischen Kraftsolms und Brandoberndorf ist die Trasse nur noch schwer auszumachen, verläuft aber nach Worten Peter Schuberts in etwa auf der heutigen Ortsumgehung oder in deren direkter Nähe. Große Ingenieurbauwerke gibt es dann erst wieder in Brandoberndorf zu entdecken.
Gut erhaltenes Eisenbahnviadukt kurz vor dem Brandoberndorfer Bahnhof: Die Durchfahrt wird heute vor allem von Radfahrern und Wanderern genutzt. Auf dem ehemaligen Gleisbett wachsen Bäume.
Entlang von Bahngleisen sind oft Kupferkabel verlegt. Auf diese hatten es die Diebe in Sinn abgesehen.
Das letzte noch erhaltene Stück der Solmsbachtalbahn führt von Brandoberndorf nach Grävenwiesbach und wird heute als Teil der Taunusbahn vermarktet. Wir sparen uns den steilen Weg über Hasselborn und die Ausläufer des 449 Meter hohen Gänsrods, zu dessen Umgehung der 1300 Meter lange Eisenbahntunnel gebaut wurde, und legen dieses Stück mit dem Zug zurück.
Tunnelblick: Mit Tempo 70 durchfahren Nahverkehrszüge den Hasselborner Tunnel, erzählt der Lokführer den interessierten Fahrgästen. Um den Tunnel ranken sich viel Geschichte und Geschichtchen: So wurde das Bauwerk 1939 zum Führertunnel deklariert, der Sonderzug Adolf Hitlers sollte dort bei Gefahr also abgestellt werden. Dazu kam es nie, dafür wurde gegen Ende des Krieges Teile der VDM Luftfahrtwerke in den Tunnel verlegt, um dort ab August 1944 Propeller und Komponenten dafür zu bauen, wie aus einem Artikel des Heimatbuches 2000 des Hochtaunuskreises zu entnehmen ist.
Jenseits des Tunnels wird Grävenwiesbach erreicht. Hier trafen sich einst drei Bahnstrecken: Die Taunusbahn von Bad Homburg, die Solmsbachtalbahn und die Weiltalbahn nach Weilburg, der unserer Radtour von hier aus folgt.
Die Weiltalbahn verlief nicht auf ihrer gesamten Länge im namensgebenden Weiltal: Von Grävenwiesbach bis fast hinab nach Weilmünster folgte der Schienenstrang dem Wiesbach, so wie hier unterhalb des Örtchens Mönstadt.
Wo man von Trasse und Bauwerken nur noch wenig sehen kann, erinnern Straßenschilder oder Bushaltestellen an die Eisenbahngeschichte.
Idylle pur: Wir fahren am Gleiskörper hinab in Richtung Audenschmiede. Die Bahntrasse wäre rechts des Feldweges zu sehen gewesen.
Kaum zugewuchert: Das ist die Trasse im 1969 stillgelegten Abschnitt zwischen Weilmünster und Grävenwiesbach. Wer dort ein wenig im Laub gräbt, der dürfte noch Schotter finden. Im Hintergrund noch immer der Wiesbach, der kurz vor Audenschmiede in die Weil mündet.
Weilmünsterer Tunnel, stark zugewuchert und hinter Wohnhäusern versteckt. Wer das südliche Portal des Tunnels sehen will, der muss im Navigationsgerät die Adresse "Taunusstraße 10" eingeben.
Deutlich zu sehen: Der Bahndamm in Weilmünster (hinten) ist abgetragen und das Gelände zu einem Parkplatz gemacht worden. Wir blicken in Richtung Bahnhof.
Bahnhof Weilmünster, am nördlichen Ortsrand:  Bis hier bestand von Weilburg aus noch bis ins Jahr 1988 Güterverkehr.  Über das Gebäude schreibt die Denkmalpflege: "Empfangsgebäude der 1891 eröffneten Weiltalbahn. Weilmünster war Hauptstation. Zeitgemäßer und anspruchsvoll gestalteter Bau im historistischen Landhausstil. Asymmetrisch in der Anordnung. Straßenseitig ein Risalit mit Sprengwerkbogen unter dem gestutzten, hohen Walmdach, das mit Helmgaupen besetzt ist. Das EG aus kleinen Granitquadern, das OG in Holzbauweise und mit teils farbigen Schindeln verkleidet. Am Bahnsteig kleines Vordach auf ziervollen Holzstützen."
Bahnhof Ernsthausen. Auffällig ist, dass an der etwa 20 Jahre zuvor eröffneten Weiltalbahn ein gänzlich anderer Baustil zum Einsatz kam, als im benachbarten Tal des Solmsbaches.
Südlich von Weilmünster verläuft der Radweg als Weiltalweg fast durchgehend exakt auf der alten Eisenbahntrasse. Das ist zum Beispiel an tiefen Einschnitten wie diesem nördlich von Ernsthausen zu erkennen. 
Bahnhof Freienfels, ebenfalls direkt am Radweg. Als Hoftor dient eine Bahnschranke, im Gelände nebenan ist ein Eisenbahnwaggon aufgestellt. Hier wird die Eisenbahngeschichte des Tals wohl am deutlichsten erfahrbar. Die Denkmalpflege stellt fest: "Kleinbahnhof der Weiltallinie von 1891. Frei gelegen in der Talaue an der Mündung des Weinbaches in die Weil. Die wohnhausähnliche Architektur und ihre handwerklich aufwendige Gestaltung entspricht dem Bahnhofsgebäude in Weilmünster. Abweichungen gibt es nur im Detail."
Wenige Kilometer vor Weilburg kommen wieder Gleise ins Blickfeld: Auf der Lahntalbahn (Gießen - Koblenz) herrscht heute noch Verkehr, wenn auch in einem bescheidenen Maße mit einer stündlichen Regionalbahn und einem zweistündlichen Regionalexpress. 
Auf dem Lahntalradweg überqueren wir ein letztes Mal die Weil, die nur wenige Meter später in der Lahn aufgeht. Zum Abschluss ihrer 46 Kilometer langen Strecke wartet das Flüsschen dabei noch mit einer Besonderheit auf: Kurz vor der Mündung bietet sich ein "Fünf-Brücken-Blick". Erklärung: Der Beobachter steht auf einer Brücke über die Weil und hat vor sich vier weitere Weil-Brücken. Nummer eins trägt die Lahntalbahn (ganz vorne), dahinter die Straßenbrücke und zwei alte Bogenbrücken.
Geschafft: Nach etwa 40 Kilometern im Sattel und einigen im Zug ist Weilburg erreicht. Hier endeten und begannen die Züge auf der Weiltalbahn, daher halten die Radler nur kurz am Schiffstunnel zu Füßen des Schlosses und fahren dann weiter Richtung Bahnhof.
Untrennbar zum Weilburger Bahnhof gehört die Stahlfachwerkbrücke über die Lahn, auf der auch Fußgänger und (schiebende) Radfahrer in die Station einlaufen können. An einem Bahnhof an der Lahn - so wie beim Start in Burgsolms - endet diese Tour.  
Auftakt in Naunheim: Die Tour mit dem Oberbürgermeister beginnt in seinem Heimatort am Schulplatz.
