Mit Hund in den Urlaub

Unbekümmert im  Wasser toben: An  vielen Stränden sind Hunde willkommen. Foto: dpa / Mohssen Assanimoghaddam

Die Vierbeiner gehören zur Familie und dürfen oft auch auf Reisen nicht fehlen: Mit diesen Tipps wird die gemeinsame Auszeit für alle entspannt.

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. 9,4 Millionen Hunde lebten 2018 in deutschen Haushalten. Der Hund ist für viele Menschen der beste Freund und ein Teil der Familie. Selbstverständlich, dass der Vierbeiner im Urlaub auch dabei sein muss. Wenn einige grundlegende Dinge wie die frühzeitige Planung beachtet werden, dann steht einer entspannten Reise für Mensch und Tier nichts mehr im Weg. Denn es gibt so viele hundefreundliche Angebote wie nie zuvor.

1.Das passende Urlaubsziel

Wohin soll die Reise gehen? Am Anfang dieser Frage steht die Reisetauglichkeit Ihres Hundes. Denn die Tiere leiden oft – wie Menschen – unter Reiseübelkeit und extremer Hitze, können seekrank werden und beim Fliegen in Stress geraten. Fernreisen mit Hund sind aufwendig zu organisieren und werden von Hundetrainern generell nicht empfohlen, vor allem, wenn es sich nur um einen Kurztrip handelt.

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Für einen nahen Strandurlaub bieten sich Ziele an Nord- und Ostsee an. An den deutschen Küsten wie auch in den Niederlanden, Belgien und Dänemark gibt es viele ausgewiesene Hundestrände. Hier können Hundebesitzer mit ihren Lieblingen durch die Dünen tollen, im Wasser planschen und sich ungestört mit Gleichgesinnten austauschen. Badeurlaube im südlichen Europa sollten Hundefreunde besser auf Frühjahr und Herbst verlegen, wenn es nicht mehr so heiß ist und die Strände nicht mehr so voll sind.

Wer in den Ferien sportlich aktiv sein will, macht einen Wanderurlaub in den Bergen oder eine Radtour entlang von Flüssen. Allerdings sollte der Hund fit sein, für junge oder betagte Hunde eignen sich Aktivurlaube nicht.

Auch Wellnessurlaub mit dem Vierbeiner ist heutzutage kein Problem mehr. Tierliebe Hoteliers auf der ganzen Welt haben diese Zielgruppe erkannt und bieten entsprechenden Luxus für Mensch und Tier. Im niederbayerischen Seehotel „Moldan“ beispielsweise, das sich selbst als Stern am Hundehimmel bezeichnet, gilt die Philosophie: Entspannter Mensch ist gleich entspannter Hund. Deshalb können Hundebesitzer ihr Lieblingstier mit zu Wellness-Behandlungen bringen oder die Wohlfühlabende genießen, die für Mensch und Hund gemeinsam konzipiert sind.

2.Die passende Unterkunft

Sind Hunde im Hotel erlaubt? Dürfen sie alleine auf dem Zimmer bleiben und mit ins Restaurant? Wer ein Hotel bucht, muss diese Fragen vorher klären. Oder er wählt gleich ein auf Hunde spezialisiertes Haus. In diesen Hotels, die meist zur Luxuskategorie gehören, gibt es alles, wovon Hundefans träumen können: Begrüßungsleckerli und geschulte Hundesitter, Hundesalons, Massage und Physiotherapie für Vierbeiner, eigene Hundemenüs in den Restaurants sowie Kurse in der Hundeschule und Kuschelbetten für die tierischen Begleiter. Es gibt sogar spezialisierte Guidebücher wie „Hundefreundliche Hotels“ von „Mein Tophotel“.

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Wer nicht so viel Geld für einen Luxushundeurlaub ausgeben und lieber unabhängig sein will, bucht ein tierfreundliches Ferienhaus oder eine Ferienwohnung. Hier gibt es mehr Platz als im Hotel und der Hund kann immer und überall dabei sein. Dafür ist allerdings meist ein Aufpreis fällig. Das Angebot an hundefreundlichen Unterkünften ist riesig: Laut der größten europäischen Reiseplattform für Hundereisen gibt es in Europa mehr als 150 000 hundegerechte Ferienwohnungen und hundefreundliche Hotels.

