„Stadionhell und blitzschnell“

Auffällige optische Neuerung beim Insignia ist der breitere chromumrandete Kühlergrill und der größere mittige Opel-Blitz. Foto: Opel

Zu sagen, dass Opel mit den Präsentationen des Insignia Pech hat, wäre untertrieben. Die erste Generation kam 2008 mitten in der weltweiten Finanzkrise auf den Markt und das...

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. Zu sagen, dass Opel mit den Präsentationen des Insignia Pech hat, wäre untertrieben. Die erste Generation kam 2008 mitten in der weltweiten Finanzkrise auf den Markt und das aktuelle Facelift der zweiten Generation geriet dank Corona gewaltig ins Stocken. Statt wie geplant im Frühjahr wird das neue Flaggschiff nun erst Mitte September bei den Händlern stehen. Wer dann für die Stufenheck-Limousine Grand Sport Preise ab 29 965 und den Kombi Sports Tourer 30 940 Euro ausgibt, bekommt dafür das letzte Opel Modell im D-Segment mit Wurzeln aus der General-Motors-Zeit der Rüsselsheimer. Den Löwenanteil mit 75 Prozent wird im heimischen Markt erfahrungsgemäß der Sports Tourer ausmachen.

Auffällige optische Neuerung beim Insignia ist der breitere chromumrandete Kühlergrill und der größere mittige Opel-Blitz. Foto: Opel

Deutschland-Marketing-Direktor Albrecht Schäfer schaut zuversichtlich nach vorne, auch wenn natürlich die einmal erhofften Absatzzahlen für 2020 reduziert werden mussten. Unter anderem basiert sein Optimismus auf den ausgetüftelten Ausstattungslinien. Da gibt es spezielle Varianten für die Flottenkunden, eigene für „normale“ Käufer und weitere für den sportlichen Fahrer. Von außen werden sie sich allerdings nicht unterscheiden, denn dort gibt es nur ein wirklich auffallendes neues Element: Der neue chromumrandete Kühlergrill ist breiter, der mittige Opel-Blitz größer und die Leuchten des serienmäßigen LED-Tagfahrlichts etwas tiefer platziert.

Im Innenraum ist alles weitgehend so wie zuvor

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Apropos Licht: Hier gibt es die erste wirklich interessante Neuerung: „Stadionhell und blitzschnell“ sind die Attribute, die Schäfer dem neuen Matrixlicht verleiht, das dank 84 separat anzusteuernden Modulen den Lichtkegel tatsächlich verblüffend schnell und exakt an neue Situationen anpasst. Derlei markante Neuerungen sucht man im Innenraum vergeblich. Hier ist im Wesentlichen alles beim Alten geblieben. Gleiches gilt für die „Helferlein“, wo außer einer Warnung vor Querverkehr und einem erweiterten Winkel der Rückfahrkamera nichts erwähnenswert ist.

Ganz anders bei den Antrieben, denn dort hat Opel allen bisherigen Motoren gekündigt und setzt ein komplett neues Sortiment ein. Bereits im Astra bewiesen hat sich der 1,5-Liter-Diesel mit 90 kW/122 PS. Der Dreizylinder scheint zwar ein wenig schmalbrüstig für ein 4,90 Meter (Kombi: 4,99) langes Auto, aber er trumpft dafür sowohl beim Verbrauch (3,8 Liter auf 100 km) wie beim CO2-Ausstoß auf, wo er mit 99 g/km glänzt. Darüber rangieren Zweiliter-Vierzylinder als Diesel mit 128 kW/174 PS sowie als Benziner mit 147 kW/200 PS und im GSi mit 169 kW/230 PS. Die beiden Zweiliter-Benziner sind die ersten Opel-Motoren mit Zylinderabschaltung. Mit dieser Motorenpalette spart Opel bis zu 18 Prozent Treibstoff. Nach Hybrid- oder vollelektrischen Antrieben sucht der Insignia-Interessent vergebens. In Deutschland rechnet Opel damit, dass rund 80 Prozent der Käufer einen Selbstzünder wählen.

Exakte Lenkung und ruhige Straßenlage

Die Kraftübertragung übernehmen Sechsgang-Schaltgetriebe sowie Acht- und Neungang-Automatikgetriebe. Das Fahrwerk im Insignia punktet vor allem im Touring-Modus mit exakter Lenkung und ruhiger Straßenlage auch bei zügigen Lastwechseln. Wer in „Normal“ und „Sport“ wechselt, erhält etwas mehr Rückmeldung.

Trotz aller Startschwierigkeiten sind die Opelaner mit den Verkaufszahlen für den Insignia im Großen und Ganzen zufrieden. Von der ersten Generation setzten sie eine Million Einheiten ab, und auch der Nachfolger steht schon mit rund 2,5 Millionen Zulassungen zu Buche.

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Von Axel Keldenich