Hochwasser: So können Sie jetzt Flutopfern helfen

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Bad Neuenahr: Ein Kleingartengelände steht unter Wasser. Starkregen führte zu extremen Überschwemmungen.  Foto: dpa

Die Ungewissheit über Angehörige im Hochwassergebiet zermürbt. Dennoch warnt die DLRG dringend davor, ins Katastrophengebiet zu fahren. Am meisten helfen jetzt Spenden und...

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Mainz/Düsseldorf/Berlin. Nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands brauchen viele Betroffene Hilfe. Aufräumen ist vielerorts noch zu gefährlich. Rettungseinsätze sind noch im Gange. Die Lage ist teils weiter unübersichtlich.

Angehörige über Hotline suchen

Wer Angehörige vermisst sollte sich an die Polizei wenden. In der rheinland-pfälzischen Eifel ist hierfür eine Hotline für Angehörige sowie ein Internetportal für Videos und Bilder eingerichtet. Unter der Nummer 0800-6565651 können sich Menschen melden, die Angehörige vermissen. Unter dem Hinweisportal rlp.hinweisportal.de kann man Videosequenzen und Fotos hochladen, „die Hinweise auf vermisste Personen und Tote geben können“.

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Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bittet außerdem, sich bei zuständigen Städten und Gemeinden über die aktuelle Lage zu informieren. Auch, wenn es schwerfällt: Keine Hilfe sind Reisen in das Katastrophengebiet. Denn die Gefahr ist groß, dass sich weitere Menschen damit in Gefahr bringen. „Halten Sie sich von fließenden Gewässern fern, Treibgut ist oft schlecht zu erkennen. Und auch wo es stellenweise wieder trocken scheint, ist die Lage nach wie vor gefährlich“, warnt Frank Zantis von der DLRG Nordrhein.

Auch die Polizei Rheinland-Pfalz bittet auf Ihrer Facebook-Seite eindringlich darum, nicht in das Katastrophengebiet zu fahren. Dadurch werden Rettungswege blockiert und die Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit behindert.

Wenn Freiwillige gebraucht werden, wird dazu aufgerufen oder es soll die Kreisverwaltung Ahrweiler kontaktiert werden. Entweder telefonisch unter 02641/975-900 oder per Mail an hochwasserhilfe@kreis-ahrweiler.de. Weiter Informationen finden Sie hier.

Hilfsorganisationen tatkräftig unterstützen

Helfen können Bürger aber zum Beispiel mit Spenden: Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG ist in der Wasserrettung im Einsatz. Hier wird gebeten, sich an die drei Regionalverbände (Nordrhein, Westfalen oder Rheinland-Pfalz) zu wenden. Die Spenden an die jeweiligen Konten sollten mit dem Stichwort „Hochwassereinsatz 2021“ versehen sein, damit klar ist, wofür das Geld bestimmt ist.

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Während die Hochwasserlage im Rhein-Main-Gebiet noch relativ entspannt ist, wurde der Norden von Rheinland-Pfalz schwer von den Wassermassen getroffen. Zoomen Sie näher auf die verschiedenen Orte und erfahren mit einem Klick auf die jeweiligen Ortschaften, welche Ausmaße Tief Bernd dort angenommen hat.

Unterstützung können auch die großen Hilfsorganisationen an verschiedenen Orten gebrauchen. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK), kümmert sich unter anderem um Sanitätsdienst, Betreuung, Unterbringung und Verpflegung. Derzeit sind rund 1000 ehren- und hauptamtliche Rotkreuzler Tag und Nacht im Einsatz. Einige Orte seien sogar nicht mehr mit Rettungsmitteln erreichbar, informiert DRK-Kreisgeschäftsführerin Diana Peters aus der Vulkaneifel. Das DRK nimmt unter dem Stichwort „Hochwasser“ über das bundesweite Spendenkonto Beiträge entgegen.

Zudem nimmt auch das Bündnis deutscher Hilfsorganisationen „Aktion Deutschland Hilft“ Spenden unter dem Stichwort „Hochwasser Deutschland“ entgegen. Der Arbeiter-Samariter-Bund, die Johanniter-Unfall-Hilfe und der Malteser Hilfsdienst sind ebenfalls seit Mittwochabend ununterbrochen im Einsatz. Die Unterstützung der Helfer reicht von der medizinischen Versorgung und Betreuung Betroffener über Evakuierungen, Befüllung von Sandsäcken bis hin zur Verteilung von Lebensmitteln.

Menschen, die jetzt Spenden möchten, können sich auch an die jeweiligen Kreise wenden. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat diese auf seiner Homepage aufgelistet. Die Kreise haben Bürgertelefone eingerichtet oder veröffentlichen Informationen auf ihren Homepages.

