WM-Einwurf: Ach Spanien, wie peinlich

Robben geht dynamisch dem Ball hinterher. Casillas ist wie so oft an diesem Abend geschlagen und frustriert. Foto: dpa

Grundsätzlich ist eine Niederlage bei einem WM-Auftakt kein Beinbruch. Auch als Weltmeister nicht. So ein Team muss sich ja erst finden. Wer aber seit acht Jahren quasi...

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. Von Björn-Christian Schüßler

Es ist ein bisschen erschreckend, dass der ZDF-Kommentator noch vor dem Spiel eine Serie bei den Spaniern ausmacht, die sich wohl fortsetzen müsse. Als Europameister 2008 nur drei Turnier-Gegentore. Als Weltmeister 2010 nur zwei Turnier-Gegentore. Und als Europameister 2012 nur ein Turnier-Gegentor. Heißt: 2014 Titel zu Null.

Noch erschreckender: Dass der amtierende Weltmeister es nötig hat, sich bei diesem WM-Turnier still und leise in die Riege der Schiri-Fehlentscheidungen einzureihen - Brasiliens Elfmetergeschenk folgten zwei mexikanische Nicht-aber-eigentlich-richtigerweise-doch-zählt-aber-nicht-Tore. Nun also Spanien mit dem Elfmetergeschenk, weil Diego Costa beim Ausrutschen doch irgendwie noch den Fuß seines Gegenspielers berühren konnte.

Weltmeisterlich vorgeführt

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Doch am erschreckendsten: Spanien hat nicht nur einen Weltklasse-Treffer von van Persie oder ein Tor von Robben schlucken müssen, sondern sich von beiden auch noch vorführen lassen. Liebe Spanier, lieber Jahrhundertjahrgang. Das war echt peinlich, eine Demütigung.

Okay, Mund abwischen und weitermachen. Der Favoritenrolle gerecht werden. Aber ganz ehrlich: Hätte Torwart Casillas in der Nachspielzeit nicht noch drei Dinger von der Linie gekratzt, man würde Spaniens Titelträume lieber sofort begraben. 1:5. Was ein Ding. Oranje in dieser Form ein Titelfavorit. Und dabei gab's noch nicht mal orange auf die Augen.