Mehr Platz auf Reisen: von Beinfreiheit bis Exragepäck

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So bekommt man den besseren Platz im Flieger, reist entspannter mit der Bahn und packt effektiv seine Koffer. Mit kleinen Tipps entspannter unterwegs.

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. Beim Verreisen werden alltägliche Dinge und Bedürfnisse schnell zum Luxus. Ganz oben auf der Liste steht das Thema Platz. Ob Beinfreiheit im Flieger, ein paar extra Zentimeter in der Bahn oder mehr Platz im Koffer – all diese Dinge kann der Reisende haben. Dafür muss er aber meist etwas tiefer in die Tasche greifen. Doch es gibt Tricks, mit denen man sich buchstäblich etwas mehr ausbreiten kann – manchmal geht das auch ohne Aufpreis. So bleibt mehr Geld für Cappuccino und Co in der Reisekasse.

Die First und die Business Class sind wohl der größte Luxus, den Reisende über den Wolken genießen können. Dort bekommen Passagiere nicht nur einen besseren Service, sondern können auch oft in komplett waagerechter Position schlafen, und auch der Sitznachbar ist weit genug von der eigenen Komfortzone entfernt.

Die Annehmlichkeiten lassen sich die Airlines gut bezahlen – doch während Glückspilze auf ein Upgrade in die Business Class spekulieren können, bleibt die First Class nur Superreichen vorbehalten.

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Einen guten Kompromiss, insbesondere für Langstreckenflüge, stellt die Zwischenklasse Economy Plus dar. Diese heißt je nach Airline etwas anders. So nennt sie zum Beispiel Etihad „Economy Space“, bei Condor findet man sie unter „Premium Economy“, Aeroflot nennt sie „Comfort Class“ – unter den unterschiedlichen Bezeichnungen verbirgt sich jedoch das gleiche Produkt: Eine Zwischenklasse, die deutlich erschwinglicher als die Luxusklassen ist, dem Reisenden jedoch eine extra Portion Komfort sichert. Air France bietet in dieser Kategorie 40 Prozent mehr Platz. Bei der Lufthansa gibt es 18 Zentimeter mehr Beinfreiheit im Vergleich zur Economy Class. In den Plus-Klassen können Passagiere außerdem meist zwei Gepäckstücke aufgeben und zu jedem Sitz gehören doppelte oder breitere Armlehnen, sodass man nicht wie üblich, eine schmale Lehne mit dem Sitznachbarn teilen muss. Für das Handgepäck gibt es zusätzliche Staumöglichkeiten und auch die Sitze lassen sich stärker nach hinten neigen. Je nach Airline kostet diese Option ab etwa 40 Prozent Aufpreis im Vergleich zum Economy-Ticket.

Wenn der Aufschlag für das Flugticket nicht im Reisebudget vorgesehen ist, kann man mit einigen Tricks auch kostenlos zu mehr Platz gelangen. Die erste Sitzreihe in der Economy-Class kostet häufig keinen Aufpreis, bietet jedoch mehr Beinfreiheit. Auch in den Reihen an den Notausgängen können sich Fluggäste etwas mehr ausbreiten. Wer auf den Ausblick verzichten, dafür aber die Beine ausstecken möchte, ist auf einem Gangplatz gut aufgehoben.

Paare können außerdem einen Gang- und einen Fensterplatz reservieren. Ist die Maschine nicht vollständig ausgebucht, stehen die Chancen gut, dass der unbeliebte Mittelplatz frei bleibt. Um die beste Auswahl der Sitzplätze zu bekommen, sollte man beim Online-Check-In schnell sein. Dieser wird in der Regel 23 Stunden vor Abflug freigeschaltet. Damit die Platzwahl nicht zum Glücksspiel wird, lohnt es sich, zuvor einen Blick auf Webseiten wie seatguru.com und seatexpert.com zu werfen. Dort gibt es Sitzpläne der verschiedenen Flugzeugmodelle diverser Airlines. Auf Seatguru gibt es auch Bewertungen zur Qualität des Sitzplatzes, unter Berücksichtigung verschiedener Kriterien. Darunter entweder „fehlende Armlehne“ (Häufig am Notausgang) oder kein Fenster bei dem vermeintlichen Fensterplatz.

Sollten Reisende bei der Buchung nicht viel Glück gehabt haben, so gibt es noch einen Notfalltipp: Ertönt der Satz „Boarding completed“, so lohnt es sich, nach einem besseren Platz Ausschau zu halten und sich vor dem Start schnell umzusetzen – wer weiß, vielleicht ist ja die Reihe am Notausgang noch komplett frei?

Wer sich statt fürs Fliegen für eine längere Bahnfahrt entscheidet, der kann auch auf dem Landweg ein paar Zentimeter gewinnen. In der ersten Klasse bekommt der Reisende bei der Bahn gegen Aufpreis, neben weiteren Annehmlichkeiten, sieben Zentimeter mehr Platz. Also „mindestens 89 cm“ im Vergleich zu „mindestens 82 cm“ in der zweiten Klasse, laut Bahn.de. Hier lohnt sich der Vergleich, denn gerade im Sparpreissektor kostet das Erste-Klasse-Ticket häufig nur einige Euro mehr.

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Wer tatsächlich sitzend sein Ziel erreichen möchte, reserviert vorher am Besten einen festen Platz – gerade auf beliebten Strecken lohnt sich die Vorabbuchung. Gut zu wissen ist jedoch: Die Platzreservierung verfällt 15 Minuten nach Abfahrt, wenn man den gebuchten Platz nicht rechtzeitig besetzt. Ein Blick auf die Infotafel am Bahnsteig hilft, an der richtigen Stelle, beim richtigen Zugabschnitt einzusteigen, sodass man möglichst schnell seinen Platz im Waggon erreicht. In Tickets der ersten Klasse ist die Reservierung bereits in der Fahrkarte enthalten.

Ist die Reise weitestgehend durchgeplant und die Tickets gebucht, geht’s ans Packen. Checklisten helfen an alles Nötige zu denken, und wer sich strikt an sie hält, nimmt auch nichts Überflüssiges mit. So bleibt Platz im Koffer, falls man vor Ort noch etwas einkaufen möchte. Landen farblich aufeinander abgestimmte Kleidungsstücke im Gepäck, die sich alle miteinander kombinieren lassen, dann darf es auch ein Teil weniger sein. Lonely Planets Ratgeber „Best ever travel tips“ rät zudem, Reisewaschpulver mitzunehmen – so kann man aus seinen wenigen Teilen unterwegs den größten Nutzen ziehen. Und wenn dann immer noch nicht alles in den Koffer passt, schafft man eben etwas Platz mit einer ausgeklügelten Packtechnik. Lonely Planet rät, seine Kleidung in Bündel zu schnüren. Dazu werden Kleidungsstücke um einen Kern aus Socken und Unterwäsche herumgebunden – Teile die für Knitterfalten besonders anfällig sind, landen weiter weg vom Kern, weniger empfindliche Kleidung wird näher an den Kern dran gewickelt. Zum Schluss wird das Päckchen gut verzurrt und sicher im Koffer verstaut, das erspart nicht nur lästige Knitterfalten, sondern schafft auch mehr Platz im Gepäck – und der entspannten Auszeit steht nichts mehr im Wege.

Von Liudmila Kilian