Die Ketchup-Kooperation - Ford und Heinz arbeiten zusammen

aus Im Auto Mobil

Thema folgen
Der guten, alten Tomate könnte eine neue Karriere im Fahrzeugbau bevorstehen (Im Bildsozusagen das Sondermodell Kirschtomate in der Ausführung "Super Sweet 100"). Foto: Wikimedia/Pluma

Eine ungewöhnliche Kooperation zwischen Autobau und Lebensmittelbranche sorgt für interessiertes Aufhorchen: Der Wagenhersteller Ford und der Ketchup-Macher Heinz wollen aus...

Anzeige

. Gibt es die alte Redewendung, dass jemand Tomaten auf den Augen habe, also nicht sehe, was um ihn herum passiert, eigentlich noch? Falls nicht, könnte sie in abgewandelter Form bald eine neue Karriere starten. Ford geht eine Kooperation mit dem Ketchup-Hersteller Heinz ein. Ziel der Zusammenarbeit ist es, die gute, alte Tomate im Automobilbau einzusetzen. Durchaus möglich also, dass künftige Ford-Fahrer zwar hoffentlich keine Tomaten auf den Augen haben, wohl aber vor denselben.

Getrocknete Tomatenschalen

Ford gibt in der zugehörigen Pressemitteilung unumwunden zu, dass Tomaten und Autos auf den ersten Blick nicht viel Gemeinsames haben. Die Betonung liegt aber "auf den ersten Blick". Denn es sei durchaus denkbar, das Speisegewächs im Kraftfahrzeugbau zu nutzen. Ford nennt als Beispiel getrocknete Tomatenschalen. Die könnten sich für einen Einsatz in Kabelhalterungen und Innenraumablagen eignen.

Forschung in einem frühen Stadium

Anzeige

Die Pressesprecher der beiden Unternehmen Ford und Heinz betonen, dass man sich noch in einem frühen Stadium der Forschung befinde. Das aber ist natürlich ein Satz, wie er in einer offiziellen Mitteilung stehen muss, damit nicht jeder am nächsten Tag nach dem Sondermodell "Ford Focus Heinz" fragt. Auch die Start-Stopp-Automatik, auch der Flachbildfernseher, auch das MP3-Format befanden sich irgendwann einmal in einer frühen Phase der Entwicklung.

Schlagzeilen als Nebenprodukt

Für Ford ist die Ketchup-Kooperation auch mehr als ein Mittel, um Schlagzeilen zu machen (wobei das als angenehmer Nebeneffekt aus Sicht des Autobauers natürlich herrlich gelungen ist). Das Unternehmen verfolge, so lernen wir bei der Lektüre der Pressemitteilung, seit Jahren eine globale Nachhaltigkeitsstrategie, "um den ökologischen Fußabdruck des gesamten Unternehmens nachhaltig zu verringern". Durch die Entwicklung eines Kunststoffs auf 100-prozentiger Pflanzenbasis könne zudem die bisherige Verwendung von erdölbasierten Produkten drastisch verringert werden.

Schalen, Samen und Stängel

Bevor sich Umweltaktivisten jetzt im Heinz-Land an die Bananensträucher ketten: Für das Projekt, so betonen die beiden Kooperationspartner, werden Nebenprodukte aus der Lebensmittelverarbeitung eingesetzt. Zu einem Tomatenengpass wird es also nicht kommen, selbst wenn das Projekt, pardon für das Wortspiel, in voller Blüte steht. Ein Mangel an Schalen, Samen und Stängeln besteht vorerst nicht: Heinz verarbeitet jährlich zwei Millionen Tonnen Tomaten.