Frühbucherrabatte verpasst

Wer früh bucht, kann sich über Urlaubsschnäppchen freuen. Foto: vectorfusionart - stock.adobe

Reiseveranstalter locken von November bis Februar mit Rabattaktionen – aber wird der Urlaub teurer, wenn man sich jetzt noch nicht entscheiden kann? Wir haben Antworten.

Anzeige

. Anfang des Jahres ist es Zeit, den Urlaub für den nächsten Sommer zu buchen. Schon seit November locken die großen Reiseveranstalter mit Frühbucherrabatten – da gibt es Preisersparnis von bis zu 50 Prozent auf Reisen in beliebte Zielgebiete. Es wird mit Kinderfestpreisen geworben und mit Familienpaketen. Was aber, wenn man sich jetzt einfach noch nicht entscheiden kann? Wenn man noch nicht weiß, wohin man im Sommer verreisen möchte? Muss man sich Sorgen machen, dass der Urlaub auf jeden Fall teurer wird, nur weil man zu den Kurzentschlossenen gehört? Zumal die ersten Fristen für Rabatte ja bereits abgelaufen sind.

„Wenn man die Frühbucherrabatte verpasst hat, bedeutet das nicht, dass manche Reisen im Laufe der Zeit nicht doch noch einmal günstiger werden“, sagt Reiserechtsexperte Christian Gollner von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Aber er empfiehlt, möglichst früh zu buchen, wenn man weiß, wohin man will, weil man dann noch die volle Auswahl hat. „Frühbucherrabatte sind grundsätzlich gut für Leute, die zeitlich gebunden sind – zum Beispiel Familien mit Kindern, die in den Sommerferien verreisen wollen.“

Das bestätigt Bettina Desch, Leiterin der Unternehmenskommunikation Deutschland von Thomas Cook. Aber sie beruhigt: „Wer sich nicht langfristig festlegen kann, findet auch im Last-Minute-Bereich immer noch passende Urlaubsangebote.“ Allerdings müssten besonders in den Schulferienzeiten eventuell Abstriche gemacht werden – zum Beispiel, was den Abflughafen angeht, das Hotel oder die Urlaubsregion. Grundsätzlich gelte: Je kurzfristiger man bucht, desto flexibler muss man bei der Wahl des Hotels oder des Feriengebietes sein.

Wem es also egal ist, wo er seinen Urlaub verbringt, der kann auf günstige Last-Minute-Angebote warten. Denn auch im Tourismus gilt: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Ziele, die beliebt sind und die gut gebucht werden, sind entsprechend teurer als andere, die weniger gefragt sind – auch bei den Last-Minute-Angeboten. Und wenn das Angebot größer ist als die Nachfrage, gibt es günstige Angebote. Allerdings gehe der Trend schon seit einigen Jahren weg von der kurzfristigen Last-Minute-Buchung hin zur Vorausbuchung, sagt Martin Schlupp, Pressesprecher von Dertouristik. „Nicht zuletzt deshalb, weil es in der Vergangenheit Engpässe in besonders beliebten Reisezielen gegeben hat. Für den Verbraucher ist es attraktiver, die Wunschreise oder das Wunschhotel mit einer Frühbucherermäßigung zu buchen, als auf ein begrenztes Last-Minute-Angebot zu warten.“

Anzeige

Wenig Verlass ist auf die Preisangaben in Katalogen, denn diese können sich im Laufe der Saison noch ändern, genauso wie die Preise von früh gebuchten Reisen. Die Ursachen hierfür sind zum Beispiel steigende Treibstoffkosten oder Änderungen bei Flughafengebühren. „Pauschalreisen können nachträglich bis zu acht Prozent teurer werden, ohne dass Verbraucher die Möglichkeit haben, vom Reisevertrag kostenfrei zurückzutreten“, sagt Rechtsexperte Christian Gollner. Allerdings verzichten die meisten Reiseveranstalter zum Glück auf nachträgliche Preiserhöhungen.

„Eine nachträgliche Preiserhöhung mag rechtlich zulässig sein, doch machen wir davon keinen Gebrauch, da eine Nachbelastung weder kundenfreundlich noch zweckmäßig ist, ja sogar die Sinnhaftigkeit von Frühbucherrabatten in Frage stellen würde. Was die spezielle Erhöhung von Treibstoffkosten betrifft, so wird diese lediglich von den Airlines selbst erhoben und fließt bereits in die Kalkulation des Gesamtflugpreises mit ein“, erklärt Richard Brodrecht, Chief Commercial Officer bei FTI.

Und auch Thomas Cook hat entschieden, bei Pauschalreisen das Recht auf nachträgliche Preiserhöhungen von bis zu acht Prozent nicht zu nutzen. Damit will der Veranstalter seinen Kunden und Reisebüropartnern Preis- und Planungssicherheit bieten. Außerdem können Kunden von Thomas Cook Signature und Neckermann Reisen mit der sogenannten „FlexOption“ bis zu zehn Tage vor Reiseantritt ohne Angabe von Gründen umbuchen. Und für alle, die sich jetzt noch nicht entscheiden können, bietet der Veranstalter noch bis Ende Juli Frühbucherrabatte von bis zu zehn Prozent an.

Günstige Urlaubsschnäppchen kann man also immer machen – selbst, wenn alle Frühbucherfristen verstrichen sind. Diese hängen nämlich in erster Linie vom Zielgebiet, dem Reisezeitraum und der Nachfrage ab.