„Die Ikone der Ikone“

Smart bietet nach eigenen Worten das einzige Cabrio im Segment der Ultrakompakten an. Foto: Chowanetz  Foto: Chowanetz

Die Sonne scheint, bei der Cabio-Fahrt durch die Sommerlandschaft riecht es nach frisch gemähtem Gras und im Radio spielen sie „Hotel California“. Bis zu dieser Szenerie...

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STUTTGART. Die Sonne scheint, bei der Cabio-Fahrt durch die Sommerlandschaft riecht es nach frisch gemähtem Gras und im Radio spielen sie „Hotel California“. Bis zu dieser Szenerie dauert es – noch – eine ganze Weile, aber man wird ja wohl mal träumen dürfen...

Für alle Cabrio-Fans, die jetzt abwinken, weil Oben-ohne-Autos ja sowieso sündhaft teuer sind und sich deren Anschaffung für die wenigen wirklich perfekten Cabrio-Tage im Jahr ohnehin nicht lohnt, kommen jetzt gute Nachrichten aus dem Hause Daimler: Den neuen Smart Fortwo gibt es jetzt auch als Cabrio – und das zu einem Preis, den Anbieter von Wagen dieser Fahrzeuggattung nicht allzu oft aufrufen. 15 655 Euro kostet der „Frischling“. Noch zu teuer? Dann heißt es, etwas Geduld zu haben. Die bisher angebotenen Modelle mit 52 kW/71 PS (zum genannten Preis) oder 66 kW/90 PS (16 550 Euro) werden grundsätzlich mit Doppelkupplungsgetriebe geliefert. Eine Fortwo-Cabrioversion mit Handschaltung ist, wie es in der Branche so schön heißt, „in der Pipeline“. Diese Variante dürfte dann noch einmal mindestens 1000 Euro günstiger ausfallen.

Nun könnte man annehmen, dass ein preislich so positioniertes Cabrio spartanisch ausgestattet daherkommt. Wer so mutmaßt, liegt falsch. Beispielsweise gehört das elektrische Verdeck zur Serienausstattung – bedienbar nicht wie bei den meisten Konkurrenten nur im Stand oder bis zu einem bestimmten geringen Tempo, sondern bei jeder Geschwindigkeit, die der bis zu 155 km/h (66 kW-Variante) schnell fahrende Open-Air-Smart schafft.

Auch der größte Kritikpunkt am Smart Fortwo allgemein, das Fehlen einer zweiten Sitzreihe, löst sich bei der Cabrio-Version buchstäblich in Luft auf. Zwar gilt auch hier, dass außer dem Fahrer nur noch eine Person im Auto Platz findet – bei kleinen Freiluft-Autos ist das aber eher die Regel als die Ausnahme, auch wenn Beschreibungen des Platzangebots wie „2+2-Sitzer“ etwas anderes vermuten lassen.

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Mehr als ein Schiebedach

Bei ersten Probefahrten mit dem Frischling aus dem Hause Daimler zerstreut sich auch eine andere Befürchtung schnell. Das Cabrio ist nicht etwa nur ein Fortwo mit einem extra großen Schiebedach. Wer das Verdeck elektrisch zusammenfaltet und dann die Dachholme herausnimmt und im dafür vorgesehenen Fach im Kofferraum verstaut (wodurch der nicht wesentlich kleiner wird), hat ein echtes Cabrio. Ohne Wenn und Aber.

Dass das nur 2,69 m lange Gefährt gerade in der Stadt eine gute Figur macht, wissen wir schon seit den Probefahrten mit dem regulären Fortwo (übrigens genauso lang wie die Open-Air-Variante). Beim Cabrio kommt nun sozusagen eine weitere Dimension dazu: Statt die City im geschützten Raum zu durchfahren, ist man mittendrin im Geschehen. Und diejenigen, die das nicht lange aushalten wollen, schließen einfach das Verdeck. Das dauert zwölf Sekunden und damit nicht einmal eine Ampelphase lang.

Farbberatung in Preisliste

Beim neuen Smart Cabrio setzen die Hersteller mehr noch als bei den Vorgängermodellen (die sich weltweit 220 000 Mal verkauften) auf Emotionalität. Bei Smart-Chefin Annette Winkler klingt das so: „Das Smart Fortwo Cabrio ist die ,lifestyligste‘ Variante unserer neuen Generation – sozusagen die Ikone der Ikone.“ Chic wirkt beispielsweise die Möglichkeit, den Wagen mit zwei Farben zu bestellen. Diese Duo-Bemalung lässt sich mit jeder Interieur-Farbgebung kombinieren, rechnerisch sind so mehr als 100 Kombinationen möglich. Nicht alle davon sind sinnvoll. Smart sieht sich deshalb bemüßigt, am Ende der Preisliste eine Tabelle abzudrucken, bei der die Farbkombis in die Kategorien „empfehlenswert“, „bedingt empfehlenswert“ und „nicht empfehlenswert“ einsortiert werden. Wer nun aber die als „nicht empfehlenswert“ bekennzeichnete Idee hat, beispielsweise die „Black-to-Yellow“-Außenfarbe mit einem weißblauen Interieur zu kombinieren, wird davon auch nicht abgehalten. Der Kunde ist König.

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Bei der Sicherheit hingegen macht Smart auch beim Cabrio keine Kompromisse. Die Karosserie ist um 15 Prozent steifer, der Einsatz ultrahochfester Stähle an entscheidenden Stellen der Karosserie sowie deren Verstärkung im Vergleich zum Fortwo-Coupé an sensiblen Stellen sollen dafür sorgen, dass man sich im Smart Fortwo Cabrio so sicher fühlt wie im sprichwörtlichen Schoß Abrahams.