Am Schulplatz in Naunheim findet unter anderem das recht bekannte Brunnenfest statt.
Erster Anstieg: Es geht zum Simberg hinauf. Wir blicken in den Steinbruch Hermannstein der Grube Malapertus, in der Kalkstein für die Wetzlarer Eisenwerke abgebaut wurde.
Fototermin auf dem Zechenplatz: Hier oben zwischen den beiden Steinbrüchen Niedergirmes und Hermannstein befinden sich in der Hauptsache das Maschinenhaus und das 12,80 Meter hohe Fördergerüst. Darunter liegt der etwa 60 Meter tiefe Maschinenschacht. Oberbürgermeister Manfred Wagner (links) und die Stadtradelstars Peter Fuess und Inga Boeck posieren vor der Anlage.
Eisenstraße in Niedergirmes: Manfred Wagner gefällt die Atmosphäre des Straßenzuges. "Das könnte in den Fünfziger Jahren im Ruhrpott sein", sagt er.
Typische Backsteinhäuser in der Eisenstraße: Die Wohnhäuser liegen dicht an den Industriebauten in Niedergirmes - und tragen eindeutige Namen. Neben der Eisenstraße etwa finden sich die Werkstraße und die Buderusstraße.
Abstecher durch Hermannstein: Wir radeln an der Straße nach Blasbach entlang. Die Burg ist durch ihre charakteristischen Kamine gut auszumachen. Der Oberbürgermeister durch seinen leuchtenden Helm sowieso.
Hermannstein, mal keine Burg: Das Backhaus in der Dillstraße ist nicht nur sehr schön zurechtgemacht - so wie manch anderes altes Haus im Ort - es steht zudem unter Denkmalschutz.
Nächster Halt Dalheim: Die Neukölln-Anlage  hat für Manfred Wagner Symbolcharakter. Dalheim hat viele Parks und Grünanlagen, viel mehr als man gemeinhin denkt, sagt der Oberbürgermeister.
Auf dem Weg in die Stadt passieren wir die Lahn auf der Alten Lahnbrücke. Auf dem Fluss herrscht an diesem Tag viel Betrieb.
Nach einem knackigen Anstieg über Schillerplatz und Jäcksburg rasten OB und Stadtradelstars am Goldfischteich. An Wetzlars Altstadt mag Wagner die Kleinteiligkeit. "Der Innenhofcharakter gefällt mir sehr gut."
"Bleistift", der volkstümliche Name der Brühlsbacher Warte.  Die Denkmalpflege schreibt über den Turm: "Die Brühlsbacher Warte, südöstlich der Altstadt von Wetzlar auf dem Stoppelberg gelegen, hat einen Durchmesser von 4 m und eine Höhe von 13 m. Der Zugang zum Turm lag in einer Höhe von ca. 4,8 m. Oben wurde der Turm mit einer Plattform abgeschlossen, die über eine Wendeltreppe zu erreichen war. Die ehemals von einem Wall und Graben umgebene Warte wurde 1912 umgebaut, wobei ein hölzerner Aufbau auf der Plattform ergänzt wurde."
Urwald in der Stadt: Auf dem Weg vom Blankenfeld zum Leitzpark radelt Wagner durch ein Waldstück und zwischen Wurzeln hindurch. Wildes Wetzlar - so nah kann es sein.
Der Leitzpark: Hier wächst derzeit der dritte Bauabschnitt aus dem Boden. Wagner ist beeindruckt von dem, was am südlichen Eingang der Stadt entstanden ist.
Kleine Pause im Cafe Leitz, bevor die letzte Etappe ansteht (von links): Manfred Wagner, Peter Fuess und Inga Boeck schnaufen kurz durch und schwingen sich dann wieder in den Sattel.
Wunderbarer Blick ins Gleiberger Land: Von der Reither Alm aus sind der Dünsberg und die namensgebende Burg Gleiberg zu sehen. Wir radeln dem Tourende in Garbenheim entgegen.
Schlussakt mit Dichter: Auf dem Goetheplatz in Garbenheim endet unsere Tour. Wagner über die Zeit des Dichters in der Stadt: "Der Sommer 1772 hat sich für Wetzlar bezahlt gemacht."
Rund um die früheren römischen und keltischen Siedlungen im Raum Wetzlar-Gießen ist die vierte Tour der Reihe "Heimat Erfahren" im Jahr 2017 angesiedelt.
Startpunkt: Mit Kelten und Römern wenig zu tun haben die spiegelnden Gebäude im Leitzpark in Wetzlar.  Wir parken hier, steigen in den Sattel und fahren zur ersten Rast, die tatsächlich in Verbindung zur heutigen Tour steht.....
Da steht er:  Mit knapp 500 Metern Höhe ist der Dünsberg so etwas wie der Hausberg von Wetzlar und Gießen. An seinen Hängen siedelten in den Jahrhunderten vor Christi Geburt die Kelten. Das Keltengehöft auf der  Ostseite des Berges ist das höchstgelegene Ziel der heutigen Tour.
Doch bevor wir den Dünsberg erklimmen, besuchen wir die Römer in Waldgirmes. Der Weg führt durch die Lahnwiesen zwischen Garbenheim und Naunheim.
Die Geschäftsstelle des Fördervereins Römisches Forum in der Georg-Ohm-Straße in Waldgirmes.
Zentraler Anlaufpunkt auf dem in Originalgröße nachgebildeten Marktplatz der römischen Stadt in Waldgirmes ist das Reiterstandbild des Kaisers Augustus. Dort erklären Hartmut Krämer (links, in der Montur eines Präfekten) und der Vereinsvorsitzende Wilfried Paeschke (rechts) dem ADFC-Kreisvorsitzenden Peter Fuess die Bedeutung der römischen Aktivitäten im heutigen Waldgirmes um das Jahr 0 herum.
Der Marktplatz war der zentrale Punkt der römischen Stadt.  Die weiße Fläche zeigt die Dimensionen des eigentlichen Marktplatzes, der dunkle Kies soll Gebäude symbolisieren. Das gesamte Forum im Zentrum der römischen Stadt war 54 mal 45 Meter groß.
Als Weg vom römischen Forum zu den Kelten am Dünsberg wählen wir den sanften Anstieg über die Dicke Eiche nördlich von Waldgirmes: Idyllisch.
Da liegt sie: Die Dicke Eiche, heute ein Wanderziel und beliebter Treffpunkt,  soll fast 1000 Jahre lang im Wald nördlich von Waldgirmes gestanden haben. 2002 wurde der Baum wegen schwerer Schäden niedergelegt und wenige Monate später eine neue Eiche am alten Standort gepflanzt. Ob auch sie 1000 Jahre lang steht?
Wenn die Radler Hof Haina an der Straße zwischen Waldgirmes und Bieber passieren, stecken schon einige Kilometer in den Beinen. Das wird auch dadurch deutlich, dass der Dünsberg mit seinem markanten Funkturm wesentlich näher ist. Die Anlage, in der sich heute ein Bauernhausmuseum befindet, wurde im 14. Jahrhundert erstmals erwähnt.
Nach einer kurzen Passage durch Rodheim-Bieber erreichen wir Fellingshausen, das Dorf am Fuße des Dünsbergs. In der Ortsmitte sind vor allem die Kirche und das Backhaus wahre Schmuckstücke.
