WM-Analyse: Serbien - Guter Kostic wird teurer

Filip Kostic (vorne) gehört seit 2015 fest zum Stamm der serbischen Nationalmannschaft. Foto: dpa

Bei dieser Weltmeisterschaft sind einige Gruppen denkbar eng. Auch für Serbien ist noch alles möglich. Einfach Brasilien schlagen, denkt sich auch Filip Kostic. Bislang konnte...

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. Von Tommy Rhein

Preisschilder sind im Fußball nichts Neues. Filip Kostic schleppte in den vergangenen beiden Jahren eines mit der Aufschrift „14 Millionen Euro“ mit sich herum. Für diese Rekordsumme ist der Angreifer damals zum Hamburger SV gewechselt. Inzwischen ist er mit den Hanseaten abgestiegen. Ebenfalls nichts Neues für Kostic, schließlich schaffte er dieses Kunststück zuvor bereits mit dem VfB Stuttgart. Nun ist der Serbe bei der WM aktiv. Auch, um bald ein neues Preisschild um den Hals hängen zu haben. Sein Abschied aus Hamburg ist schließlich längst beschlossen.

Besonders als Passgeber hat Kostic seine Stärken

Ein gutes Abschneiden des Flügelspielers wäre also gleichermaßen im Interesse der Nationalmannschaft wie auch des HSV. Schließlich ist Kostic aktuell ein gutes Stück von seinem alten Marktwert entfernt. Als Stammspieler kam er in Hamburg auf 61 Bundesligaspiele, schoss dabei aber nur neun Tore. Fünf Vorlagen können diese durchwachsene Bilanz nur leicht verbessern. In Stuttgart hatte er zuvor zumindest als Passgeber (13 Assists) glänzen können. Und eben als Talent, als Versprechen für die Zukunft. Ein Versprechen, das in der Jugendabteilung des FK Radnicki Kragujavec seinen Anfang nahm.

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Zwei Aufstiege mit Kragujavec, zwei Abstiege aus der Bundesliga

In seinem Geburtsort lernte Kostic das Fußballspielen, debütierte bereits mit 17 Jahren in der Profimannschaft. Der Angreifer nahm nicht etwa den „Umweg“ über die dominierenden Klubs Partizan oder Roter Stern Belgrad, wo eigentlich die Talentschmiede Serbiens beheimatet ist. Kostic blieb seinem Heimatverein treu. 2010 folgte der Aufstieg des FK in die zweite serbische Liga, im Folgejahr gelang der Durchmarsch in die SuperLiga. Kostic gehörte längst zum Stammpersonal. Eine Saison spielte er noch in Serbien, ehe das europäische Ausland auf das Talent aufmerksam wurde. Über den niederländischen Erstligisten FC Groningen ging es dann 2014 in die Bundesliga. Dort stagnierte er schließlich. Trotz zweifachem Abstieg scheint er sich aber dennoch weiterhin in der obersten Etage halten zu können. Mannschaften wie der VfL Wolfsburg sollen interessiert sein. Ob das für die Wölfe ein schlechtes Omen ist? Wir werden sehen.

Leistungsträger im Nationaltrikot

In der Nationalmannschaft debütierte Kostic erst 2015, als er bereits in Stuttgart gegen den Ball trat. Seitdem gehört er jedoch durchgängig zum Stammpersonal, stand in der WM-Qualifikation in acht von zehn Spielen in der Startelf. In Russland stehen aktuell eine Ein- und eine Auswechslung zu Buche. Ein Leistungsträger also. Durchaus mehr, als er es in Hamburg oder Stuttgart war. Gelingt Kostic nun am Mittwoch gegen Brasilien ein besonders gutes Spiel, womöglich gar der entscheidende Treffer ... der HSV würde wohl mitjubeln. Denn wer weiß, welches Preisschild ein solcher Spieler auf einmal haben könnte.