Wissen ist gut, Vertrauen ist besser

Zur Hilfe, ein Gesetzbuch. Seminare helfen, den Dschungel zu durchblicken.

Es ist für Volontäre eine bekannte Situation: Der Polizist am anderen Ende der Telefonleitung ist auffallend einsilbig. Kann er nichts sagen oder will er nicht? Schwer...

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. Noch kurz ein paar Worte in eigener Sache: Die Vorgabe für unseren Volo-Blog "Perspektivwechsel" klingt gleichermaßen einfach wie herausfordernd: "Schreibt über was ihr wollt, aber halt aus eurer ganz persönlichen Sicht", so die Ansage der Projektleitung. Damit wir hier aber nicht Gefahr laufen in unserem "Perspektivwechsel" Themen aus Politik, Sport oder Zeitgeschehen eben nur aus der Sicht des Nachwuchsjournalisten zu beschreiben, wollen wir potenziellen Bewerbern auch einen Einblick davon verschaffen, was sie in einem Redaktionsvolontariat erwarten würde.

Deshalb werden wir neben den vielen kleinen Alltäglichkeiten auch von Seminaren und Trainings berichten, die wir während unseres zweijährigen Volontärslebens mitmachen. Und weil einer dieser Termine erst ein paar Tage zurück liegt, geht’s auch gleich mit einem Seminar los.

Stille Entrüstung beim Volontär

Thema war in Koblenz die richtige und angemessene "Gerichts- und Polizeiberichterstattung". Vier Tage waren nötig um alle Gesetze, Vorschriften, Pflichten, Grundsätze und Definitionen in diesem Zusammenhang einmal anzusprechen und auch auszuprobieren. Dass das Papier, auf dem diese Paragraphen stehen, jedoch geduldig sein kann, zeigte ein gleichzeitiges Treffen mit einem regionalen Pressesprecher der Polizei.

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Angesprochen auf die Verhaltensgrundsätze für Presse und Polizei zur Vermeidung von Behinderungen bei der Durchführung polizeilicher Aufgaben und der freien Ausübung der Berichterstattung, machte dieser klar, dass es junge Volontäre bei ihm zunächst sehr schwer hätten, Hintergrundinformationen über einen Fall zu erhalten. Stille Entrüstung macht sich bei diesen Worten beim Nachwuchsjournalisten breit. Hegt er doch auch nur die besten Absichten bei seiner Anfrage. Auch gilt für den Volontär derselbe Pressecodex, wie für alle anderen Journalisten.

Die Wogen glätten sich schnell, als der Pressesprecher verrät, dass diese Schikane mit einem gemeinsamen Kaffee oder einem persönlichen Gespräch - ohne Abgabefrist und einen ungeduldigen Redaktionsleiter im Nacken - ganz spielerisch zu umfahren ist. Denn das Einzige, worum es ihm geht, ist Vertrauen, dass seine Informationen in guten Händen sind und seine weiteren Ermittlungen in einem Fall nicht durch eine falsche Berichterstattung behindert werden.

Kontakte aufbauen und immer weiter pflegen, pflegen, pflegen. Das ist somit neben allen Seminaren und Trainings wohl eine der wichtigsten Aufgaben des Nachwuchsjournalisten während seines Volontariats. Und das nicht nur bei der Polizei. Überall, wo es um Informationen geht, spielt Vertrauen zu den Quellen immer auch eine Rolle.

Florian Fischer