Der Gipfelstürmer: Alfa Romeo Stelvio

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Wer ein Modell nach einem anspruchsvollen Alpenpass benennt wie Alfa Romeo, der scheint hoch hinaus zu wollen. Vielleicht möchte die Mailänder Nobelmarke unter dem Fiat-Dach...

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. Wer ein Modell nach einem anspruchsvollen Alpenpass benennt wie Alfa Romeo, der scheint hoch hinaus zu wollen. Vielleicht möchte die Mailänder Nobelmarke unter dem Fiat-Dach aber auch nur zeigen, dass ihr erstes SUV namens Stelvio, zu deutsch Stilfser Joch, Berg- und Lebensretter der emotional aufgeladenen Marke werden kann. Trotz Premium-Konkurrenz.

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Karosserie & Innenraum

Die typischen Alfa-Design-Gene in anderem Format, das beschleunigt den Puls. Vor allem die Front zeigt Selbstbewusstsein Richtung Stuttgart, Ingolstadt und München. Zugleich ist nach bequemem Einstieg das Platzangebot vorne wie hinten bestens – und das auf gutem Gestühl. Das Ladevolumen von 525 bis 1600 Litern ist ausreichend, wenn die dreigeteilte Rücksitzlehne umgelegt wird. Die elektrisch öffnende Heckklappe aber streikt schon mal. Die Übersichtlichkeit nach schräg hinten ist schlecht. Das Lenkrad mit Starterknopf, ein aufgeräumt-sportives Armaturenbrett, aus der Giulia bekannt, gefällt auch hier. Freilich gilt es bei den Materialien kleinere Abstriche zu machen. Auch das Navigationssystem ist nicht ganz auf der Höhe der Zeit.

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Fahrleistung & Fahrverhalten

Wir wählten den 2,2 Liter Turbodiesel, obwohl SCR-Kat und Adblue noch ausstehen. Die 210 Pferdchen (470 Nm Drehmoment) stehen gut im Futter. Damit lässt sich der 1,8-Tonner in rund sieben Sekunden von 0 auf 100 beschleunigen. Erst bei 215 km/h ist Schluss. Überzeugend: die Achtgang-Wandlerautomatik. Nicht überzeugend: das Geräuschniveau des Selbstzünders. Die sehr direkte Lenkung sorgt für den zusätzlichen Schuss Agilität, ohne dass der Stelvio auf der Autobahn nervös tänzeln würde. Auch die richtige Mischung zwischen sportlichem Anspruch und familientauglichem Federungskomfort gelingt. Definitiv zu groß ist der Wendekreis, was unnötiges Rangieren erfordert. Für Top-Traktion auch auf glatten Untergrund sorgt der Allradantrieb.

Serienausstattung & Extras

Die Preispolitik passt ins Wettbewerbsumfeld. Heißt: Die Ausstattung ab Werk ist zwar gut, umfasst einen Notbremsassistenten, der auch Fußgänger erkennt. Doch ruckzuck sind über diverse Pakete 10 000 Euro in Optionen geflossen. Etwa in Xenonlicht (was Serie sein sollte), schlüssellosen Zugang, Navi oder Sitzheizung. Die kommen auf die 47 500 Euro obendrauf.

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Geldwert & Umwelt

Selbst wenn die Werksangabe von 4,8 Litern Spritverbrauch im Mix klar überschritten wird: 6,6 Liter im Alltag sind ein sehr guter Wert für ein solch potentes Fahrzeug. Freilich fehlt diesem Stelvio die bestmögliche Abgastechnik.

Urteil & Fazit

Individualisten mit entsprechend gefüllter Geldbörse könnten schwach werden. Zumindest wenn sie mehr design- als technikfixiert sind. Denn sonst landen sie unweigerlich bei der deutschen Konkurrenz.

Von Getestet von Achim Preu