„Cafe Extrablatt“ in Darmstadt

Treff der Generationen am Darmstädter Marktplatz: Das „Café Extrablatt“.   Foto: Guido Schiek

Das "Extrablatt" ist eine gastronomische Mixtur. Es nennt sich "Café" und bietet das Frühstück deutschlandweit in 70 Franchise-Niederlassungen in vielen Variationen. Doch...

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. Restaurantkritik – Schnelle Küche mit einem der schönsten Blicke auf die Darmstädter Innenstadt Das "Extrablatt" ist eine gastronomische Mixtur. Es nennt sich "Café" und bietet das Frühstück deutschlandweit in 70 Franchise-Niederlassungen in vielen Variationen. Doch seine Karte lebt vor allem auch von warmen Gerichten und Cocktails, und es ist bis tief in den Abend hinein geöffnet. Am Darmstädter Marktplatz kommt das gut an.

Der Hamburger ist irgendwie Glaubenssache, denn über wenige Alltagsgerichte lässt sich so trefflich verschiedener Meinung sein. Manche lieben das (amerikanisch „Bun“ genannte) Softbrötchen mit dem „Patty“ (dem Rinderhacksteak) und den Schichten des Anbei von Salat und Soßen – wobei die Liebhaber genau wissen, welche von vielen möglichen Schichtungen die ihre ist. Andere Esser haben mit dem Hamburger gar nichts am Hut: Ihnen haben amerikanische Kettenrestaurants die Lust dauerhaft verdorben. Eine dritte Gruppe differenziert: „Burger, ja bitte, aber nur in ausgewählten Lokalen“, ist ihre Devise.

Denn wo diese besonderen Brötchen liebevoll zubereitet werden, ist alles schön frisch, üppig belegt, kräftig und saftig im Fleisch, und das größte Unbehagen bereitet die ständige Gefahr, nach dem Zubeißen einen Teil der Mixtur auf Hemd oder Bluse wiederzufinden.

Solche Burger de Luxe werden im Darmstädter „Café Extrablatt“ serviert: Mit ihren 180-Gramm-Rinderhacksteaks und der dazu passenden Riesen-Deko lassen sie das Herz echter Fleischliebhaber aufgehen, kommen dazu mit einer Portion dünner Pommes frittes sowie zwei Töpfchen mit Mayonnaise und Ketchup an den Tisch.

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Das schmeckt, versichern Burger-Liebhaber – wobei just beim Dippegucker-Besuch dem Baconburger (8,95 Euro) leider der Schinken fehlte und er ebenso zu kalt auf den Tisch kam wie die Pizza Margherita (4,95 Euro). An anderen Tagen war das besser gelungen.

Für die Pizza gilt dabei dasselbe wie für die Lasagne al forno (8,45 Euro). Beides ist nicht wirklich italienisch gewürzt, und die Nudeln sind auch nicht al dente, sondern weich. Doch wer derlei Finessen nicht sucht, kann mit dem Angebot durchaus zufrieden sein. Das „Extrablatt“ ist auf anderes spezialisiert: Es serviert mit viel nettem Personal schnelle Küche, und auf den Tisch kommt mehrheitlich, was es anderswo auch „to go“ gibt. Hier wird das allerdings auf Restaurant-Niveau gehoben. Die Gerichte sind hübsch arrangiert, sogar die Unterteller angewärmt, und die Dressings, die zur Auswahl stehen, geben den knackigen Salaten einen Pfiff, den es zum Mitnehmen kaum geben wird.

Positive Ausreißer dieses Essens waren trotzdem vor allem die Vorspeisen. Der Sauerrahm-Kräuterdip zu den fünf frisch gebackenen Pizzabrötchen ist eine leichte Delikatesse (2,95 Euro), und die gebackenen Hähnchenbruststreifen sind nicht nur außen schön kross und innen saftig, sondern die Mangosauce dazu ist fein, weil leicht süß gewürzt (4,45 Euro).

Wer dazu an einem Spätsommerabend im geschmackvoll möblierten „Extrablatt“-Außenbereich auf Darmstadts Marktplatz erlebt, wie sich die Generationen zwanglos mischen und plauschen, kann für sich nur resümieren, dass Wiederkommen an einem solchen Tag Freude machen könnte – gerade, wenn es nur für einen Espresso (1,90 Euro) oder einen alkoholfreien Tropic-Special-Cocktail (5,45 Euro) ist. Denn beide waren gut gelungen und passen prima zum Piazza-Gefühl, das sich in Darmstadt eher selten einstellt.