Weg von Fellingshausen zum Keltentor hinauf: Gar nicht mal so steil, aber mit feinem, weißen Schotter belegt und daher halbwegs schlecht zu fahren.
Hier oben also hausten die Kelten: Das Oppidum am Dünsberg gilt als eine der bedeutendsten keltischen Siedlungen überhaupt. Für Standort und Form des Tores gibt es vor Ort keine Belege. Man weiß aber, dass Tore wie dieses von den Kelten angelegt wurden.
Steinfratzen und ein keltischer Hof sind hinter dem Tor zu sehen. Dereinst sicherten drei Ringwälle am Hang des Dünsberges die keltische Siedlung, deren genaue Einwohnerzahl unbekannt ist, aber gut und gerne bei 1000 oder 2000 Personen gelegen haben könnte.
Zurück: Durch Rodheim-Bieber fahren wir auf einem ruhigen Schotterweg, weit ab von der Hauptstraße.
Auf dem Weg zurück zu den Römern in Dorlar kommen wir auch am Bieberlies-Erinnerungsareal vorbei. Die Biebertalbahn war eine Schmalspurbahn, die von Gießen bis nach Bieber führte, Steinbrüche und Gruben erschloss und auch von den Bewohnern  des Biebertals zur Fahrt in die große Stadt genutzt wurde. Das Erinnerungsareal hat der Heimatverein Rodheim-Bieber im vorigen Jahr angelegt.
"Die kurz vor dem Ortseingang von Rodheim-Bieber am Bieberbach gelegene Schmitte - ursprünglich ein Eisenhammer, der wegen seiner Nähe zum Wald „Waldsmith", also Waldschmiede, genannt wurde - ist 1412 erstmals als zur Besitzung des Hauses Gleiberg gehörig erwähnt." So beschreibt die Denkmalpflege das Anwesen, dass auf dem Weg von Rodheim nach Kinzenbach linkerhand vom Radweg zu sehen ist.
Wir rollen - in einiger Distanz zum Dünberg - durch das Gleiberger Land und haben die Burgen Gleiberg und Vetzberg meist fest im Blick. Hier führt die Route aus Rodheim-Bieber heraus und wendet sich am Ende dieser Geraden nach rechts in Richtung Kinzenbach. Vorne links ist Burg Gleiberg zu sehen.
Oberhalb von Dorlar und etwa zwei Kilometer von der zivilen Siedlung in Waldgirmes befand sich im ersten Jahrhundert nach Christus ein Römerlager, das von den Legionären offenbar als Marschlager genutzt wurde. Heute erinnert vor allem der Name dieser Straße  an die Geschichte, denn auf der Fläche entstand das Dorlarer Gewerbegebiet.
Startpunkt der Tour: Die 1955 fertiggestellte Gnadenkirche.
Büblingshausen vom Kirchturm aus: Zum Stadtbezirk gehört unter anderem das Gelände der Spilburg und das Wohngebiet Blankenfeld.
Im Inneren des sehr schlicht gestalteten Gotteshauses beeindruckt das Fenster mit dem Weinstock, der die Verbundenheit von Gott und Gemeinde symbolisieren soll.
Auffällig ist die Turmuhr der Gnadenkirche mit ihren vier Zifferblättern, von denen eines statt Ziffern Buchstaben trägt: „Zeit ist Gnade“ heißt es dort. Zwölf Buchstaben, die so etwas wie das Motto der Gemeinde darstellen.
Was aussieht wie ein Park ist der Kriegsgefangenenfriedhof in Büblingshausen. Hier ruhen Tote aus dem Ersten Weltkrieg, vor allem Russen und Ukrainer. Die seinerzeit ebenfalls beigesetzten Kriegsgefangenen aus Belgien, England, Frankreich und Italien wurden ab 1922 exhumiert und in ihre Heimat überführt, weiß Stadtarchivarin Irene Jung. 497 Bestattungen habe es insgesamt gegeben.⋌
Die in den Jahren 1913 und 1914 errichtete Kaserne an der Frankfurter Straße bestand aus 14 Gebäuden, wurde aber im Laufe der Zeit ausgebaut. Der Bau blieb - heutzutage eher untypisch - im Kosten- und im Zeitrahmen.
Die Infotafeln am Rande des Exerzierplatzes vermitteln einen guten Eindruck von der Größe des Geländes und erklären die Gebäudenutzungen.
Hinter dem Hauptportal des Friedhofs an der Frankfurter Straße herrscht himmlische Ruhe vom Straßenlärm.
Die Wasserkaskaden vor dem Krematorium sind heute außer Betrieb.
Das Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs wurde am 22. November 1921 eingeweiht.
Eines der auffälligeren Gräber erinnert an Ernst Leitz und seine Familie.
Im neueren Teil des Friedhofs befindet sich das Denkmal für die Seminaristen.
Die Denkmalpflege schreit über die Friedhofskapelle aus dem Jahr 1928: "Die Kapelle wurde nach Entwürfen von Hermann Billing aus Karlsruhe, dem Architekten der Mannheimer Kunsthalle, in expressionistischen Formen erbaut. Der Bruchsteinbau wird durch spitzbogige Fenster und eine von drei spitzbogigen Arkaden gebildete Vorhalle gegliedert. Im Inneren dominiert eine Spitztonne mit ebensolchen Stichkappen den Raum und stellt ihn in eine Reihe mit dem Inneren der vom Offenbacher Professor Dominikus Böhm errichteten Kirche in Köln-Frielingsdorf. Die von Eugen Ehmann aus Stuttgart angefertigte farbige Fassung, die weiblich aufgefasste, zum Himmel aufstrebende Engel mit wehenden Gewändern darstellte, wurde inzwischen entfernt und durch eine weiße Fassung ersetzt. "
Der Friedhof befindet sich in schwierigem Gelände und erhält dadurch seine terrassenartige Struktur.
Das Jägerdenkmal an der Hausertorstraße wurde im Oktober 1924 eingeweiht.
Das Denkmal erinnert an die Gefallenen  aus den Reihen des bis 1877 in Wetzlar stationierten 8. Rheinischen Jägerbataillons im Ersten Weltkrieg.
Detailaufnahme des Österreicher-Denkmals an der Hohen Straße in Dalheim, das an die Schlacht von 1796 erinnert und die Verbundenheit zu den Zeiten verdeutlichen soll, in denen Wetzlar freie Reichsstadt war.
Das Durchgangslager-Luft West befand sich zu Zeiten des Zweiten Weltkrieges weit weg von der Stadt, grenzt heute aber direkt an die Wohnbebauung von Dalheim.
Während die Gebäude des Lagers verschwunden sind, lassen sich seine Spuren an Betonplatten auf den Wegen und Mauerresten im Unterholz erahnen.
Das ist keines der angesteuerten Biotope. Schön ist es trotzdem: Teich am Rand des Lahntalradwegs bei Naunheim, kurz nach dem Start der Tour.
Lahntalradweg zwischen Naunheim (hinten) und Waldgirmes: Gerade, recht gut zu fahren, landschaftlich aber eher uncharmant.
