WM-Analyse: England - Junges Team macht Insel verrückt

Marcus Rashford (links) ist eines der vielen jungen englischen Talente bei dieser WM. Foto: dpa

Marcus Rashford hat mit seinen erst 20 Jahren schon einige Erfahrung gesammelt. Der Angreifer von Manchester United steht damit aber für zwei Faktoren, die im englischen Team...

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. Von Martin Imruck

Jung und dynamisch kommt in diesem Jahr die englische Nationalmannschaft daher. Jung und dynamisch, das ist auch er: Marcus Rashford, 20 Jahre, Stürmer von Manchester United. Im Alter von acht Jahren wechselte der Offensivspieler vom Fletcher Moss Rangers FC in die Jugendabteilung der Red Devils. Aufgewachsen in Manchesters Stadtteil Wythenshawe im Süden der Stadt rückte das Sturmtalent zur Saison 2015/16 in den Kader der Profis auf. Ganz zur Überraschung seiner beiden älteren Brüder, Dane und Dwaine, die den Straßenfußballer bis heute beraten.

Ein besonderes Faible entwickelte der 1,80 Meter große Stürmer für seine Debüts. Im Sechzehntelfinale der Europa League 2016 beispielsweise, als Rashford gegen den FC Midtjylland zwei Tore zum 5:1-Sieg von United beisteuerte. Oder in der Nationalmannschaft gegen Australien, als der damals 18-Jährige im ersten Einsatz bereits in der dritten Spielminute die Führung der Engländer erzielte. Auch seine Champions-League-Premiere veredelte der Knipser mit einem Treffer beim 3:0 gegen den FC Basel - sieben Minuten nach seiner Einwechslung.

Goldene Generation könnte Durststrecke beenden

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Mit 20 Jahren hat Rashford bereits drei nationale sowie den Europa-League-Titel gewonnen. Im Finale gegen Ajax Amsterdam schenkte Coach José Mourinho dem Youngster sein Vertrauen. Auch in der Premiere League kommt der Angreifer häufig zum Einsatz. 123 Ligaspiele und 32 Tore sind eine amtliche Statistik für einen 20-Jährigen bei einem Topklub wie ManUnited.

Auch Nationalcoach Gareth Southgate vertraut auf den treffsicheren Youngster, der trotz der starken Konkurrenz durch Harry Kane, Raheem Sterling oder Jamie Vardy immer wieder seine Nominierungen mit guten Auftritten rechtfertigt. Mit Ashley Young und Jesse Lingard kennt Rashford lediglich zwei Nationalmannschaftskollegen aus dem Klub, doch auch die anderen Überflieger im Kader der Three Lions deuten an, wo die Reise für die Engländer in den nächsten Jahren hingehen kann. Weg vom Kick-and-Rush und hin zum flotten und präzisen Hochgeschwindigkeitsfußball.

Ziehen die vielen Individualisten an einem Strang, könnte Rashford als Teil einer goldenen Generation das Mutterland des Fußballs irgendwann mit dem zweiten WM-Titel erlösen. Der bislang einzige Triumph bei einem internationalen Turnier liegt mittlerweile schließlich schon 52 Jahre zurück. Auf diesem Weg können die Engländer die Debüt-Qualitäten von Rashford gut gebrauchen.