Razzia in ganz Hessen gegen sexuellen Kindesmissbrauch

Das Blaulicht eines Polizeiautos. Symbolfoto: Chalabala - stock.adobe

Polizisten haben in der vergangenen Woche in einer konzertierten Aktion 59 Wohnungen in Hessen durchsucht. Der Anlass: sexueller Missbrauch von Kindern. Eine Person wurde...

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HESSEN. Die Vorwürfe wiegen schwer: 63 Hessen werden beschuldigt, Minderjährige sexuell missbraucht oder kinderpornografische Bilder und Videos verbreitet haben. Hessische Polizisten haben im Kampf gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in der vergangenen Woche landesweit 59 Wohnungen durchsucht. Wie das hessische Landeskriminalamt (LKA) am Dienstag in Wiesbaden mitteilte, wird insgesamt gegen 56 Männer und 7 Frauen ermittelt. Die Beschuldigten sind zwischen 15 und 78 Jahre alt. Sie sollen Minderjährige sexuell missbraucht oder Bilder und Videos besessen oder verbreitet haben, die solche Taten zeigen. Eine Person wurde festgenommen - dies teilte das hessische Landeskriminalamt (LKA) jetzt auf Anfrage mit. Der Haftbefehl wegen Missbrauchsverdachts sei gegen eine Person im Landkreis Offenbach vollstreckt worden.

Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen stehen die 63 Beschuldigten untereinander nicht in Kontakt, wie das LKA mitteilte. Es seien unter anderem 75 Smartphones, 40 Computer und Laptops sowie 48 USB-Sticks sichergestellt worden. 17 Beschuldigte mussten nach der Durchsuchung zu Vernehmungen in die nächste Polizeidienststelle. Weitere Angaben etwa zu möglichen Festnahmen oder zu Herkunft, Zahl und Alter der Opfer wurden zunächst nicht gemacht.

Durchsuchungen in mehreren Städten und Landkreisen

Laut LKA gab es bei der Aktion Einsätze an zahlreichen Orten in Hessen, demnach in den Städten Frankfurt, Gießen, Hanau und Offenbach sowie in den Kreisen Gießen, Lahn-Dill-Kreis, Marburg-Biedenkopf, Wetteraukreis, Kassel, Waldeck-Frankenberg, Schwalm-Eder-Kreis, Werra-Meißner-Kreis, Fulda, Hersfeld-Rotenburg, Bergstraße, Groß-Gerau, Darmstadt-Dieburg, Main-Kinzig-Kreis, Offenbach, Main-Taunus-Kreis, Hochtaunuskreis und Rheingau-Taunus-Kreis.

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Bei den Durchsuchungen von Montag bis Freitag seien die Ermittler der Einheit „BAO Fokus“ von insgesamt 218 Polizeibeamten unterstützt worden, erklärte das LKA. Die Einheit „BAO Fokus“ beschäftigt sich ausschließlich mit Sexualdelikten an Kindern und Jugendlichen. Bei ihr arbeiten den Angaben zufolge mehr als 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon sind rund 190 Ermittlerinnen und Ermittler. Die Einheit hat laut LKA ihre Arbeit im Oktober 2020 aufgenommen, Grund seien die steigenden Fallzahlen im Bereich der sexualisierten Gewalt gegen Kinder und Jugendliche gewesen.

Von Christian Matz / Marwin Plän / dpa