Neuer Polo spielt Mini-Golf

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Herbert Diess, Vorsitzender des Markenvorstands von Volkswagen-PKW, präsentiert in Berlin bei der Weltpremiere den neuen VW Polo. Foto: dpa

Die Rolle, die der VW Golf in der nach ihm benannten Kompaktklasse spielt, hat der Polo bei den Kleinwagen inne. Und das hierzulande mit deutlichem Abstand vor dem Opel Corsa....

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. Gegenüber dem acht Jahre gebauten Vorgänger ist das Komfortmaß Radstand beim neuen VW Polo um neun Zentimeter gewachsen, sodass man in Reihe zwei bequemer sitzt bei besserer Kopffreiheit. Und das Ladeabteil fast nun 351 Liter, bisher waren es 280 Literchen. Damit hat der neue Polo mehr Laderaum als der Golf IV aus dem Jahr 1997.

Größer bedeutet nicht schwerer

Größer bedeutet aber heutzutage nicht schwerer. Bis 70 Kilo bringt der Polo weniger auf die Waage, der als eines der letzten Modelle zum Modularen Querbaukasten (MQB) der Wolfsburger wechselt und sich so öffnet für alle Technologien, die auch der größere Bruder anbietet. Leider ist VW arg mutlos, was Elektroantriebe angeht. Die stehen zunächst nicht zur Verfügung. Dabei wäre der Polo in der Stadt besonders gut dafür geeignet. Die Plattform teilt sich der Wagen, der von vorne dem Golf wie aus dem Gesicht geschnitten ist, am Heck aber eigene Akzente setzt, mit dem neuen Seat Ibiza, der bereits auf dem Markt ist. Im spanischen Pamplona wird der Polo auch zusammen mit dem Ibiza gebaut. Und das nur noch als Fünftürer, was sinnvoll ist. Denn die Dreitür-Variante wollte zuletzt kaum noch jemand haben. Für Chefdesigner Klaus Bischoff passt der Polo "optisch und technisch perfekt in die Zeit." Preislich geht es bei 12 975 Euro los, was in etwa dem derzeitigen Niveau entspricht.

Trotz Dieselgate bleiben Selbstzünder im Programm

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Obwohl VW weiter mit Dieselgate zu kämpfen hat, der Selbstzünder auch bei großen Kleinwagen wie dem Polo nur eine Nebenrolle spielt, haben die Niedersachsen daran festgehalten. Zwei 1,6-Liter-Diesel mit 59 kW/80 PS sowie 70 kW/95 PS – beide mit SCR-Katalysator/Harnstofflösung als beste technische Lösung – sind im Angebot. Premiere feiert die Erdgas-Variante TGI mit einem 66 kw/90 PS Aggregat, um die C02-Werte aufzuhübschen und gesetzliche Vorgaben zu erfüllen. Ein Durchbruch des Gasantriebs wie in den Niederlanden ist freilich nicht zu erwarten. Hinzu kommen sechs Benziner von 48 kW /65 PS bis 147 kW/200 PS im GTI; bisher hatte der sportlichste Polo 192 Pferdchen aus 1,8 Liter Hubraum geschöpft, jetzt schlägt ein Zweiliter-Herz, das den GTI in 6,7 Sekunden auf Tempo 100 bringen soll.

Gestartet wird erstmals per Knopfdruck

Äußerlich erkennt man den GTI an einem eigenständigen Stoßfänger und roten Streifen nebst GTI-Logo im Kühlergrill. Im Angebot ist übrigens auch der 1.5 TSI mit 150 PS. Ab 95 PS steht wahlweise ein Siebengang-DSG zur Verfügung. Alle Motoren haben serienmäßig ein Start-Stopp-System und einen Rekuperationsmodus. Gestartet wird erstmals per Knopfdruck.

Der größere Innenraum und viele Technik-Features aus höheren Klassen sollen ebenso wie das volldigitalisierte Cockpit (mit Achtzoll-Touchdisplay ) helfen, die Erfolgsstory fortzuschreiben. Es gibt unverändert die drei Ausstattungslinien Trendline, Comfortline und Highline, dem GTI ist das Top-Ausstattungsniveau vorbehalten. Hinzu kommt noch eine neue Variante namens „Beats“ für musikaffine Polofahrer mit einem 300-Watt-Soundsystem. Serienmäßig gibt es nun das Umfeldbeobachtungssystem „Front Assist“ mit City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung. Ebenfalls immer mit dabei ist der Speedlimiter, ein Radarfallenkiller. Die optionale, automatische Distanzkontrolle „ACC“ kann nun bis zu einer Geschwindigkeit von bis zu 210 km/h aktiviert werden. Der Sensor hierfür steckt jetzt hinter dem VW-Logo im Kühlergrill. Gegen Aufpreis ist das „Blind Spot Detection“-System zu haben, das warnt, wenn vor dem Überholvorgang Fahrzeuge im toten Winkel erkannt werden. Der Ausparkassistent unterstützt auch beim Rückwärtsausparken, da er auch Fahrzeuge im Querverkehr erkennt.

Kunden des kultigen Mini im Visier

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Der Wagen, dem man seine Wertigkeit ansieht, soll unter anderem dem kultigen Mini Kunden abjagen. Das zumindest hat VW im Sinn. Ab Mitte August kann der Polo bestellt werden. Im Herbst rollt er dann in die Showrooms der Händler.

(Achim Preu, der Autor dieses Artikels, ist Wirtschaftsredakteur beim Darmstädter Echo und schreibt als Autospezialist für alle Ausgaben der VRM.)