Schicke Budgethotels locken in die Pistenregionen

Die Leistungen im „Nives“-Hotel im Bergdorf Sulden können individuell zusammengestellt werden. Den Panoramablick gibt es gratis dazu. Foto: Matthias Gapp

Im Skiurlaub für nur 40 Euro stylish übernachten? Das ist mittlerweile auch in den Top-Wintersportorten der Alpen möglich. Diese Design-Budgethotels warten auf Wintersport-Fans.

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. Günstiger Skiurlaub – das klingt nach kleinen Skigebieten in den Karpaten oder muffigen Pensionen mit durchgelegenen Matratzen. Die stetig wachsende Beliebtheit des Winterurlaubs in den Bergen und die hohe Nachfrage haben die Unterkunftspreise in schwindelerregende Höhe steigen lassen. Mit dem Ergebnis, dass Skiurlaub zu einem der teuersten Ferienvergnügen wurde. Eine neue Generation von Budgethotels steuert diesem Trend jedoch entgegen: Sie ist auf die Bedürfnisse von preisbewussten Bergsportlern ausgerichtet, dabei schick, modern und stylish eingerichtet und die Preise bewegen sich in Kategorien von 40 bis 70 Euro.

Die Leistungen im „Nives“-Hotel im Bergdorf Sulden können individuell zusammengestellt werden. Den Panoramablick gibt es gratis dazu. Foto: Matthias Gapp
Eine Mischung aus Hotel und Wohnung: Harry’s Home Hotels. Foto: Harry’s Home Hotels
Die Zimmer der Cooee-Alpin-Hotels sind funktional. Foto: Cooee Alpin Hotels

„Explorer Hotels“: Boutique-Hotels für Umweltbewusste

Design-Zimmer, Spa mit Sauna, Dampfbad und Fitnessstudio, Sportshop und das alles in einem klimaneutralen Passivhaus mit nachhaltigem Umweltkonzept – ab 40 Euro pro Person kostet der Aufenthalt in einem der bislang acht „Explorer Hotels“. Die Sporthotels gibt es dreimal in Deutschland (Berchtesgaden, Oberstdorf, Neuschwanstein) und an vier Standorten in Österreich (Montafon, St. Johann, Zillertal und in Hinterstoder im Ötztal). Bis 2020 sollen noch 12 „Explorer Hotels“ im Alpenraum dazukommen.

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Die Häuser für Bergliebhaber zeichnen sich äußerlich durch ihre Schindel-Verkleidung aus. Im Inneren sind Innovation und ökologische Verantwortung Trumpf. „Explorer Hotels sind die ersten Passivhaus-Hotels Europas und klimaneutral“, erklärt Katja Leveringhaus, die gemeinsam mit dem Oberstdorfer Hotelier Jürnjakob Reisigl die Gruppe gründete und die Geschäfte führt. Minimierung der Energieverluste und Maximierung der Energiegewinne – auf diesem Prinzip basiert das Konzept. Markenzeichen ist stets die große Werkbank in der Lounge. An ihr werden nicht nur Ski und Bikes präpariert, sie fungiert auch als Treffpunkt und Kommunikationszentrum, www.explorer-hotels.com.

Hotel „Nives“: Von der Natur inspiriertes Basislager in Sulden

Unnötiges wird einfach weggelassen: Im Westen Südtirols, im 400-Einwohner-Bergdorf Sulden, zahlen Gäste im Hotel „Nives“ nur für das, was sie auch in Anspruch nehmen. Denn die Idee des 2013 eröffneten Hotels im Ortler-Skigebiet lautet: Jeder soll sich seinen Urlaub nach eigenen Wünschen und Vorstellungen zusammenstellen – und zugleich den Geldbeutel schonen. Das heißt: Individualisten, Preisbewusste, Junge und Junggebliebene reservieren in dem hippen Haus mit den großen Fensterfronten, Natursteinmauern, Holzverschalungen und der Innenausstattung aus Lärchenholz nur das Zimmer. Frühstück oder Abendessen kann unkompliziert vor Ort dazu gebucht werden. Der Gast wählt aus zwei Zimmerkategorien: Die günstige Variante heißt „Basecamp“, ein Doppelzimmer mit Bad ab 45 Euro.

