Vor dem Tor das Glück erzwingen

Der Mainzer Christian Clemens fasst sich an den Kopf - zahlreiche Chancen in Hoffenheim blieben ungenutzt. Foto: dpa

Bis zum 16er läuft alles gut - doch zum Gewinnen muss auch im letzten Sektor der Abschluss klappen.

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. Von Dennis Rink

Dieses Phänomen kennt Martin Schmidt. Schon als Trainer der zweiten Mannschaft des FSV Mainz 05 durfte der Schweizer öfter zusehen, wie sein Team den Gegnern in Sachen Laufbereitschaft, Raumaufteilung, Pressingverhalten und Spiel in die Spitze überlegen war. Das sah mit seiner jungen Truppe auch in der Dritten Liga oft sehr ordentlich aus - bis kurz vor dem Tor. Denn das haben die Mainzer ab und an genauso selten getroffen wie die Bundesliga-Profis gegen die TSG Hoffenheim: nämlich gar nicht.

Aus diesem Grund weiß Schmidt allerdings, wie man mit einer Niederlage umgehen muss, die - gemessen an den meisten Leistungsindikatoren - vollkommen unverdient war. Sein Problem: Am Ende zählen eben die Tore. Die Kunst wird es nun sein, im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach wieder eine engagierte und selbstbewusste Leistung auf den Rasen zu bringen und das Glück vor dem Tor einfach zu erzwingen.

Das müssen die Mainzer auch. Denn die Konkurrenz im Tabellenkeller schläft nicht. Die Abstiegszone ist nicht weit entfernt. Martin Schmidt setzt bei seinem Team auf Leidenschaft und freie Gedanken. Die Last des Abstiegskampfes kann diese gedankliche Freiheit allerdings schnell erdrücken. Deswegen muss der FSV nicht nur gut spielen, sondern auch Punkte sammeln. Und das geht eben nur mit Toren.