Awo bietet Zübeyde Feldmann neuen Job an

aus Vorgänge um Wiesbadener Awo

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Powerpaar: So präsentierten sich Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann und seine Frau Zübeyde 2018. Mittlerweile sind beide getrennt und beschäftigen in Frankfurt eher die Gerichte als den Boulevard.

„Eine Brücke bauen”: Die Arbeiterwohlfahrt nimmt die Kündigung der Noch-Ehefrau des Frankfurter Ex-OB Peter Feldmann zurück. Eine Abfindung sei „nicht angemessen“.

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Frankfurt. Neue Arbeitschance für Zübeyde Feldmann: Der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Frankfurt hat seine Kündigung der schon länger von ihrem Mann getrennt lebenden Ehefrau des abgewählten Frankfurter Oberbürgermeisters Peter Feldmann zurückgenommen. Die Awo bietet ihr nun eine Stelle als stellvertretende Kita-Leiterin an. Die Awo-Vorstandsvorsitzende Petra Rossbrey bestätigte diese Meldung der „Frankfurter Neuen Presse” gegenüber dieser Zeitung und sagte, dass eine Abfindung, wie sie die 36-Jährige in ihrem Arbeitsprozess anstrebe, „nicht angemessen“ sei. Man wolle diese auf jeden Fall vermeiden. Der Kammertermin vor dem Arbeitsgericht, der infolge eines gescheiterten Gütetermins für Dezember angesetzt worden war, wurde auf den 26. Januar vertagt.

Also lieber einen Job statt vermutlich fünfstelliger Abfindung? Der Awo-Geschäftsführer Steffen Krollmann sagte gegenüber dieser Zeitung, man wolle Zübeyde Feldmann somit „eine Brücke bauen“. Sie erhalte für eine Rückkehr auch „sämtliche Unterstützung von uns, die sie braucht“. Die Awo suche ständig nach pädagogischen Kräften für ihre Einrichtungen und biete Zübeyde Feldmann sogar die stellvertretende Leitung in einer größeren Kita an als die in Sossenheim, wo sie zuletzt angestellt war. Bekanntlich war Zübeyde Feldmann seit über zwei Jahren, seit August 2020, durchgehend krankgeschrieben. Ihre Stelle wurde seither kommissarisch besetzt. Feldmann postete unterdessen auf ihrem Facebook-Account Bilder von ihrem Urlaub in einem Luxus-Hotel in Bodrum, Boulevardzeitungen brachten Fotos von ihrem Besuch einer exklusiven Modenschau.

Wegen Awo-Verstrickung: Korruptionsprozess gegen Peter Feldmann

Die Causa ist insbesondere deshalb von öffentlichem Interesse, weil Zübeyde Feldmann vorgeworfen wurde, sie habe ihren früheren Job bei der Awo als Leiterin der zweisprachigen Kita „Dostluk“ ab Oktober 2015 nur erhalten, weil sie die Partnerin des damaligen Frankfurter Oberbürgermeisters Peter Feldmann war. Der Job, in dem sie laut Awo gerade mal zwei Monate arbeitete, war mit einem ungewöhnlich hohen Gehalt dotiert, zudem erhielt Zübeyde Feldmann einen Dienstwagen, den sie auch in der Elternzeit nutzte. Ihr Noch-Ehemann muss sich unter anderem deswegen derzeit vor dem Landgericht wegen Vorteilnahme verantworten.

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Im Gütetermin vor dem Arbeitsgericht habe Zübeyde Feldmanns Anwältin bestritten, dass sich ihre Mandantin der betrieblichen Wiedereingliederung verweigert habe und ihr Interesse an einer Weiterarbeit bekundet. Diese Darstellung bestreitet Krollmann. Man habe Frau Feldmann stets die Tür offen gehalten, erst gekündigt, als die Kontaktversuche auf lange Zeit nicht fruchteten. „Ich habe keine Probleme mit Frau Feldmann, sie bekommt jede Form der Unterstützung für eine Rückkehr“, sagt Krollmann nun.

Bereits als Freundin des damaligen OB Peter Feldmann hatte Zübeyde, damals Temizel, ein Arbeitsverhältnis in Wiesbaden, um das sich Fragen ranken. 2014 erhielt sie, damals noch Studentin, zuerst eine Teilzeitarbeitsstelle als „Assistentin der Geschäftsleitung“ über 1900 Euro, dann Vollzeit (4300 Euro) beim Wiesbadener Kreisverband. Angeblich, um dort ein Konzept für die deutsch-türkische Kita zu entwickeln, was vom aktuellen Wiesbadener Awo-Vorstand aber bestritten wird. Parallel dazu hatte sie in Wiesbaden einen 450-Euro-Minijob über eine nicht spezifizierte Tätigkeit beim Förderverein Robert-Krekel-Haus von Ende 2014 bis 2017.