Das Wunschauto bleibt meist ein Wunschauto

aus Im Auto Mobil

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36 Prozent der Befragten für die Studie "Trends beim Autokauf" wollen in den nächsten 15 Monaten ihre Autoschlüssel gegen neue eintauschen. Foto: Wikimedia Commons/Falkoholiker

Gebrauchtwagenplattformen im Internet werben gerne damit, dass ihre Auswahl riesengroß sei und ein paar Mausklicks reichen, um sich das Traumauto zum Wunschpreis zu sichern....

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. Für die meisten Interessenten eines neuen fahrbaren Untersatzes sind Kompromisse Trumpf. Laut Innofact wichen die künftigen Besitzer eines neuen Gebrauchten am häufigsten beim Preis von ihren Vorstellungen ab - in 55 Prozent aller Fälle. Es gehört nicht viel Fantasie dazu, dass jene Mehrheit am Ende wohl eher mehr als weniger bezahlte. Auch der Wunsch-Kilometerstand bleibt oft genau das: ein Wunsch. Jeder dritte Käufer (36 Prozent) ging hier einen Kompromiss ein - dreimal (nein, eigentlich nur einmal) dürfen Sie raten, ob der tatsächliche Kilometerstand höher oder niedriger war als der, den man sich zuvor vorstellte.

Kompromiss bei Motorleistung

Die Motorleistung war bei fast jedem vierten Deal (23 Prozent) eine andere als eigentlich gewünscht und auch das Datum der Erstzulassung wich in mehr als jedem fünften Fall (21 Prozent) von den Vorstellungen des Käufers ab. Wenig überraschend: Auch bei der Farbe gleicht der Gebrauchtwagenkauf nicht unbedingt einem Wunschkonzert. 21 Prozent der Interessenten ließen sich letztendlich auf eine andere Lackierung als vorgestellt ein.

Interessantes Fazit

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In Laufe der Kaufentscheidung änderte sich in 27 Prozent aller Fälle sogar das Modell, bei dem am Schluss der Zuschlag erfolgte. Wie groß die Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit ist, zeigt sich besonders zum Beispiel bei Audi. 12,2 Prozent wollten sich einen Vierringler zulegen, 6,1 Prozent taten es dann tatsächlich. Realistischer scheinen VW-Interessenten zu sein. 15,4 Prozent der Befragten liebäugelten mit einem Modell dieser Marke, 15,1 Prozent kauften sich einen VW. Interessant ist das Fazit, das Michael Gebhardt, laut Pressemitteilung "Autoexperte bei Autoscout24", aus der Umfrage zieht, für die 525 Autokäufer zwischen 18 und 65 Jahren interviewt wurden: "Viele ändern während der Suche ihre Ansichten und am Ende entscheidet, welches Gesamtpaket überzeugt", resümiert Gebhardt - kein Wort davon, dass die Kompromissbereitschaft möglicherweise auch aus der Not, sprich: aus finanziellen Limitierungen, geboren sein könnte.

Fast jeder ist zufrieden

Allerdings sind 89 Prozent der Befragten tatsächlich mit dem gekauften Gebrauchtwagen zufrieden, 62 Prozent sogar sehr. Aber, Hand aufs Herz: Wer würde in einer Umfrage schon zugestehen, dass er beim Kauf eines Autos (hier sind wir ja wie beim Fußball alle Experten…) einen Fehler gemacht hat?