Auf dem Weg von Wetzlar nach Dutenhofen passieren die Radler Dorlar, hier die Villa an der Lahn. Das repräsentative Haus steht auf den Resten des großen Hauptgebäudes des ehemaligen Dorlarer Klosters. 1898 baute der aus Berlin an die Lahn gekommene Otto Kramer die Villa, die daher heute im Volksmund seinen Namen trägt.
Erste Rast: Am Bootsanleger in Atzbach gibt es Enten und Schwäne zu sehen, Bänke laden zum Sitzen ein. Bei schönem Wetter kann man den Kanuten auf der Lahn zuschauen.
Ein Umweg, der lohnt: Atzbach hat einen recht gut erhaltenen und wohl einen der schönsten historischen Ortskerne im Lahntal mit dem Kirchturm als Wahrzeichen.
Das Auen-Biotop Lahnschlinge ist die erste Station der Tour. Das Gelände ist im Besitz der Stadt Wetzlar und wird unter Aufsicht der Naturlandstiftung von ehrenamtlichen Helfern betreut. Das Biotop ist in vier Abschnitte unterteilt und liegt direkt am Radweg.
Udo Fischer (vorne) und Werner Müller von der Pflegegruppe Dutenhofen kennen das Biotop Lahnschlinge und sind in seiner Betreuung engagiert.
10.000 Quadrameter groß ist der Abschnitt des Biotops, der sich rund um diesen Altarm der Lahn erstreckt.
Auf der Weiterfahrt zum zweiten Biotop in Albshausen müssen die Radler wieder durch Wetzlar. Am Stadion wird die Lahn überquert. Sie begleitet nicht nur die Radler auf der Tour, sie ist auch die Lebensader für beide besuchten Biotope.
Von Wetzlar nach Albshausen: Nach einem Stück entlang der Braunfelser Straße wendet sich die Route nach rechts und unterquert die Gleise der Lahntalbahn in der Walter-Zapp-Straße. Von dort geht es westwärts, wobei im Foto der Blick zurück nach Osten zu sehen ist.
Immer wieder kommen links des Weges die Gleise der Lahntalbahn und die noch verblieben Signale und Anlagen der früheren Panzerverladestation in Sicht, 1986 in Betrieb genommen, dann aber nach dem Abzug der Bundeswehr aus Wetzlar Anfang der Neunziger Jahre wieder aufgegeben.
Richtung Albshausen wird der Weg immer ursprünglicher: Aus Asphalt wird Schotter, aus Schotter Kies und aus Kies schließlich Gras. Es dürfte sich um einen der weniger bekannten Wege aus Wetzlar hinaus handeln.
Unterhalb des Altenbergs erläuert Walter Veit, was es mit dem Lahn-Auenbiotop auf sich hat. Die Flächen sind im Besitz der Stadt Solms. 18500 Quadratmeter groß ist das Biotop.
Im Biotop bei Albshausen lebt ein besonderes Tier: Der Bieber. Seine Spuren sind deutlich zu erkennen. Walter Veit berichtet beim Besuch auch, dass das Revier des Biebers sich durchaus über sechs bis sieben Kilometer des Flusslaufs erstrecken kann.
Teil 8 der Serie "Heimat erfahren" startet etwa 25 Kilometer von Wetzlar entfernt in Löhnberg. Die Gemeinde liegt im Landkreis Limburg-Weilburg, direkt hinter der Kreisgrenze und ist vor allem durch ihr Wasser bekannt. Die Mineralquellen befinden sich im Ortsteil Selters.
Tourstart ist die Löhnberger Lahnschleuse.
Direkt am Fluss ist der "Kiosk an der Schleuse" eine erste Einkehrmöglichkeit für Radler.
Die Laneburg (rechts) gibt Löhnberg seinen Namen, die Kirche (Mitte) ergänzt die Silhouette. Der Radweg Richtung Wetzlar kreuzt kurz hinter der Schleuse die Lahn auf dieser Hängebrücke. Sie stammt laut Denkmalpflege aus dem Jahr 1918 und soll eine Werksbrücke der Erzgrube Buchwald gewesen sein.
Nach wenigen Kilometern überqueren Radler auf dem Weg nach Wetzlar die Kreisgrenze und sind im Lahn-Dill-Kreis. Zu sehen ist der Lahntalradweg, dem die Strecke weitgehend folgt, zwischen Löhnberg und Biskirchen.
Und schon wieder Wasser: Am Biskirchener Karlssprudel fließt das Heilwasser aus einem öffentlichen Brunnen. Der Geschmack ist markant - es stecken offenbar viele Mineralstoffe im Wasser.
Die Wegeführung zwischen Biskirchen und Stockhausen ist seit Jahren ein steter Kritikpunkt des ADFC-Kreisvorsitzenden Peter Fuess. Der breite Randstreifen auf der linken Seite ist kein Randstreifen, sondern der Lahntalradweg. Aus Richtung Wetzlar/Stockhausen ist das so aber nicht ausgeschildert, vor allem ortsfremde Radler bleiben oft auf der hier stark befahrenen Hauptstraße.
Und auch hier verdient sich der Lahntalradweg für die Wegführung keinen von fünf Sternen: Auf der Brücke über die Lahn bei Tiefenbach. Das Tempo-80-Schild gilt übrigens nicht für den Radweg, sondern für die B49 nebenan.
Kurz vor Leun wird der Weg schöner, dafür auch hügeliger. Demnächst wird noch mehr Steigung zu bewältigen sein, denn wegen des Ausbaus der B49 wird der Radweg verlegt und führt weiter entfernt von der Bundesstraße über die Hügel.
Und noch eine wenig schöne Stelle auf dem Weg: Vom Lahnbahnhof Richtung Stockhausen/Leun müssen Radler formal auf der  Straße fahren, weil der anfangs sehr breite Gehweg eben ein Gehweg ist und sich hinter der B49-Brücke  deutlich verengt. Spaß macht die Fahrt auf der schnurgeraden Straße nicht, weil viel Verkehr herrscht und schnell gefahren wird.
Am Lahnbahnhof wechselt die Route wieder auf ruhigere Wirtschaftswege. Richtung Burgsolms ist die Wegeführung deutlich idyllischer.
Nach ihr ist der Radweg benannt: Die Lahn, scheinbar ursprünglich an der Oberbieler Schleuse.
Direkt am Weg liegt in Oberbiel das "Konrad's":  Hier können Radler einkehren, ohne große Umwege fahren zu müssen.
Lahntalradweg durch Oberbiel: Wir fahren auf dem für Räder freigegebenen Gehweg, der deutlich eiligere Rennradfahrer (links) bleibt direkt auf der Straße.
Zwischen Oberbiel und Wetzlar: Der Radverkehr nimmt zu, die Sonne auch, die Bäume am Ufer der Lahn (rechts) spenden Schatten.
In Wetzlar versammeln sich die Biergärten verständlicherweise dort, wo Radler entlang fahren und die Aussicht gut ist. Zum Beispiel hier, im Paulaner Wirtshaus am Haarplatz.
Die Tour macht einen kurzen Abstecher vom Lahntalradweg und führt über die alte Lahnbrücke in die Altstadt. Hier ein Blick auf den Mühlgraben.
