Wie geht es mit dem Flughafen Hahn weiter? Über den Verkauf,...

Symbolfoto: dpa

Der Flughafen Frankfurt-Hahn ist verkauft. Fast - denn Hessen zögert noch etwas. Auch am Donnerstag blieben noch viele Fragen zum Hunsrück-Airport offen. Hier einige Antworten...

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MAINZ/WIESBADEN. Der Flughafen Hahn ist verkauft. Fast. Auch am Donnerstag blieben noch viele Fragen zum Hunsrück-Airport offen. Hier einige Antworten.

Ist der Flughafen jetzt verkauft oder nicht?

Er ist noch nicht komplett verkauft. Rheinland-Pfalz hat seine Anteile von 82,5 Prozent an die chinesische Gruppe HNA, vielmehr deren Tochter HNA Airports Group GmbH, verkauft. Das Ganze muss noch von Landtag und EU genehmigt werden. Zum 1. Mai könnte der Hahn dann den Eigentümer wechseln. Das Land Hessen hat den Verkauf seiner Anteile von 17,5 Prozent an die pfälzische Firma ADC – Partner der HNA – jedoch gestoppt.

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Was ist der Grund, weshalb der Verkauf in Hessen gestoppt wurde?

Die ADC hatte unlängst ihre Gesellschafterstruktur geändert und einen neuen chinesischen Geschäftspartner mit hereingenommen. Das hat Irritationen in Hessen ausgelöst. Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) sagte am Donnerstag, die Person habe in den Verhandlungen bis dato keine Rolle gespielt, man wisse nichts über sie und ihren wirtschaftlichen Hintergrund. Sorgfalt sei immer geboten. Bei der Vorgeschichte, die der Hahn habe, sei das Land doppelt vorsichtig. „Wir müssen wissen, mit wem wir es zu tun haben.“ Es bleibt die Frage, warum die rheinland-pfälzische Landesregierung bis Mittwochmittag nichts von der neuen Gesellschafterstruktur der ADC wusste.

Gefährden die Irritationen in Hessen den gesamten Verkauf?

Bei der ADC heißt es, es handele sich eher um formaljuristische Fragen, die in maximal vier Wochen zu klären seien. So habe es „Schlamperei“ im Umgang mit Dokumenten gegeben. Auch der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) ist guter Dinge. „Ich denke, dass die Hessen und die Firma ADC zusammenkommen werden“, sagte Lewentz. Knifflig würde es werden, wenn die ADC sich ganz zurückziehen würde. Denn verkauft wurde an HNA und ADC als Bietergruppe. Doch nach diesem Szenario sieht es nicht aus.

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Wie hoch ist der Kaufpreis?

Für die 82,5 Prozent Anteile der Rheinland-Pfälzer beträgt die Kaufsumme 15,1 Millionen Euro. Sie ist bereits überwiesen. Der tatsächliche Erlös des Landes beträgt aber nur 10,1 Millionen Euro, da das Land dem Flughafen ein Darlehen von fünf Millionen Euro gewährt. Zu Hessen gibt es nur Schätzungen: So könnten zwei Millionen Euro in den Landeshaushalt fließen.

Was wird an Steuerzahlergeld auch nach dem Verkauf in den Flughafen fließen?

Mehr als 70 Millionen Euro Zuschüsse des Landes Rheinland-Pfalz könnten bis 2024 noch fließen. Dabei geht es um Betriebsbeihilfen, Zuschüsse zu Investitionskosten und Sicherheitsleistungen. Für Altlasten wird Rheinland-Pfalz mit maximal 25 Millionen Euro haften. Laut dem Oppositionspolitiker Alexander Licht (CDU) wurden beim Hahn-Verkaufsverfahren bislang zehn Millionen Euro an Berater gezahlt. Der Hahn-Verkauf sei ein Zuschussgeschäft, heißt es bei der CDU. 

Was haben die Chinesen am Hahn vor?

Die Pläne der HNA, einem großen Mischkonzern aus China mit 180.000 Beschäftigten, sind bislang nur rudimentär bekannt. Offenbar will die HNA das Frachtgeschäft ausbauen und das Passagiergeschäft stabilisieren. Der Frachtumsatz soll zunächst pro Jahr um fünf Prozent gesteigert werden. Angekündigt waren bereits – bescheidene – drei weitere wöchentliche Flüge jeweils bei Fracht und Passage. Für Ausbau und Modernisierung will die HNA 50 Millionen Euro investieren. Neue Shopping-Möglichkeiten und Hotels könnten entstehen. Es wird aber schwer sein, aus den roten Zahlen zu kommen (derzeit 17 Millionen Euro).

Bleiben die Jobs am Hahn?

Nach Angaben des Hahn-Betriebsratschefs Thomas Dillmann gegenüber dem SWR haben die HNA-Vertreter zugesagt, dass keine Kündigungen ausgesprochen werden und alle Arbeitsverträge weiter Bestand haben werden. Ob es wirklich ohne Kündigungen ablaufen wird, muss man sehen. Die HNA hatte von Restrukturierung gesprochen.