Mein erstes Mal...beim Seat Leon Eurocup

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Sebastian Stahl ging für Seat als Gastfahrer ins Rennen. Foto: Chowanetz

Dem Seat Leon Eurocup wird nicht das Interesse zuteil wie etwa DTM oder gar Formel 1. Das ist - aus Sicht der Fans - ein Fehler, denn die Rennen sind spannend und die...

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. Das ist Motorsportbegeisterung: Stian Paulsen aus Norwegen war bei allen sechs Stationen des Seat Leon Eurocup dabei. Zum Finale in Barcelona fuhr er 2700 Kilometer weit - dafür wie auch für die Strecke zurück rechnet Paulsen jeweils 32 Stunden Fahrtzeit ein. Doch der Norweger ist kein Fan der nach mehrjähriger Pause 2014 wieder aufgelegten Rennserie, der sympathische 27-Jährige gehört zum Starterfeld. Und obwohl ihm, anders als den meisten Konkurrenz, große Sponsoren fehlen, kann sich die Erfolgsbilanz sehen lassen. Bei den ersten fünf Veranstaltungs-Wochenenden stand Paulsen, wenn er zum Rennen antrat, am Ende auch auf dem Siegertreppchen. Dennoch ist der 27-Jährige vor den beiden letzten Rennen in Barcelona gehörig frustriert. Beim Qualifying reichte es nur für einen undankbaren Startplatz 9. Undankbar deshalb, weil die Positionen 1 bis 8 sich beim zweiten Rennen in umgekehrter Reihenfolge aufstellen, ein achter Rang also eine halbe Pole-Position gewesen wäre. Noch ist sich Paulsen, der müde und abgespannt wirkt (obwohl: Das wäre ich wahrscheinlich auch, wenn ich 2700 Kilometer im Sprinter mit einem Rennwagen auf dem Hänger durch ganz Europa gefahren wäre…), nicht sicher, ob er beim Eurocup im nächsten Jahr wieder dabei ist. Alle, die den Norweger, der sein Geld mit der Restaurierung von Unfallwagen und mit dem Import von gebrauchten Transportern in seine Heimat verdient, kennen, beruhigen aber. Stian sei im nächsten Jahr so sicher dabei wie dass Neujahr auf den 1.Januar fällt.

Eine etwas andere Europameisterschaft

Das Beispiel von Paulsen zeigt, dass es sich beim Seat Leon Eurocup um eine etwas andere Europameisterschaft handelt. Nicht nur mittelgroße und große Rennställe sind hier am Start, sondern auch rennsportbegeisterte Privatpersonen oder Nachwuchs-Racer, die auf sich und ihr Talent aufmerksam wollen. Norbert Toth ist so ein Hoffnungsträger. Der junge Ungar stieg erst zur Mitte der Saison in die Serie ein. Nicht etwa, weil er vorher keine Zeit, kein Geld oder keine Lust gehabt hätte, sondern, weil er erst zu Rennen in Silverstone das Mindestalter von 16 Jahren erreiche. Kurios, aber wahr: Der junge Mann, der in Spa zwei vierte Plätze erkämpfte, darf noch nicht einmal an den Leon-Fahrten im Rahmenprogramm teilnehmen, weil er keinen Führerschein hat. Woher sollte er den mit 16 aber auch haben?

Wer braucht schon Rücksitze?

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Für Seat ist der Eurocup ein weiterer Beweis, zu was der Leon in der Lage ist. De höchstmotorisierte Straßenfassung, der Leon Cupra, wurde von Seat Sport noch einmal ordentlich gepimpt. 300 Kilogramm an überflüssigem Gewicht (wer braucht als Rennfahrer schon Rücksitze?) holten die Ingenieure aus dem "normalen" Leon, verpassten ihm 330 PS, die einem Vierzylinder-Triebwerk entlockt werden. Laut Jordi Gene (der, nebenbei bemerkt, mit einem Leon Cupra auf dem Nürburgring im März den Rundenrekord für frontgetriebene Serienfahrzeuge knackte), hat der Leon Cup Racer nur 50 Prozent der Teile mit dem Serienbruder gemein. Für 70.000 Euro plus Mehrwertsteuer verkauft Seat Sport den Renn-Leon. Natürlich kein Pappenstiel, für einen Einstieg in die Welt des professionellen Motorsports aber ein mehr als wettbewerbsfähiger Preis.

Neuauflage hat sich gelohnt

Für die spanische VW-Tochter hat sich die Neuauflage des Eurocup nach dreijähriger Pause (in der es allerdings mit dem Supercopa eine vergleichbare Serie gab) gelohnt. "Wir haben vom Start weg auf den größten Rennstrecken Station gemacht", bilanziert Seat-Chef Jürgen Stackmann. Der Eurocup habe Rennsport zum Anfassen geboten und sei auch eine Werbung für den "spanischen Golf". "Auf diesen Erfolg wollen wir im nächsten Jahr aufbauen", so Stackmann. Schon in diesem Jahr ließ Seat prominente Rennfahrer in "Werkswagen" mitfahren, in Barcelona Sebastian Stahl, der vor zehn Jahren die Seat-Rennserie gewann. Stian Paulsen wird sich auf seinem Endlos-Heimweg übrigens über das Ende der Saison wahrscheinlich Löcher in die Hose geärgert haben. Während er im ersten Rennen, startend von Position 9, noch einen 3 Platz eroberte, war für ihn am Folgetag schon kurz nach dem Start das Rennen zu Ende. Ein Fahrfehler katapultierte ihn ins Aus. Nächstes Jhr läuft´s besser, Stian!