Picknick im Park - die Classic Days am Schloss Dyck

aus Im Auto Mobil

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Sgt. Wilson´s Army Show - einer der zahlreichen musikalischen Programmpunkte. Foto: Chowanetz

Der Unterhalt eines Schlosses kostet Geld, viel Geld. Was also macht man, wenn man ein solches Schloss zu verwalten hat und ein wenig klamm auf der Tasche ist? Mit...

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. An drei Tagen verwandelt sich während der Classic Days die weitläufige Anlage von Schloss Dyck in einen riesigen Oldtimer-Parkplatz. Die Organisatoren sprechen von 6000 Fahrzeugen, die in diesem Jahr während der Veranstaltung in der Nähe von Düsseldorf zu sehen waren. Auch in Zukunft sollten, so zitiert die Rheinische Post Eicke Schüürmann, den Sprecher des veranstaltenden Vereins, die Classic Days in einem "intimen Rahmen" bleiben.

30.000 Besucher an drei Tagen

Intimer Rahmen? Das ist Auslegungssache. 30.000 Besucher machten sich in diesem Jahr auf, um Rennwagen aus den 20ern, amerikanische Straßenkreuzer mit einer Länge von fast sechs Metern, deutsche Fabrikate aus der Wirtschaftswunderzeit, Blech und Glas gewordene italienische Fahrzeugträume von Alfa Romeo, Ferrari, Maserati und Lancia (ja, die im Fiat-Konzern fast zur Fußnote verkommene Marke stellte mal aufregend schöne Sportwagen her…) und natürlich den Original DeLorean aus "Zurück in die Zukunft" zu bewundern. Apropos Zukunft. Nicht nur Klassiker vergangener Zeiten waren rund um Schloss Dyck zu sehen, sondern auch die Legenden von morgen, sei es der R8 Spyder oder das Ein-Liter-Auto VW XL1.

Der Hut darf nicht fehlen

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Seit 1996 gibt es die Classic Days - und die Veranstaltung hat sich zu einem inzwischen bundesweit beachteten Fixpunkt im Veranstaltungsreigen für Oldtimer-Fans gemausert. Die Gäste sind dabei gewissermaßen Bestandteil der Inszenierung. Das gilt nicht nur für die Besitzer der alten automobilen Schätze, die stolz neben ihren Fahrzeugen stehen, eine Runde auf dem Parcours rund um das Schloss drehen oder mit Gleichgesinnten fachsimpeln. Auch die Besucher, die mit, pardon, Allerweltsautos der Marken VW, Opel, Ford oder Hyundai anreisen, machen die Classic Days zu einem Happening. Viele kommen in zeitgenössischer Aufmachung - wobei der Hut nicht fehlen darf -, haben Picknickkorb und Champagnerkühler dabei, lassen sich auf einer der Wiesen nieder und genießen einen schönen Sommertag.

Werkstätten auf alt getrimmt

Da die Autos - trotz aller Ablenkungen - im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen, gibt es fast im Halbstundentakt Sonderläufe über den 2,8 Kilometer langen abgesperrten Rundkurs um Schloss Dyck herum. Seit 2008 findet außerdem ein Concours d’Elegance statt.

Die "Kulisse" trägt diese Bezeichnung zu Recht. Überall auf dem Gelände gibt es auf alt getrimmte Werkstätten, Kioske und Zubehörläden, die einen Hauch von guter, alter Zeit vermitteln. Der tiefblaue NSU steht vor einer Esso-Tankstelle von Anno dazumal, das Ersatzteillager des ADAC-Straßenwacht-Dreirads aus den 60ern ist aufgeklappt und gibt den Blick auf eine Fahne "Arzt gesucht". Einen Doktor per Smartphone herbeizurufen, ging ja nun mal damals nicht. Zur Stärkung geht es in den Diner, bevor auf dem alten "Airfield" Sgt. Wilson seine Army-Show startet. Für den "intimen Rahmen", den sich die Veranstalter wünschen, tragen sicherlich die Eintrittspreise bei. Schon die Tageskarte kostet 30 Euro - das sorgt sicherlich dafür, dass es statt 30.000 Besuchern nicht die doppelte Zahl wird. Dann nämlich wäre das Picknick im Park wohl kein Spaß mehr.