So feiert Neuseeland Weihnachten

Ärmelloses Kleid und Weihnachtsmütze: Weihnachtsparade in Stokes Valley, Neuseeland.Foto: Jens Schulze  Foto: Jens Schulze

Zwar muss sich der Weihnachtsmann, so wie es aussieht, hierzulande mal wieder nicht durch tiefen Schnee kämpfen. Doch auf der Südhalbkugel kommt er ganz schön ins Schwitzen....

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. Zwar muss sich der Weihnachtsmann, so wie es aussieht, hierzulande mal wieder nicht durch tiefen Schnee kämpfen. Doch auf der Südhalbkugel kommt er ganz schön ins Schwitzen. Denn trotz sommerlicher Temperaturen tourt er traditionell mit schweren Stiefeln, rotem Mantel und Mütze durch Neuseeland.

Vor allem Weihnachtsparaden halten den bärtigen Mann ganz schön auf Trab, bis er am Weihnachtstag die Geschenke bringt: Jeder größere Ort lädt ihn in der Vorweihnachtszeit zum festlichen Umzug ein, den er mit seiner vierrädrigen Kutsche begleitet. Durch die Hauptstadt zieht traditionell die größte Parade: Ob Turngruppe, Seniorenchor oder Mobilfunkanbieter – sämtliche Vereine, Schulen und Firmen schicken einen bunt geschmückten Wagen durch Wellingtons Innenstadt. Santa Claus stimmt Lieder an, verteilt Süßigkeiten, nimmt Wünsche entgegen und stöhnt ab und zu leise über den Vorweihnachtsstress.

Den Stress kennt auch Olivia Brown. Die 45-Jährige hat Baum und Braten erst in letzter Minute besorgt und lange nachgedacht, was sie ihrer Mutter, ihrer Schwester, ihren Neffen und Nichten schenken soll. Susan ist Lehrerin an der Wellington Business School und wird von ihren japanischen, tschechischen, koreanischen und deutschen Schülern immer wieder ausgefragt, wie man in Neuseeland Weihnachten feiert.

Die meisten Menschen wünschen sich besinnliche und harmonische Festtage mit der Familie. Viele gehen am 24. Dezember in die Kirche und treffen sich am 25. Dezember mit ihren Lieben unterm Tannenbaum, tauschen Geschenke aus, essen Truthahn, Ente oder britisch-traditionell gebackenen Schinken. Danach sitzt man gemeinsam im Garten unter einem rot blühenden Phutukawa-Baum und entspannt auf dem Liegestuhl. „Wir lieben üppige Mahlzeiten“, sagt Olivia Brown.

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Das gilt auch für die polynesischen Ureinwohner Neuseelands, die Maori. Viele feiern Weihnachten mit einem traditionellen Hangi, einem großen Festessen aus dem Erdofen. Dazu legen sie erhitzte Steine in eine flache Grube, breiten große Blätter aus und betten darauf Fleisch und Fisch, Kartoffeln und Kürbis. Das Ganze besprengen sie mit Wasser und lassen es mehrere Stunden garen.

Dabei wünschen sich die „Kiwis“ grüne Weihnachten: Das Wetter soll warm sein, das Bier kühl. Besonders am 26. Dezember, dem so genannten Boxing Day. Dann treffen sie sich zum munteren Halligalli am Meer um zu surfen, zu segeln und vor allem um den Barbecue anzuheizen. Ganze Strände verschwinden unter einer riesigen Grillfestwolke. Am 27. ist dann die Feierei mit einem Schlag vorbei: Die meisten Neuseeländer packen ihre Sachen und fahren in die Sommerferien.

Von W Katrin Schreiter