Fiat trimmt den Freemont auf Offroad

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Der Fiat Freemont. Foto: Fiat

Bei der Produktpalette von Fiat denkt man zuerst an kleine Autos - Fiat 500 oder Panda stehen ganz oben. Der Freemont, ein Van mit bulliger Offroad-Optik, wirkt dagegen wie ein...

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. Von Florian Giezewski

Fiat, da fallen einem sofort der hübsche 500er, der kultige Panda - und bei einigem Nachdenken auch Punto und Bravo ein. Aber der bullige Van mit SUV-Attributen und einem Fiat-Emblem im Kühlergrill kann doch nicht aus der italienischen Autoschmiede kommen: Freemont steht drauf, und amerikanische Gene stecken drin. Denn der aufgerüstete Familienvan entstammt der Zusammenarbeit des Fiat-Konzerns mit Chrysler und hat mit dem Dodge Journey eine amerikanische Schwester.

Nach dem Einsteigen bin ich nach ersten Bedenken aber versöhnt. Der Freemont ist im Innenraum nicht gerade verspielt, aber auch nicht billig. Fiat hat ihn mit einer angenehmen Optik versehen - Leder und das von der Farbe Graphite bestimmten den ersten Eindruck.

Geräumige Verhältnisse

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Und an den Platzverhältnissen gibt es ebenfalls nichts zu mäkeln. Eine Fahrzeuglänge von über 4,90 Meter und ein Radstand von 2,90 Meter ermöglichen vorn und in der zweiten Reihe geräumige Platzverhältnisse. In der dritten Reihe des Siebensitzers werden sich Erwachsene allerdings nur auf kurzen Strecken wohlfühlen.

Wie bei anderen Siebensitzern auch wird es bei kompletter Bestuhlung in Kofferraum sehr eng. 145 Liter Volumen sind schnell ausgeschöpft. Wird der Freemont als Fünfsitzer genutzt, sind es immerhin 540 Liter - da finden schon einige Taschen Platz. Gut durchdacht ist die Innenraum-Aufteilung. Egal wohin man greift - es gibt fast überall eine Ablage.

Den Namenszusatz Cross sollte man beim Freemont aber nicht zu wörtlich nehmen. Im Gegensatz zum ebenfalls neuen Panda Cross, der mit Allradantrieb und Sperrdifferenzial im Gelände tatsächlich so einiges wegstecken kann, gibt es die schwächere Variante des 2-Liter-Turbodiesels (103 kW/140 PS) nur mit Frontantrieb. Bei der stärkeren Variante (125 kW/170 PS) kann man zwischen Sechsgang-Handschaltung und Sechsgang-Automatik mit automatisch zuschaltendem Allradantrieb wählen.

Entspanntes Fahren

Wenn man das Schiff dann in Bewegung setzt, werden die Erwartungen erfüllt. Der Freemont ist nicht spritzig, erlaubt aber auf längeren Autobahnstrecken ein entspanntes Fahren. Und wenn man nicht gerade in hohen Drehzahlbereichen unterwegs ist, sind auch leise Unterhaltungen im Auto möglich.

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Und die Offroad-Qualitäten? Fiat hatte bei der Vorstellung des Freemont Cross für diesen Teil der Strecke einen mittelschweren Feldweg ausgewählt. Und da hat der Van auch keinerlei Schwierigkeiten. Das Fahrwerk bügelt alles weg, man fühlt sich fast wie auf Asphalt. Aber damit sind die Offroad-Qualitäten auch schon bald erschöpft - ehrlicherweise spricht Fiat deshalb auch von "Outdoor-Optik". Die wird durch Platin-Chrom-Einsätze in Front- und Heckschürze, durch Seitenschweller in Platin-Chrom und 19-Zoll-Leichtmetallräder in Schwarz unterstrichen.

Richtig was auf die Ohren

Die Zeit an Bord wird durch die Premium-Audioanlage aufgewertet, das Alpine-Audio-System mit 368-Watt-Verstärker gibt mir richtig was auf die Ohren. Das Zentrum des Cockpits wird vom großen Touchscreen mit 8,4-Zoll-Diagonale (21 Zentimeter) bestimmt, ein Garmin-Navi weist den Weg.

Das Sicherheitspaket ist komplett, was dem Freemont fünf Sterne beim Crashtest nach EuroNCAP verschafft hat. Auf Wunsch gibt es ein Überrollschutzsystem, das im Notfall einzelne Räder abbremst und Gas weg nimmt. Und auch für den Anhänger gibt es eine Stabilitätskontrolle, die Pendelbewegungen reduzieren kann. Allerdings kann er als Allrad nur 1.100 Kilogramm (gebremst) ziehen. Das ist für den Zweitonner nicht sehr viel. Den Preis für den Freemont will Fiat erst bei der Einführung in Deutschland im September bekannt geben. Basis ist der gut ausgestattete Freemont "Lounge", der knapp 30.000 Euro kostet. Der Aufpreis für den Freemont Cross dürfte etwa bei 2.000 Euro liegen.

Fazit: Fiat hat den Amerikaner in der Palette erfolgreich adoptiert, ihn zum Europäer gemacht. Ob man den Aufpreis für die Cross-Optik zahlen will, muss man selbst wissen. Ein attraktives Auto ist der Freemont allemal.

(Florian Giezewski liebt viel Hubraum - jedenfalls, wenn er auf zwei Rädern unterwegs ist. Auf vier Rädern darf´s auch mal rustikal vorwärts gehen, abseits der asphaltierten Pisten. Als Technikfreak begeistert ihn alles, was Auto und Smartphone zusammenrücken lässt. Florian Giezewski ist Regionalmanager der Allgemeinen Zeitung Mainz.)