Auf der anderen Seite der Lahn, vis-a-vis zum Paulaner am Haarplatz gibt es zwei Einkehrmöglichkeiten direkt am Wasser: Den Biergarten und den Weingarten an der Lahn. Dort sitzt es sich mindestens so idyllisch wie auf der anderen Lahnseite.
Pontonbrücke über die Lahn in Wetzlar: Radfahrer sollten schieben, weil die Geländer nicht hoch genug sind.  Viele Radler ignorieren das Schild aber.
Am Buderusplatz stoppt die Ampel den Radler. Auch hier herrscht viel Verkehr, daher besser langsam fahren.
Das Restaurant "Bootshaus" befindet sich im Gebäude der Rudergesellschaft Wetzlar. Besucher sitzen direkt an der Lahn und sind durch das hohe Haus vom Lärm der Stadt abgeschirmt. Das Lokal liegt direkt am Lahntalradweg.
Unerwartete Idylle mitten in der Stadt:  Auf Höhe der Gabelsbergstraße fließt die Lahn in einem Bogen an der Bebauung  vorbei.
Wie gesagt, es kommt vor allem auf die Lage an: Biergarten der "Fischerhütte" direkt am Radweg in Niedergirmes.
Kurz vor Erreichen des Bahnhofs führt die Route durch die Philipsstraße in Niedergirmes. Das Gebiet nördlich der Bahngleise ist seit jeher einer der Schwerpunkte der gewerblichen und industriellen Entwicklung  in Wetzlar.
Das Ziel: Vom Wetzlarer Bahnhof aus können die Radler bequem die Sehenswürdigkeiten der Innenstadt erreichen oder den Heimweg antreten. Der Bahnhof wurde zum Hessentagf 2012 komplett saniert.
Der Startpunkt: Im denkmalgeschützten Aufbaugebäude in Stadtallendorf befand sich zur Zeit des Dritten Reichs die Verwaltung der Dynamit-Nobel AG, die im Herrenwald rund um das damalie Dorf Allendorf mit Hilfe von Zwangsarbeitern Sprengstoff und Munition für Hitlers Armeen produzierte.
Diese Tour der Serie folgt ausschließlich offiziellen Radrouten. Vom Start in Stadtallendorf bis nach Cölbe (etwa 22 Kilometer) zum Beispiel ist dies der Hessischen Radfernweg R2. Am Ortsausgang von Stadtallendorf passieren die Radler das einzige deutsche Werk des Süßwarenherstellers Ferrero.
Die Gedenkstätte Münchmühle im Westen Stadtallendorfs erinnert an das im Dritten Reich hier bestehende Arbeitslager und das Schicksal der internierten Zwangsarbeiter.
Das Wasserwerk des Zweckverbands Mittelhessischer Wasserwerke beliefert weite Teile Mittelhessen bis hinunter nach Gießen und Wetzlar mit Trinkwasser.
Glücklicherweise führt die Tour nicht auf die Amöneburg. Die Stadt auf dem Basaltkegel ist zwar sehr schön anzusehen, aber nur durch eifrig Höhenmeter zu erreichen.
Verkehrsknotenpunkt Kirchhain: Die Radfernwege 2 und 6 führen in einem Bogen um die Stadt herum.
Zwischen Kirchhain und Cölbe sieht die Wegeführung fast durchgehend so aus: Ein breiter, ebener Weg direkt an den Gleisen der Main-Weser-Bahn. Hier lässt sich zwischen dem Osten des Landkreises Marburg-Biedenkopf und der Kreisstadt Marburg richtig schnell vorwärts kommen - jedenfalls, wenn der Wind richtig steht.
Der breite Weg hinter dem Kirchhainer Ortsteil Anzefahr in Richtung Cölbe-Bürgeln.
Die Hainmühle zwischen Kirchhain-Anzefahr und Cölbe-Bürgeln: Mit der Wasserkraft der Ohm wurde in der Vergangenheit hier Korn zu Mehl.
In Cölbe vereinigt sich die Lahn mit ihrem längsten Zufluss, der Ohm. Interessant: Beim Zusammenfluss der beiden Ströme ist die Ohm länger als die Lahn.
Auf dem weiteren Weg von Cölbe nach Süden wird der Marburger Stadtteil Wehrda passiert.
Wegeführung in Marburg: Der Lahntalradweg, auf dem wir uns seit Cölbe befinden, verläuft zwar immer in Nähe der Flusses, teils aber sehr unattraktiv unter der Bundesstraße 3 eingequetscht.
Marburg, wie es Touristen kennen und lieben: Das Schloss, dazu hübsche Häuser kurz vor dem Weidenhäuser Wehr.
Dieses Fahrrad mitten auf einer Steininsel in der Lahn bei Marburg ist anscheinend länger nicht mehr bewegt worden.
Südlich von Marburg wird der Weg deutlich ruhiger, der Kritiker würde von einer eintönigen Wegeführung sprechen.
Das Problem mit den Kurven: Um die Wegeführung deutlich zu machen, ist der Radweg an den Abbiegepunkten mit Beschriftungen versehen. Das ist auch bitter nötig, denn er schlägt südlich von Niederweimar viele Haken. Dank der flachen Gegend sind Radler schnell unterwegs, fahren aber viele unnötige Umwege.
Idylle am Fluss: Bellnhausen.
Die oben erwähnte umständliche Wegeführung macht mehrere Überquerungen der Lahn nötig, wie hier bei Sichertshausen.
Die Bahnunterführung kurz vor Salzböden steht nach starken Regenfällen oft unter Wasser, weil der Weg hier sehr tief liegt.
Nach der Fahrt durch Felder und an Dörfern vorbei führt der Lahntalradweg in Lollar wieder in den dichten Verkehr der Ortsdurchfahrt.
Umgenutzt: Zwischen Lollar und Wißmar führt der Radweg über eine Brücke der früheren Kanonenbahn.
Verdiente Pause: Im Hof des Holz- und Technikmuseums in Wißmar sind Essen und Getränke günstig und die Bänke bequem.
Auf dem Weg nach Gießen geht es in den Kern des Gleiberger Landes mit der weithin sichtbaren Burg Gleiberg.
Der Christian-Rübsamen-Steg im Gießener Norden ist eine der außergewöhnlicheren Lahnbrücken der Strecke.
Am Oswaldsgarten in Gießen: Die Strecke wird in der Universitätsstadt deutlich voller und urbaner.
Die Gießener Lahnwiesen sind bei gutem Wetter Treffpunkt für viele Einwohner der Uni-Stadt, junge wie alte. Der Radweg läuft direkt mitten durch.  
Ja, das ist Kunst, das kann nicht weg: Befahrbares Kunstwerk auf Höhe des Gießener Bahnhofs.
Wir lassen Gießen hinter uns und tauchen in die Lahnaue ein. Im Hintergrund ist Atzbach zu sehen.
Postkartenmotiv: Dorlar spiegelt sich in der Lahn. Deutlich zu erkennen ist die Klosterkirche auf einer Anhöhe.  
Die letzten Meter. Ob das Wetter hält? Naunheim jedenfalls scheint im Zentrum des Sturms.
Kleine Idylle am Wegesrand in Niedergirmes.
