Diese Plätze muss man gesehen haben

Marienplatz München. Foto: Joerg Lutz

Durchatmen unter Bäumen, einkaufen im Getummel oder ein Cappuccino zwischen historischen Gebäuden: Unsere Autoren haben ihre Lieblingsplätze gesammelt, die einen Besuch wert sind.

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. Marienplatz München

Von Natascha Gross

Ein Phänomen können Besucher des Münchener Marienplatzes zu festen Uhrzeiten bestaunen: Täglich um 11 und um 12 Uhr sowie von März bis Oktober um 17 Uhr richten so ziemlich alle ihren Blick auf das Neue Rathaus. Denn zu diesen Zeiten erklingt das Glockenspiel. Da kann direkt vor der Nase eines jeden ein Pantomime oder ein Musiker stehen, sie hätten keine Chance, die Aufmerksamkeit des Publikums zu erhaschen. Denn nicht nur die Blicke, sondern auch die Kameras und Smartphones haben Jung und Alt in die Höhe gerichtet, um zu dokumentieren, was es neben Dirndl und Brezn noch so alles gibt, das Bayern und München ausmacht. Wer das einmal gesehen hat, kennt aber noch längst nicht alles. Denn die Melodien werden im Laufe des Jahres gewechselt. Es kommen sechs verschiedene Kombinationen von jeweils vier Liedern zum Einsatz. Das fünftgrößte Glockenspiel Europas ertönte erstmals im Jahr 1908.

Marienplatz München.
Altstädter Ring in Prag.
Altstädter Ring in Prag.
Wien Stephansplatz.
Schlossplatz Warschau.
Rom Campo de’ Fiori.
Blick vom Lindenhof in Zürich.
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Altstädter Ring in Prag

Von Daniel Holzer

Der Altstädter Ring oder auch Altstädter Markt verkörpert das Herz der Prager Altstadt. Hier zeigt sich die tschechische Hauptstadt von ihrer besonders schönen Seite. Eindrucksvolle Renaissance- und Barockhäuser ziehen die Blicke der Menschen ebenso auf sich wie die berühmte Astronomische Uhr am Prager Rathaus. Das technische Wunderwerk aus der Zeit der Gotik zeigt zu jeder vollen Stunde die zwölf Apostel. Für Kunstliebhaber ist ein Besuch der Nationalgalerie Pflicht. Das historische Flair wird durch moderne Bars, Restaurants und Cafés ergänzt. Besonders lecker ist der Prager Schinken, den man sich am besten am Holzstand von „Old Ham Prague“ holt. Der Altstädter Ring ist außerdem der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge in der Stadt. So führt zum Beispiel der Königsweg über den Platz, die historische Route durch die Innenstadt.

Wien Stephansplatz

Von Eva Wodarz-Eichner

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Hier schlägt das Herz von Wien: Der Stephansplatz ist nicht nur der geografische Mittelpunkt der österreichischen Hauptstadt, sondern auch der emotionale. Hier, im Zentrum des Ersten Bezirks, spielt sich das Leben der Wiener (und der Touristen!) ab – vor Jahrhunderten war das nicht anders. Nur ein paar Schritte sind es zur Wiener Hofburg, wo die Kaiserappartements und das Sisi-Museum einen Einblick in die legendäre Vergangenheit der Donaumonarchie geben. Wer sich ein Stück davon mit nach Hause nehmen will, wird garantiert bei den k.u.k.-Kuriositäten in der Himmelpfortgasse (wo gibt es sonst so schöne Straßennamen?) fündig, ebenfalls nur einen Steinwurf vom Stephansplatz entfernt. Der gotische Stephansdom, der dem Platz seinen Namen gegeben hat, ist eines der Wahrzeichen Wiens.

Schlossplatz Warschau

Von Liudmila Kilian

Er ist umgeben von der wohl jüngsten Altstadt der Welt, der Schlossplatz in Warschau. 1944 wurden viele Gebäude, die den Platz säumten, zerstört oder stark beschädigt. Beim Wiederaufbau wurde der ehemals stark befahrene Schlossplatz zur Fußgängerzone umgestaltet, die 1953 fertiggestellt und eingeweiht wurde. An dem verkehrsberuhigten Bereich erfreuen sich bis heute viele Warschauer und Besucher, die sich gern an dem weitläufigen Platz aufhalten. In seinem Zentrum steht die Sigismudssäule. Sie gilt als eines der Wahrzeichen der polnischen Hauptstadt und dient als beliebter, zentral gelegener Treffpunkt. Um sie herum befinden sich viele Cafés und Restaurants und schon bei den ersten Sonnenstrahlen strecken die Gäste gierig die Nase ins Licht, wahrend sie ihren Cappuccino genießen.

Rom Campo de’ Fiori

Von Monika Nellessen

Nein, das ist kein Geheimtipp. Wer auf den Campo de’ Fiori in Rom kommt, wird viele Römer, aber noch mehr Touristen aus aller Welt treffen. Und doch taugt der Platz mitten im Centro Storico dazu, gleich am Anreisetag den Rhythmus des römischen Alltags aufzunehmen. Laut und voll ist es, denn auf dem „Blumenplatz“, so die deutsche Übersetzung wird täglich, außer sonntags, bis zum Mittag ein Markt abgehalten. Genau dort übrigens, wo vor über 400 Jahren der Philosoph Giordano Bruno verbrannt wurde, woran mitten im Getümmel ein Denkmal erinnert. Obst und Gemüse gibt es, aber auch grässliche Kitsch-T-Shirts und wunderbar duftende Rosen und Lilien. Kaufen muss man als Städtereisender hier wirklich nichts, aber man sollte sich hinsetzen und dem Treiben zuschauen, wahlweise bei einem Cappuccino oder einem Teller einfacher Pasta (auch bessere Restaurants gibt es woanders). So lange, bis man glaubt, angekommen zu sein. Dann ist es vom Campo de’ Fiori nicht weit ins barocke Rom der Piazza Navona, ins jüdische Rom hinter dem antiken Teatro di Marcello oder ins katholische Rom jenseits der Engelsburg.

Zürich Lindenhof

Von Ute Strunk

Die schönsten Orte, an denen man sich in Zürich aufhalten kann, sind eigentlich die Badis, die Freibäder, – zumindest im Sommer, wenn es heiß ist und man sich nach einer Abkühlung sehnt. Allen, die zu einer anderen Jahreszeit nach Zürich reisen, oder die nicht so vernarrt ins Schwimmen in historischen Freibädern sind, sei der Lindenhof empfohlen. Dieser Platz auf dem Hügel einer in der Eiszeit entstandenen Moräne ist eine Oase der Ruhe mitten in der Stadt. Auf Bänken sitzt man gemütlich unter dem grünen Blätterdach der vielen Linden, die Namensgeber des Platzes sind – perfekt für eine kleine Pause nach dem Stadtrundgang. Da schmeckt das mitgebrachte Picknick besonders gut. Auch der Ausblick auf die Limmat und die Altstadt mit Großmünster, Universität und Rathaus am anderen Ufer des Flusses lohnt den kleinen Aufstieg auf den Lindenhof.