Meinung

Kommentar zum indirekten Wasserverbrauch: Label fehlt

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Ute Strunk
Ute Strunk, Redakteurin Foto: Sascha Kopp

Güter und Dienstleistungen benötigen viel Wasser. Das ist vielen nicht bewusst. Um das zu ändern, könnte eine Waren-Kennzeichnung helfen, kommentiert Ute Strunk.

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Es ist eine unvorstellbare Zahl: Während jeder Deutsche zum Trinken, Waschen, Putzen und Kochen um die 130 Liter Wasser am Tag verwendet, werden zusätzlich indirekt im Schnitt 7200 Liter Wasser durch Konsum verbraucht. Das entspricht dem Inhalt von etwa 48 Badewannen, die pro Person jeden Tag anfallen. Da Lieferketten global vernetzt sind, hat der Verbrauch von Gütern, von Energie und Dienstleistungen Umweltauswirkungen in anderen Regionen der Welt.

Deutschland, das mit seinem Bruttoinlandsprodukt sowie den Konsumausgaben der privaten Haushalte weltweit an vierter Stelle steht, spielt da eine wichtige Rolle: Der Konsum in Deutschland führt dazu, dass die weltweiten Süßwasserressourcen mancherorts knapp werden. Denn der Anbau von Agrargütern und die Produktion industrieller Waren ist häufig sehr wasserintensiv. Hinzu kommt, dass dabei Gewässer auch verschmutzt werden, was die Umwelt und die Gesundheit der dort lebenden Menschen gefährdet.

Doch all diese Auswirkungen kann man einem Produkt nicht ansehen. Zwar lässt sich mit der Berechnung des virtuellen Wasserfußabdrucks die ökologische Situation bewerten. Es fehlen jedoch diese zusätzlichen Informationen direkt auf der Ware. Um eine bewusste Kaufentscheidung treffen zu können, wäre eine Kennzeichnung nach dem Vorbild von Nutri-Score oder Tierwohl-Label hilfreich. Dabei sollte man aber auch die Folgen im Blick behalten, denn ein genereller Boykott einzelner Produkte kann den Menschen in den Herstellerländern auch die Lebensgrundlage nehmen.