Hinter den Bäumen am Lahnufer lugt der Wetzlarer Dom hervor. Eine letzte Überquerung der Lahn auf der Pontonbrücke (schieben!) steht noch bevor, dann ist das Ziel erreicht.
Am Ziel: Bei der Ankunft in der Colchester-Anlage in Wetzlar ist das Wetter deutlich besser. Wer nicht im Wasser toben will, kann hier auch einfach sitzen und entspannen.
Zum Auftakt der Abstieg: Um über den Eisernen Steg vom Parkplatz auf die Naunheimer Lahninsel zu gelangen, müssen Radler aus dem Sattel und ihr Gefährt schieben. Die Brücke ist sehr eng und es herrscht viel Verkehr.
Die Eltern schauen, die Kinder planschen: Die Tour startet mit den Füßen im Wasser - das ist bei sommerlichen Temperaturen sehr angenehm.
Die Schwäne kommen immer näher, die Füße sind ausreichend kühl: Zeit, sich auf die Strecke zu machen. Robin und alle anderen Teilnehmer der Tour schlüpfen wieder in ihre Schuhe.
Gerade bei Touren mit Familien gilt: Lieber viele kleine als wenige große Pausen machen, rät der Kreisvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), Peter Fuess. Und im Hochsommer sollten diese Pausen, wie hier am Bootsanleger in Dorlar, vor allem zum Trinken genutzt werden.
An der Anlegestelle in Atzbach  gibt es Bänke für die Erwachsenen und wieder Wasser und Schwäne für die Kinder. Es sind die kleinen Etappenziele, mit denen Eltern ihren Nachwuchs  zum Radfahren motivieren können.
Eine Tour für die ganze Familie bedeutet vor allem: Flache Strecken, niedriges Tempo. Dass auch das seinen Reiz haben kann, zeigt die Fahrt durch die sommerliche Natur zwischen Atzbach (hinten) und Dutenhofen.
Zwischenziel der Tour: Der Dutenhofener See. Während die erwachsenen Radler ein kaltes Getränk genießen, vergnügt sich der Nachwuchs am Strand und im Wasser. Kleiner Tipp bei heißem Wetter: Den meist schwarzen Fahrradsattel abdecken, zum Beispiel mit einem Kleidungsstück. Erspart dem Radler einen heißen Allerwertesten...
Südlich der Lahn geht es zurück Richtung Naunheim. Unsere Tourteilnehmer fahren gemütlich durch Wiesen und Felder. Weil die Wege im Lahntal gewöhnlich gut genutzt werden, gilt auch hier: Möglichst immer rechts fahren.
Und noch so ein Zwischenziel, das Kinder fasziniert: Eine echte Schleuse mit echten Booten - hier bei Dorlar.
An der Lahn entlang geht es unter der alten  Kanonenbahnbrücke Richtung Naunheim. Eine sommerliche Familientour sollte viele schattige Abschnitte enthalten, zum Durchschnaufen, Abkühlen und gegen die Gefahr des Sonnenbrandes.
Das Ziel: Der Schulplatz mitten in Naunheim. Im Ort gibt es genügend gastronomische Angebote, zu einer Familientour passt natürlich am besten ein kühles Eis in der nahen Eisdiele. Wer Geld sparen will, setzt sich zu Füßen der Kirche an den Brunnen und packt die mitgebrachten Stullen aus.
Gute 18 Kilometer lang ist die Tour - wer danach noch immer Energie übrig hat, rollt abermals auf die Lahninsel und tobt sich auf dem Spielplatz aus.
Die Tour in die Geschichte der Fürsten zu Solms und Braunfels startet am Stammsitz der Adligen: In Solms, genauer gesagt im Stadtteil Burgsolms und hier im Industrie- und Heimatmuseum.
Im Heimat- und Industriemuseum zeigt Museumsleiter Walter Liesendahl auf einer alten Karte, wo sich die Wasserburg der Edlen zu Solms befand, die im 14. Jahrhundert auf Betreiben der Stadt Wetzlar zerstört wurde.
Im Industrie- und Heimatmuseum sind viele alte Maschinen zu sehen, die die Entwicklung der heimischen Betriebe belegen. Viele von ihnen sind noch betriebsbereit.
Auf dem Weg nach Oberbiel halten wir an der Schleuse: Ein großes Kreuz erinnert an den tödlichen Reitunfall des Prinzen Bernhard, einem Bruder des regierenden Fürsten, im Jahr 1868. Prinz Bernhard galt als geschickter Verhandlungsführer unter anderem während der Unruhen von 1848. 1857 war er Repräsentant des europäischen Adels bei der Krönung des Zaren Alexander III in St. Petersburg. Sein Gastgeschenk, zwei Vasen, sind im Schloss Braunfels zu besichtigen.
Die Route nach Oberbiel übers Schleusengelände folgt dem Lahntalradweg.
In Oberbiel und dahinter geht es kräftig bergauf. Radler werden dafür - bei einem kleinen Abstecher Richtung Waldkindergarten - mit diesem Blick belohnt: Rechts ist Schloss Braunfels, davor Burgsolms und hinten links am Horizont der Feldberg zu sehen.
Die Route von Oberbiel folgt nun der "Hohen Straße", einer historischen Handelsstraße von Köln nach Frankfurt. Sie verlief in Wetzlar über die Alte Lahnbrücke.
Das nächste Etappenziel liegt mitten im Wald: Die Dianaburg steht auf dem Kesselberg mitten zwischen Greifenstein und Braunfels. Auch dieses frühere Jagdschloss erreichen wir auf der hohen Straße.
80 Stufen führen auf den 18 Meter hohen Turm der Dianaburg. Sie entstand im 19. Jahrhundert und gehört noch heute zum fürstlichen Besitz.
Fürst Ferdinand von Solms-Braunfels ließ die Dianaburg 1842/43 als Jagdschlösschen anlegen, später wohnte dort der Förster, der die weitläufigen Waldgebiete der Umgebung betreute. Heute öffnet Pächter Thomas Becker an jedem ersten Sonntag im Monat und lädt zu Kaffee, Kuchen, Getränken und einem einmaligen Ausblick von der Turmspitze.
Wie gut der Blick von der Turmspitze ist, das lässt sich in Stichworten beschreiben: Greifenstein, Dünsberg, Merenberg. Hier schauen der ADFC-Kreisvorsitzende Peter Fuess (links) und Dianaburg-Pächter Thomas Becker Richtung Merenberg.
Wegweiser sind im Wald zwischen Oberbiel und Greifenstein rar gesät. Hier weist einer auf den weiteren Verlauf der Hohen Straße Richtung Greifenstein hin. Er steht an einem besonderen Ort, dem „Welschen Brunnen“. Hier stieß Graf Wilhelm Moritz von Solms-Braunfels auf eine Gruppe von Hugenotten.  Er siedelte sie in seinem Herrschaftsgebiet an und kaufte zu diesem Zweck das Dorf Daubhausen.
Von der Dianaburg bis Greifenstein bleibt die Tour ungefährt auf einem Niveau. Lediglich kurz hinter der Klinik Elgerhausen wird die Steigung üppig und die Qualität des Weges hundsmiserabel.
