Wird Alice Schwarzer kommen?

Wer macht das Urlaubsvertretungsrennen? Wird Alice Schwarzer die Übergang-Breidenbach?

Die Debatte, wer demnächst diese Kolumne schreibt, ist in voller Schärfe entbrannt.

Anzeige

. Verehrte Leserinnen und Leser, liebe Kinder, über alles geschätzte Vorkämpferinnen für die Rechte der Frau - Ihr müsst jetzt alle ganz stark sein. An den kommenden beiden Samstagen wird meine Wenigkeit als Autor der "Woche" vergeblich gesucht werden. Mein Kater Bébé ist auch nicht im Dienst. Nein, man hat uns nicht gefeuert. Noch nicht. Haben Männer unseres Alters nicht mal das Recht, zwei Wochen einfach abzuhauen, ohne dass ein Riesenbuhei darum gemacht wird?! Schließlich müssen wir uns auch mal von Euch erholen! Also, bleibt geschmeidig. Nicht weinen. Wie sagte schon Arnold Schwarzenegger als Terminator: I‘ll be back.

*

Wie nicht anders zu erwarten, wollte dieser unser Verlag keine Kosten und Mühen scheuen, einen halbwegs gleichwertigen Ersatz für "Die Woche" zu verpflichten. Die Anfragen wurden unterschiedlich beschieden. Alice Schwarzer: "Ihr Kerle glaubt doch nicht, dass ich für so einen Macho-Laden auch nur einen Finger krumm mache! Es sei denn, wir fänden eine clevere Lösung, was Modalitäten, Art und Ort der Honorarüberweisung betrifft. Bargeld lacht und black is beautiful."

*

Anzeige

Rainer Brüderle ist mit den Nacharbeiten seines eigenen Buchprojektes zu beschäftigt und verwies uns an die "stern"-Reporterin Laura Himmelreich, über die er sagt: "Die könnte ‚Die Woche‘ auch ausfüllen." Lieber Herr Brüderle, nein, da sind wir ganz anderer Meinung. Uli Hoeneß ließ wissen: "Eigentlich gerne, aber da, wo ich demnächst bin, zensieren sie jedes Wort!" Markus Lanz teilte mit: "Geht leider nicht, über ‚Die Woche‘ schimpft ja weder das Publikum noch das deutsche Feuilleton - aber ohne gepeitscht zu werden kann ich nicht mehr leben. Mit masochistischen Grüßen!"

*

Der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ließ kurz und bündig wissen: "Würde gerne, weiß aber schlicht nicht, wo ich Text hernehmen soll!" Dieter Bohlen reagierte gewohnt feinfühlig: "Nääää, ihr Nasenbohrer, bei Euch gibt‘s ja nicht mal scharfe Mädels!" Wesentlich sachbezogener ging Peer Steinbrück zu Werke....Wie meinen? Wer das ist? Leute, das ist gerade mal ein paar Monate her! Also, er antwortete knapp: "Zu wenig Kohle zu holen bei Euch. Diese Antwort ist ausnahmsweise honorarfrei, aber das ist das letzte Mal." Unsere Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles reagierte erwartungsgemäß so: "Ehe die Frauenquote bei Euch nicht bei 110 Prozent liegt, hat es überhaupt keinen Sinn, mit Euch darüber zu reden, wo der Hammer hängt." Jürgen "Kloppo" Klopp, einst Trainer bei Mainz 05, stellte eine Bedingung: "Nur, wenn ich mindestens jeden zweiten Tag Eure Chefredaktion und die Geschäftsführung vor versammelter Mannschaft zur Minna machen darf." Sie verstehen, liebe Leserinnen und Leser, dass sich die diesbezüglichen Verhandlungen bei uns hausintern schwierig und langwierig gestalten.

*

Peter, the Body-Mass-Index Altmaier, das fleischgewordene Überhangmandat, schickte uns seine Antwort auf einer Serviette: "Okay, aber für die Zeit, in der ich ‚Die Woche‘ schreibe, müsst Ihr Kost und Logis übernehmen." Nun, bezüglich der Übernachtungskosten hätte sich ein akzeptables Arrangement mit einem 5-Sterne-Hotel darstellen lassen, inclusive einem verstärkten Bettgestell und einer zusätzlichen Haftpflichtversicherung für Matratzenbruch und Pizzafettflecken auf dem Kopfkissen. Aber nach der Kalkulation der Kosten für Altmaiers Mahlzeiten verabschiedete sich unsere gesamte Finanzabteilung geschockt in einen mehrwöchigen Erholungsurlaub.

Anzeige

*

Nicht zuletzt sprach zu uns unser alter Freund Oettinger, Günther, the Englishman, wie wir ihn nennen: "I am a great friend of ‚THE WEEK‘, but I have it no so with writing. My wonderful big powerpoint is the speaking, in front of all in Englandish." Und dann bekamen wir noch eine Antwort, die lautete so: "Ja, guttt äähhhh...." Wer ist das? Einsender/Innen der richtigen Antwort werden belohnt: zweiter Preis ein Essen gemeinsam mit Breidenbach, erster Preis ein Essen gemeinsam mit Bébé...kleiner Scherz.

*

Zum Schluss noch was ganz Schrilles: Italiens Ex-Regierungschef Berlusconi, Super-Silvio, wie manche ihn nennen, ist wegen Steuerbetrugs verurteilt, kann seine Strafe aber durch Sozialdienst in einem Seniorenheim abbrummen. In einem Juniorinnenheim wär‘s ihm lieber gewesen. Irgendjemand dreht jetzt vielleicht einen Film über ihn. Titel: Der große Rollator.