Wer es etwas luxuriöser mag, geht ins „Basecamp de Luxe“. Für 70 Euro pro Person gibt es auf den 30 Quadratmetern auch eine Wohnecke mit ausziehbarer Couch, Badewanne und Bidet im Badezimmer sowie einen Flatscreen-Fernseher. Alle Basislager sind mit WLAN und Kirschholzböden ausgestattet und bieten einen Panoramablick auf das Ortlermassiv. Beide Zimmervarianten können für maximal vier Personen gebucht werden. Die dritte und vierte Person zahlt nur jeweils 15 Euro pro Tag, www.marlet.com.

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„Harry’s Home Hotel“: Hundefreundlicher Hybrid in Vorarlberg

Hybride Hotellerie oder der Missing Link zwischen Hotel und Wohnung nennen sich Harry’s Home Hotels. Der Innsbrucker Hotelier Harald Ultsch eröffnete vor mehr als zehn Jahren das erste inhabergeführte Designhotel in Graz mit einem Baukastenprinzip, bei dem Frühstück, Wäscheservice, die Frequenz der Zimmerreinigung oder die Espressomaschine auf dem Zimmer individuell dazu gebucht werden können.

Mittlerweile gibt es „Harry’s Home Hotels“ in München, ab 2019 auch in Zürich, Linz, Wien, Graz und in Dornbirn in Vorarlberg. „Harry’s Home“ in Dornbirn befindet sich nicht direkt an der Piste, sondern in der historischen Altstadt. 15 Minuten entfernt liegt das Familienskigebiet Bödele. Die Skiregion Silvretta Montafon mit 37 Bergbahnen, 140 Pistenkilometern, Snowparks und Freeride-Hängen ist eine halbe Autostunde entfernt. Die 66 Zimmer sind in Grün- und Rottönen eingerichtet und die meisten haben eine Kitchenette. Das Doppelzimmer kostet ohne Frühstück ab 60 Euro. Eine Nespresso-Kaffeemaschine mit fünf Kapseln gibt es für fünf Euro Aufpreis. Hunde sind übrigens herzlich willkommen, www.harrys-home.com

„Cooee Hotels“: Smarte Idee der Ex-Skistars Maier und Schönfelder

Der Hotelname ist schwer auszusprechen („Kjuuuiiiih“), da er aus Australien kommt. Aber die Initiatoren, die hinter dem Konzept stehen, sind umso bekannter: Die Österreicher Hermann Maier und Rainer Schönfelder, beide ehemalige Skirennfahrer. Sie wollten etwas Neuartiges in der alpinen Hotellerie schaffen: Qualitativ hochwertige Hotels mit modernem und funktionellem Interieur – und das Ganze zu einem fairen Preis-Leistungsverhältnis in perfekter Lage für Sommer- und Winteraktivitäten. So entstanden bislang drei „Cooee Hotels“ im Dachstein, Lungau und in St. Johann in den Kitzbühler Alpen. In diesem Jahr ist eine Neueröffnung in Bad Kleinkirchheim in Kärnten geplant.

Das Cooee in St. Johann in Tirol ist nicht weit vom Promi-Ort Kitzbühel gelegen und lockt mit Preisen ab 62 Euro fürs Doppelzimmer ohne Frühstück. Dafür gibt es eine Sauna, einen Fitnessraum, kostenloses WLAN im gesamten Haus, eine Ladestation für Elektro-Autos und kostenlosen Eintritt in die Panorama Badewelt in St. Johann. Die Zimmer, darunter auch zahlreiche Familienzimmer, sind mit viel Holz und einer Regenwasserdusche in jedem Bad ausgestattet, www.cooee-alpin.com.

Von Michaela Strassmair