Fast geschafft: Nach einem saftigen Schlussanstieg kommt Burg Greifenstein in Blick. Nach der Zerstörung der Wasserburg in Solms  floh Graf Johann IV. Ende des 14. Jahrhunderts nach Greifenstein.
Von Burg Greifenstein fällt der Blick weit ins Land, unter anderem auf (vorne) Katzenfurt und  (rechts) Ehringshausen.
Nach seiner Flucht aus Burgsolms ließ Graf Johann IV. Greifenstein mit Hilfe der Nassauer ausbauen. Daher gibt es zwei Türme, weiß Walter Liesendahl: Einer ist der Nassauer-Turm.
Von Greifenstein auf gut 440 Metern Höhe geht  es nun wieder lang bergab Richtung Lahntal. Die Waldwege sind breit und oft geschottert. Hier lohnen sich breite Reifen.  
Kurz vor dem Erreichen des Tals kommen die Radler am Hof Heisterberg vorbei. Die Hofgüter waren für die Fürsten seit jeher wichtige Wirtschaftsfaktoren, denn von ihnen aus wurden Felder und Wälder bewirtschaftet. Am Hof Heisterberg wurde ursprünglich sogart Wein angebaut, allerdings nicht lang, denn er war recht sauer, weiß Graf Johannes von Oppersdorff Solms-Braunfels. Er selbst hat hier zwölf Jahre langt gelebt.
Aus dem Lahntal geht es nun wieder hinauf, denn vor Schloss Braunfels, dem aktuellen Sitz der Fürsten, sind einige Höhenmeter zu bewältigen. Schloss Braunfels ist eben eine Höhenburg.
Breite Stufen: Die Treppe führt bis hinunter zum Marktplatz und war offenbar - die Dimensionen legen es nahe - auch hoch zu Ross zu erklimmen.
Etwa 200 Räume hat Schloss Braunfels, nicht alle sind aber ständig genutzt und voll eingerichtet.
Ein letzter Blick zurück: Auch wenn sich Braunfels in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert haben mag, die Höhenburg bestimmt weiter die Silhouette. Die  Burg wurde1246 erstmals erwähnt, aber erst im 19. Jahrhundert von Fürst Georg in ihrer heutigen Form umgestaltet - als Märchenschloss, dass es so im Mittelalter wohl nirgends gegeben hat,.
Am Fuße des Stoppelberges findet sich im Wald der Kochhansel-Brunnen. Die Kochhansel war eine Hexe, so ist es auf einer Tafel zu lesen, die verantwortlich für eine Feuersbrunst war, die im April 1706 Reiskirchen in Asche legte.
Am Anfang der Strecke rollt es sich zu Füßen des Stoppelberges über gut befahrbare Waldwege.
Kurz vor Volpertshausen zeigt der Blick zurück den Stoppelberg.
Hügelige Angelegenheit: Die Tour spielt sich zwischen Wetzlar und Hüttenberg ab, dabei wechseln sich leichte Gefälle- und Steigungsstrecken ab. 407 Höhenmeter kommen insgesamt zusammen, verteilt auf 21 Kilometer Streckenlänge.
Orte – hinten ist Volpertshausen zu sehen – sind auf dieser Tour nur Statisten. Es geht um die Wege, das sind meistens Wald- und Feld- oder Wanderwege, wie hier aber auch mal asphaltierte Wirtschaftswege.⋌
Ein früher offenbar einmal begehbarer Weg von Volpertshausen nach Vollnkirchen ist heute zugewuchert. Die Biker müssen sich ein Durchkommen suchen – und auch mal über Baumstämme klettern.
7,5 Kilometer nach dem Start kommt der Hüttenberger Ortsteil Vollnkirchen in Sicht.
Wer rasten mag, kann sich kurz hinter Vollnkirchen niederlassen.
Waldwege machen einen großen Teil der Strecke aus, hier im Wald zwischen Vollnkirchen und Rechtenbach.
Am Horizont sind Rechtenbach, dahinter Gießen und im Nebel vermutlich auch der Dünsberg zu sehen: Aussicht auf halbem Wege zwischen Vollnkirchen und Rechtenbach.
Es sind keine klassischen Radwegweiser, doch auch Radler wissen, wo es langgeht: Impression vom Wegesrand zwischen Vollnkirchen und Rechtenbach.
Auf dem Rückweg Richtung Wetzlar gewinnt die Strecke wieder an Höhe.
Nachdem der Stoppelberg zum zweiten Mal erklommen worden ist - auf dem Rückweg aus Rechtenbach - geht es Richtung Finsterloh wieder bergab und bergauf.
Heute nur noch Ruinen: Die Anlagen der früheren Standortschießanlage im Finsterloh passieren die Radler am Schluss der Strecke.
Heute nur noch Ruinen: Die Anlagen der früheren Standortschießanlage im Finsterloh passieren die Radler am Schluss der Strecke.
Im Finsterloh haben Mountainbiker kleine Trails, Schanzen und Schikanen angelegt. Sie garantieren rasante Bergabfahrten.
Gemeinsam auf "Testfahrt" im Wald (von rechts): ADFC-Tourenleiter Christian Fuess mit Ehefrau Diana und Redakteur Pascal Reeber.
Start der Tour: In Niedergirmes beherrschen große Wohnblocks die Straßen.
Auch das ist Niedergirmes: Kleine Häuser, mehr Grün auf der Fahrt Richtung Hermannstein.
Grenze von Niedergirmes und Hermannstein: An der ehemaligen Bundesstraße versammelt sich allerhand Gewerbe.
Wetzlarer Straße in Hermannstein mit Blick auf die evangelische Kirche: Die Denkmalpflege erwähnt die Straße wegen ihrer Lage im ältesten Teil des Ortes. Radler freuen sich am vielen Fachwerk.
Wetzlarer Straße 7 in Hermannstein: Das Untergeschoss wurde als Backhaus, das Obergeschoss als Ratssaal genutzt.
Idyllische Fahrt durch die Burgstraße in Hermannstein Richtung Blasbach.
Die Autobahn kommt in Sicht: Nach Blasbach führt die Route steigungsarm durchs Feld.
Die ersten Eindrücke von Blasbach.
Das Landesamt für Denkmalpflege schreibt über die Blasbacher Kirche: "Die Blasbacher Kirche besteht aus einem kleinen Rechtecksaal aus geputztem Bruchstein ohne Turm und ohne baulich abgesetzten Chor. Nach Osten und Westen ist ein halb abgewalmtes Satteldach mit liegendem Stuhl aufgesetzt, eine Balkenunterfütterung stützt den achteckigen und gedoppelten Reiter etwa in der Dachmitte; die Giebel sind verschiefert."
Bis nach Blasbach ist die Route zahm und flach, hinter dem kleinsten Wetzlarer Stadtteil zwingt der Aufstieg zum Melmes-Berg den Radlern ein paar Schweißtropfen ins Gesicht. Belohnt werden sie mit diesem Ausblick auf den etwa 950 Einwohner zählenden Ort.
Blick auf Wetzlar vom Melmes-Berg. Hinten rechts am Horizont ist Schloss Braunfels zu erkennen.
Die Route überquert die Autobahn 45.
Kurz vor dem Steinbruch Malapertus fällt der Blick ins Dilltal auf Aßlar und darüber hinaus.