Wer das Abenteuer und die Einfachheit sucht, hat die Wahl aus etlichen europäischen Campingplätzen, auf denen vierbeinige Gäste willkommen sind. Diese sind oft mit speziellen Hundeduschen und Tüten für die Hinterlassenschaften ausgestattet. Natürlich dürfen Hunde auch mit in die angeschlossenen Restaurants, wo sie sogleich einen Napf mit Wasser bekommen. Auch hierzulande gibt es auf Hunde ausgerichtete Campingplätze wie den Campingpark „Buntspecht“ in Brandenburg, wo die Hunde mit einem Hundefön getrocknet werden können, damit sie nach dem Bad in der Hundebadestelle nicht nass ins Zelt schlüpfen müssen. Im Familiencampingpark Viechtach im Bayerischen Wald gibt es extra eingezäunte Hundestellplätze.

Mit dem Hund auf hohe See? Das klingt nach Schnapsidee und war bis vor ein paar Jahren nicht möglich. Doch einige wenige Reedereien bekennen sich mittlerweile zur Hundeliebe und haben entsprechende Angebote aufgelegt. Ein wahres Luxusleben wartet auf der Transatlantikpassage des Kreuzfahrtschiffs „Queen Mary 2“ nicht nur auf Herrchen und Frauchen. Auch der Hund wird umfassend verwöhnt – auf einem speziellen Deck mit eigenem Zwinger, Spielzeug und Edelfutter. Fürs Beinchen-Heben wurden extra ein Laternenpfahl und ein Feuerhydrant aufgestellt. Crew-Mitglieder gehen regelmäßig mit den vierbeinigen Kreuzfahrern Gassi. Hunde dürfen das Deck allerdings nicht verlassen, denn sie haben keinen Zugang zum Gästebereich des Schiffes. Auch de Kreuzfahrtlinien Color Line, Hurtigruten und Cunard erlauben die Mitnahme von Hunden. Auf den bekannten Tui Cruises , Aida-, oder MSC-Kreuzfahrtschiffen sind Hunde nicht erlaubt.

Hundekreuzfahrten gibt es auf deutschen Flüssen wie dem Rhein, der Mosel und der Saar. An Bord von 1A Vista Flusskreuzfahrten mit der „MS Normandie“ und der „MS Poseidon“ sind tierische Gäste willkommen, sie dürfen auch in alle Bereiche des Schiffes – Salon, Restaurant, Rezeption und an Deck – solange sie an der Leine sind. Auf dem Sonnendeck gibt es eine kleine Hundewiese und die Anlegestellen sind so gewählt, dass die Tiere jeden Tag mehrmals Auslauf bekommen.

3.Der passende Transport

Auto? Bahn? Schiff oder doch Flugzeug? Für viele Hundehalter gibt es nur ein Verkehrsmittel für eine entspannte Urlaubsreise mit Hund: das Auto. Denn mit dem eigenen Fahrzeug ist man flexibel und kann oft anhalten. Für den Hund bedeutet das weniger Stress, sofern er Auto fahren gewohnt ist.

Ist der Hund größer als eine Hauskatze, muss bei Bahnfahrten die Hälfte des Ticketpreises für ihn bezahlt werden. Zudem besteht während der Fahrt Leinen- und Maulkorbzwang. Meist gibt es auf den Bahnstrecken kaum Zwischenstopps, um Gassi zu gehen.

Noch mehr Stress für Hund und Herrchen bedeuten Flüge. Wiegt das Tier mehr als fünf Kilo, muss es in einer speziellen Transportbox im Frachtraum mitreisen. Der Lärm im Flugzeug, die unbekannte Umgebung und das Fehlen der Bezugsperson machen die Vierbeiner zusätzlich nervös. Deshalb wird vor Flugreisen empfohlen, einen Tierarzt zu konsultieren. Zudem hat jede Airline ihre eigenen Tierbeförderungsbestimmungen, worüber sich Hundebesitzer vorab genau informieren sollten.

4.Die passenden Informationen

Spezialisierte Reisebüros im Internet wie travel4dogs.de, hundeurlaub.de, wuffundweg.de, oder urlaub-mit-hund.de bieten die unterschiedlichsten Reisen mit Hund an. Großer Vorteil: Hundebesitzer brauchen sich um fast nichts zu kümmern, da alles organisiert wird. Auch große Reiseanbieter wie Post Reisen oder Rewe Reisen haben günstige Hundeurlaube im Programm.

Von Michaela Strassmair