Mobilität 2020: Daimlers Blick in die Kristallkugel

aus Im Auto Mobil

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Daimler-Chef Dr. Dieter Zetsche, hier vor der Mercedes-Benz Gallery auf den Pariser Champs-Elysées am Smart car2go edition, dem ersten in Serie gebauten Carsharing-Auto der Welt, kann mit dem Erfolg von car2go zufrieden sein. Ob es in Frankfurt auch rundläuft? Foto: obs/ Daimler AG

2020 - das klingt nach Science Fiction, noch einer Zeit, die noch relativ weit entfernt scheint - in Fußballjahre umgerechnet immerhin noch zwei Europa- und eine...

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. Moovel ist als Unternehmensname vielleicht noch nicht so verbreitet. Fast jeder, zumindest fest jeder Großstädter, kennt aber wohl Car2Go, das Carsharing-Produkt von Daimler, das unter dem Moovel-Dach sein Zuhause gefunden hat. Car2Go ist in 26 Städten von Stuttgart bis Berlin, von Rom bis Wien, von Montreal bis San Diego vertreten, verfügt über eine Flotte 11.000 Smart Fortwo und hat 800.000 Mitglieder - wobei noch in diesem Jahr die Millionenmarke geknackt werden soll.

Alle zwei Sekunden ein Ausleihvorgang

Die Erfolgsgeschic hte von Car2Go ist gerade einmal fünf Jahre alt. 2009 startete das Carsharing-Angebot, nicht etwa in Berlin oder Hamburg, sondern im eher beschaulichen Ulm. Viele Experten sagten dem Konzept keine große Zukunft voraus. Gerade für die Deutschen, so hieß es, wäre das Auto deren liebstes Kind, kaum jemand wolle sich ein Fahrzeug mit anderen teilen. Kaum jemand? Bis heute wurde bei Car2Go mehr als 25 Millionen Mietvorgänge absolviert und mehr als 170 Millionen Kilometer gefahren. Alle zwei Sekunden leiht sich irgendwo in Europa oder Nordamerika jemand eines der weißblauen Autos. Dieser für viele unerwartete Erfolg macht es durchaus interessant, sich die Prognosen der Mobilitäts-Experten für das Jahr 2020 anzuschauen. Here we go:

1. Smartphones dienen als "Echtzeit-Mobilitätsbegleiter" Alles und jeder ist, so fasst Moovel-Pressesprecherin Katrin Saternus diesen Punkt zusammen, mit dem Smartphone verbunden. Es sei nicht länger ein technisches Add-on, sondern ein Begleiter. Das gelte auch für die Mobilität. Die Nutzung verschiedener Verkehrssysteme und Anbieter werde dank Smartphone vereinfacht. Moovel ist hier bereits mit einer App am Start. In die wird Start- und Zieladresse eingegebene - und das System berechnet unter Einbeziehung von verschiedenen Verkehrsträgern (Bus, Taxi, Auto, Carsharing-Auto, Bahn) Reiseoptionen. Noch steckt das System in den Kinderschuhen - aber wir haben ja auch noch nicht das Jahr 2020. Daimler ist mit Moovel jedenfalls vorbereitet, um an allen Fronten mitzumischen, denn der Konzern mischt nicht nur mit Car2Go bei der Mobilität der Zukunft mit. Beteiligungen bestehen unter anderem an carpooling.com (Plattform für Mitfahrgelegenheiten), der Taxi-App MyTaxi, dem Langstreckenanbieter Flixbus, der privaten Standplatzvermittlung Park2Gether und dem Limousinen-Service von Blacklane.

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2. Privatleben und Arbeit vermischen sich, auch in Hinblick auf Mobilität

Immer öfter würden dienstliche und private Angelegenheiten schon heute mit einem Gerät erledigt, sagt Saternus. Die Zahl der Pauschaltarife für unterschiedliche Bereiche, egal ob beruflich oder privat, des Lebens steige - warum solle es also nicht auch eine Mobilitäts-Flatrate geben? Die Moovel-Vision sei es, Mobilität zu vereinfachen - und eine Flatrate könnte der Schlüssel dazu sein. Das mag, so Saternus, utopisch klingen, aber wer hätte vor fünf bis zehn Jahren gedacht, dass er seine mobil oder stationär gesendeten und empfangenen Daten ebenso pauschal abrechnen könnte wie Handy- oder Festnetz-Telefonate - und das alles meist noch über eine gemeinsame Flatrate. Derzeit liefen, so Saternus, interne Pilotprojekte mit Konzernmitarbeitern, denen ein Flatrate-Mobilitätsguthaben zugesprochen werde.

3. Autonomes Fahren setzt sich durch

Mercedes-Benz sieht sich als Innovationsführer in Sachen autonomes Fahren. Der Trend könne, so Asternus, nicht länger ignoriert werden und werde die Mobilitätswelt, wie wir sie heute kennen, völlig neu gestalten. Die Moovel-Pressesprecherin: "Werden wir wirklich noch Ampeln oder Straßenschilder brauchen, wenn das Auto schon weiß, wo es hin muss?" Der Einfluss autonomen Fahrens aufs Carsharing sei nicht zu unterschätzen: Es bedeute für beide Seiten eine mögliche Reduzierung von Zeit und Kosten, wenn das Auto autonom fahre, wo es nötig sei und genau zu der Zeit, wenn es nötig sei.