Im Touareg: Ein Monitor (fast) so groß wie früher ein Fernseher

aus Im Auto Mobil

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Mit seinen 15 Zoll Bildschirmdiagonale macht der Monitor des Innovision Cockpits mächtig Eindruck. Foto: Volkswagen

Der Star des neuen VW Touareg ist ohne Zweifel das Innovision Cockpit, sozusagen das Nonplusultra in Sachen Infotainment. Das System hat eine beeindruckende Funktionstiefe –...

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. 6 Zoll, 7 Zoll, 8 Zoll, 12 Zoll – wer bietet mehr? Wenn es um die Bildschirmdiagonale der Infotainment-Anzeige geht, scheint die einzige Größenlimitierung die Fahrzeugbreite und –höhe zu sein. Übertrieben? Natürlich – aber nicht allzu sehr. Wenn VW im Juni sein Flaggschiff Touareg in der dritten Generation auf den Markt bringt, lässt sich das Edel-SUV mit dem Innovision-Cockpit ordern, dessen rechter von zwei Bildschirmen es auf eine Diagonale von 15 Zoll bringt. Das dürfte annähernd so groß sein wie die Mattscheibe eines Wohnzimmer-Fernsehers in den frühen 60er Jahren.

„Schaltzentrale einer neuen Zeit“

Bei der Präsentation des Touareg gerieten die VW-Verantwortlichen sozusagen unkontrolliert ins Schwärmen, wenn die Rede auf das Innovision-Cockpit kam. Von wegen konzernweite Systembaukästen, aus dem sich alle Töchter von Audi bis Skoda, von Seat bis Porsche bedienen! Das Innovision-Cockpit wurde von VW (zunächst?) exklusiv für die Marke und hier (zunächst!) exklusiv für den Touareg entwickelt. Es ist, das zeigt die Begegnung mit dem Infotainment-System, tatsächlich ein Quantensprung gegenüber den Vorgängern – und das bezieht sich nicht nur auf die Größe. Die, so Pressetext, „Schaltzentrale einer neuen Zeit“ setzt konsequent auf digitale Flächen, die herkömmliche Anzeigen und Bedienelemente ersetzen, wann immer das möglich ist. Das Innovision Cockpit – und da agiert VW nicht anders als die konzerninternen und die externen Wettbewerber – ist die ultimative Verbeugung vor Smartphone, Tablet und Co: Schalter und Knöpfe waren gestern, per Touchscreen-Berührung zu steuernde Flächen sind heute bzw. werden morgen sein. Ob es wirklich sinnvoll ist, dass man auch die Klimaanlage oder die Sitzheizung über den zentralen Bildschirm steuert (und dafür, nicht lange drumherumgeredet, vielleicht auch mal den Blick von der Straße nimmt), steht allerdings auf einem Blatt.

Intuition reicht nicht für alle Funktionen

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Intuitiv soll der Umgang mit der Benutzeroberfläche des Innovision Cockpits zu erlernen sein. Das stimmt, wie so oft in solchen Fällen, nur halb. Tatsächlich bahnt man sich nach wenigen Minuten mit dem System sozusagen seinen Trampelpfad, weiß schnell, wie man den Radiosender wechselt, die Sitzheizung einschaltet oder das Navi programmiert. Eine Annäherung an das Innovision Cockpit auf diese Weise dürfte allerdings höchstens 20 Prozent der Funktionen, die das System bietet, entdecken. Verborgen bleibt bei der intuitiven Näherung wahrscheinlich die Tatsache, dass sich die beiden kleineren der drei Funktionskacheln individuell belegen lassen, dass es links im Hauptscreen frei belegbare Funktionstasten gibt und dass sich von hier aus auch die Anzeige des zweiten Bildschirms, des Digital Cockpits, individuell anpassen lässt. Es mag eine männertypische Marotte sein, keine Gebrauchsanweisungen zu lesen; wer auf die Erklärungen aber beim Innovision Cockpit verzichtet, wird vermutlich nicht einmal ansatzweise die Funktionstiefe des Systems erfahren.

Fast so teuer wie ein komplettes Billigauto

Das wiederum wäre nicht nur aufgrund des Preises für das optionale Innovision Cockpit beinahe sträflich. VW lässt sich sein Infotainment-System mit 3500 Euro bezahlen. Damit jedoch nicht genug. Die beiden Mega-Monitore gibt es nur in Verbindung mit Einparkhilfe oder Parklenkassistent. Diese Optionen kosten wiederum, zack, weitere 800 bzw. 1350 Euro. Entscheidet man sich für die zweite, teurere Variante, kommt man so auf knapp 5000 Euro. Gut 2000 Euro mehr, und man könnte sich bei einem bestimmten rumänischen Hersteller ein komplettes Auto kaufen. Vielleicht erklärt auch der Preis, warum VW so große Hoffnungen in sein Innovision Cockpit setzt.