Tiefer Griff ins Portemonnaie

In seiner vierten Generation rollt der Honda Jazz im zeitgemäßen Design vor. Technisch führt an einer Hybrid-Version kein Weg vorbei. Foto: Honda

Wer sparen will, darf nicht knausern. Zumindest nicht, wenn er sich für den neuen Honda Jazz entscheidet. Denn der geht zwar dank seines Hybridsystems „e:HEV“ tatsächlich...

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. Wer sparen will, darf nicht knausern. Zumindest nicht, wenn er sich für den neuen Honda Jazz entscheidet. Denn der geht zwar dank seines Hybridsystems „e:HEV“ tatsächlich sparsam mit den CO2-Emissionen (102 bis 104 g/km) um, verlangt dabei aber bei einem Basispreis von 22 000 Euro für einen Kleinwagen einen ganz schön tiefen Griff ins Portemonnaie. Dafür bietet die vierte Jazz-Generation zugegebenermaßen auch allerhand attraktive Eigenschaften: Das beginnt mit erstaunlich viel Platz, den vier Personen in dem 4,04 m langen, 1,97 m breiten und 1,53 Meter hohen, fünftürigen Gefährt finden. Dann schluckt der Kofferraum immer noch 304 Liter. Dieses Volumen lässt sich dank clever umlegbarer Rücksitze – Honda nennt sie „Magic seats“ – noch auf 1205 Liter steigern.

Wenn von drei Motoren für den Neuling die Rede ist, heißt das nicht, dass der Kunde die Wahl hätte, sondern das Trio gehört zum einzig angebotenen Antrieb des Jazz. Üblicherweise ist ein 80 kW/109 PS starker E-Motor mit 253 Nm für den Vortrieb verantwortlich. Ihm zur Seite steht ein 1,5-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor mit 72 kW/98 PS, während ein weiterer E-Motor als Generator dient. Komplettiert wird das erwähnte Hybridsystem von einer Lithium-Ionen-Batterie. Dabei agiert der Honda Jazz völlig ohne klassisches Getriebe.

Der Jazz verfügt über drei Fahrmodi, in die er je nach Situation wechselt. Der Elektromotor arbeitet im E-Betrieb mit der im Akku gespeicherten Energie. Reicht diese Versorgung nicht, aktiviert das Benzinaggregat den zweiten E-Motor, um Energie für den Akku zu generieren. Der Benziner lässt sich außerdem mittels einer Überbrückungskupplung direkt mit den Antriebsrädern verbinden, beispielsweise für Fahrten auf Schnellstraßen, auf denen er seine Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h erreicht. Auf solch einer Autobahnfahrt während des ersten Ausritts benötigte der Honda Jazz Executive knapp über sechs Liter Sprit, über Land reichte ein Liter weniger und der Einsatz der Eco-Taste drückte den Verbrauch noch ein wenig, sodass der von Honda genannte WLTP-Durchschnittsverbrauch von 4,6 Litern wohl zu erreichen ist. Wenn in der Stadt noch mehr Energie rekuperiert wird, geht der Schnitt dann noch einmal abwärts. Zum eindeutig vorhandenen Fahrspaß im Honda Jazz bei zügigen Fahrten auch auf kurviger Strecke tragen sein sanftes Fahrwerk und die leichtgängige Lenkung bei. Und auch der Innenraum mit überarbeiteten Materialien tut das Seine zum positiven Eindruck. An die Stelle der bisherigen Rundinstrumente ist ein übersichtliches Display getreten. Nette Kleinigkeit: Am Touchscreen des Infotainmentsystems gibt es eine Stütze für die Hand. Wichtige Bedienelemente wie die Klima-Steuerung verschwinden nicht in Untermenüs. Und siehe da: Tasten und Knöpfe etwa zur Bedienung von Klimaautomatik und Navigation erleben ein Revival, das wohl viel Applaus ernten wird.

In puncto Sicherheit dank Airbags gilt Klotzen statt Kleckern, denn zu den zehn Luftsäcken gehört auch einer zwischen den Vordersitzen, der die Kollision zwischen Fahrer und Beifahrer verhindert. Zur Basisausstattung des neuen Honda Jazz zählen unter anderem Spurhalteassistent, Fußgänger- und Verkehrszeichenerkennung sowie Kollisionswarner.

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Von Axel Keldenich