Geldspenden erwünscht, Sachspenden nicht mehr

Auch die Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, ruft zu Spenden auf. Dafür ist in Absprache mit den regionalen und lokalen Caritasverbänden ein bundesweit gültiges, zentrales Spendenkonto eingerichtet worden. Alle eingehenden Spenden werden direkt an die lokalen Caritas-Einrichtungen und Ortsverbände, in den am schwersten betroffenen Katastrophengebieten fließen.

Das Bistum Mainz spendet 25.000 Euro für die Opfer der Flutkatastrophe im Nachbarbistum Trier. Auch der Caritasverband für die Diözese Mainz und die Ketteler-Stiftung beteiligen sich mit jeweils 5000 Euro an der Aktion.

Viele kleinere Organisationen nehmen selbstverständlich ebenfalls Spenden entgegen. Ein Hinweis auf eine seriöse Organisation ist das Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI). Trägt ein Spendenaufruf das Logo, ist garantiert, dass die Organisation eindeutig und sachlich wirbt, sparsam wirtschaftet und außerdem nachprüfbar ausweist, wie das Geld der Spender verwendet wird.

Wichtig zu wissen: Geprüft werden nur Hilfswerke, die sich selbst beim DZI melden und die Kosten für die Prüfung zahlen. Kleinere Organisationen sparen sich dies oft. Wenn ein Verein in der Liste fehlt, muss das also nicht bedeuten, dass er unseriös ist. Wer nicht materiell helfen möchte, kann auch mit einem Schlafplatz helfen: Die Bonner Oberbürgermeisterin rief am Donnerstag bereits Menschen in ihrer Stadt dazu auf, Hilfe anzubieten: „Liebe Bonnerinnen und Bonner, bitte stellt Unterkünfte zur Verfügung! Meldet Euch, die Stadt stellt den Kontakt zu Menschen her, die Eure Hilfe brauchen“, schrieb Katja Dörner (Grüne) am Donnerstag auf Twitter. Im Netz gibt es hierfür ein Kontaktformular auf dem Portal der Stadt Bonn.

Die Hilfsbereitschaft, so berichteten Kommunalpolitiker und Einsatzkräfte, sei enorm, sorge mittlerweile aber für neue Probleme. "Wir ertrinken in Sachspenden", hieß es immer wieder. Diese zu erfassen, zu sortieren und zu verteilen binde Kapazitäten. Bei aller Dankbarkeit für die überwältigende Hilfsbereitschaft werde daher gebeten, sich nun auf Geldspenden zu beschränken, um den Menschen vor Ort schnell helfen zu können.

Spendenkonto Bündnis deutscher Hilfsorganisationen „Aktion Deutschland Hilft“ Stichwort „Hochwasser Deutschland“ Bank für Sozialwirtschaft IBAN: DE62 3702 0500 0000 1020 30 Spendenhotline: 0900 55 102030 (kostenfrei aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk höher) Charity SMS: SMS mit ADH10 an die 8 11 90 senden (10€ zzgl. üblicher SMS-Gebühr, davon gehen direkt an Aktion Deutschland Hilft 9,83 €) Online spenden unter: www.Aktion-Deutschland-Hilft.de

Spendenkonto Diözesan-Caritasverband Trier Stichwort „Hochwasser 2021“ Pax-Bank IBAN: DE43 3706 0193 3000 6661 21 BIC: GENODED1PAX DRK-Spendenkonto Spendenkonto DRK-Landesverband Rheinland-Pfalz Stichwort: „Hochwasser“ Bank für Sozialwirtschaft IBAN: DE97550205000005050000 BIC: BFSWDE33MNZ

Spendenkonto Land Rheinland-Pfalz Landeshauptkasse Mainz Stichwort „Katastrophenhilfe Hochwasser“ IBAN: DE78 5505 0120 0200 3006 06 BIC: MALADE51MNZ

Merkel und Dreyer im Gespräch mit der Einsatzleitung

Worüber sprechen eigentlich Politiker, wenn sie sich in einer Krisen-Situation ein "Bild der Lage vor Ort machen"? Bundeskanzlerin Angela Merkel und Malu Dreyer, die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, waren am Sonntag in Schuld – jener Ort, der von der Hochwassser-Katastrophe am stärksten betroffen war. Wir zeigen hier das komplette Gespräch von Merkel und Dreyer mit der Einsatzleitung vor Ort. Das Material stammt aus einem Livestream, den wir in Kooperation mit dem SWR gezeigt haben.