Auf der Abfahrt vom Simberg kommt Naunheim in den Blick.
Ehemalige Schule in Naunheim. Das Landesamt für Denkmalpflege schreibt: "Das 1925 umgebaute, repräsentative, zweigeschossige Gebäude wurde als Schulhaus im Jahr 1873 errichtet. Es ist symmetrisch durch einen hervorspringenden Mittelrisalit mit klassizistischem Dreiecksgiebel geprägt, der beidseitig von je drei segmentbogig abgeschlossenen Fenstern in Erd- und Obergeschoss flankiert wird. Gebäudeecken und Risalit sind durch Lisenen abgesetzt, die ihren oberen Abschluss in einem breiten Traufgesims finden."
Blick auf Lahn und Naunheimer Mühle.
1909 wurde der eisene Steg über die Lahn gebaut, zuvor musste der Fluss zwischen Naunheim und Garbenheim per Fähre überquert werden.
Topfebene Wege in der Lahnaue zwischen Naunheim und Garbenheim.
Die Garbenheimer Kirche St. Georg wurde erstmals im 13. Jahrhundert genannt. Der heutige Bau stammt aus dem Jahr 1883. Die alte Kirche war im November 1865 wegen Einsturzgefahr geschlossen worden und fiel 1866 dem Dorfbrand in Garbenheim zum Opfer. 
Als "Wahlheim" ging Garbenheim in Goethes "Die Leiden des jungen Werther" in die Literaturgeschichte ein. Ein Gedenkstein auf dem Goetheplatz erinnert daran.
Zwischen Garbenheim und Dutenhofen müssen Radler auf die Straße.
Kontrast nach einigen Kilometern auf der Straße: Idyllisches Rollen in der Lahnaue kurz vor Dutenhofen.
Die Lahnbrücke nördlich von Dutenhofen Richtung Atzbach steht unter Denkmalschutz.
Das Jagdschlösschen direkt am Dutenhofener Bahnhof ist Hingucker und lädt durch seine zentrale Lage zur Rast ein.
Wie ein Abstecher in die Südsee: Der Dutenhofener See. Der Dünsberg im Hintergrund verrät, dass wir das Wetzlarer Umland nicht verlassen haben.
Bollwerk: Die Kirche in Münchholzhausen.
Der leider völlig zugewucherte Gedenkstein direkt neben der Münchholzhäuser Kirche erinnert an Gräfin zu Sayn-Wittgenstein, die das Dorf im Jahr 1814 vor der Zerstörung durch die Kosaken rettete, die hier im Befreiungskrieg gegen Napoleon stationiert waren. Auslöser soll die versuchte Vergewaltigung einer Bewohnerin durch einen Kosaken gewesen sein. Ihr Ehemann erschlug den Soldaten.
Im Ortskern von Münchholzhausen.
Nach dem Aufstieg an den Fischteichen entlang kommen das Blankenfeld und Leica in den Blick.
Das Naherholungsgebiet Kirschenwäldchen gehört bereits zu Nauborn.
Abfahrt vom Kirschenwäldchen in Richtung Nauborn. 
Hinter Nauborn geht es  auf dem Weg nach Steindorf wieder nach oben: Der Blick zurück hält diese tolle Aussicht bereit. Im Hintergrund sind das Krankenhaus und der Stoppelberg zu sehen.
Ausflugslokal: Das Hofgut Magdalenenhausen auf halbem Weg zwischen Nauborn und Steindorf.
Im Naturschutzgebiet Weinberg rollen wir über sehr einsame, idyllische Wege.
Am Straßenrand: Ansehlicher Hof im alten Ortskern von Steindorf. 
Das Ziel ist nicht mehr weit: Nach gut 42 Kilometern endet die Tour an der Kirche in Steindorf. 
Auf einer Anhöhe über der Lahn gebaut: Die Kirche des früheren Dorlarer Klosters ist Startpunkt der Tour.
Inschrift im Chorraum der Dorlarer Kirche. 
Der Taufstein der Dorlarer Kirche soll aus dem 12. Jahrhundert stammen.
„Sie ist schlicht, einfach, aber hat was“, sagt Küsterin Sabine Kapahnke über die Dorlarer Kirche. 
Fahrt durch die Lahnaue: Der 45 Meter hohe Atzbacher Kirchturm dominiert das Lahntal. 
In der Atzbacher Kirche fällt zuerst die Kanzel auf, die über dem Altar angebracht ist. 
Die Orgel war eigentlich für eine Kirche in Frankfurt-Sachenhausen gebaut worden, wurde dann aber  nach Atzbach weiterverkauft. Es fällt auf, dass sie sehr dicht unter der Decke hängt. Eine der dekorativen Figuren der Orgel musste mangels Platz entfernt werden. 
Das Uhrwerk der Atzbacher Turmuhr muss alle 14 Tage aufgezogen werden. 
2017 feiert die Gemeinde den 250. Geburtstag ihrer Atzbacher Kirche. Der Turm in seiner heutigen Form ist jünger, er stammt aus dem Jahr 1899. 
Ein Alleinstellungsmerkmal der Atzbacher Kirche sind die 43 Brüstungsmalereien des Kunstmalers Daniel Huisgen aus Lich. 
Auf dem Weg nach Krofdorf bietet sich Radlern dieser famose Blick auf Burg Gleiberg. 
Sechs dicke Holzbalken tragen die Empore und das Dach der Krofdorfer Margarethenkirche. 
Im Jahr 1271 wurde die Margarethenkirche erstmals urkundlich erwähnt. Mit der Reformation wurde das Gotteshaus zu einer protestantischen Kirche. 
Kein Gang: Seit einer Sanierung vor über 50 Jahren fehlt der Margarethenkirche der mittlere Durchgang. 
Recht einsam rollen die Räder zwischen Krofdorf und wißmar auf einem feinen Radweg. 
Die Kirche in Odenhausen wurde erstmals im Jahr 1256 urkundlich erwähnt, Baufachleute datieren das Bauwerk aber ins 11. Jahrhundert. 
Stühle statt Bänke: Die Odenhäuser Kirche ist vergleichsweise schlicht eingerichtet.
Auch in Odenhausen hat Kunstmaler Daniel Huisgen gewirkt, aber nicht ganz so viele Bilder wie in Atzbach angefertigt. 
Die heutige Kirche in Salzböden ist - man kann es noch erahnen - als Wehrturm angelegt worden. 
Um 1250 ließenb die Ritter von Salzböden das kleine Gotteshaus errichten. Die Renaissance-Grabmale an der Längsseite des Bauwerks erinnern an die Ritterfamilie Rolshausen. 
Besonderheit der Salzbödener Kirche: 1807 wurde eine zweite Empore eingebaut - über der ersten. 
Lahnau: 10 Kilometer
Braunfels, Burgsolms: 8 Kilometer 
Hüttenberger Land: 20 Kilometer 
Greifenstein: 20 Kilometer 
Waldsolms: 15 Kilometer 
Biebertal: 30 Kilometer 
Hohenahr, Ehringshausen: 25 Kilometer 
Schöffengrund: 25 Kilometer 
Wetzlar: 35 Kilometer 

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