Papier statt Plastik? Im Labor funktioniert es bereits

Laut dem neuen „Ernährungsreport“ gaben mehr als 70 Prozent der Befragten an, auf eine umwelt- und ressourcenschonende Produktion sowie eine ökologische Erzeugung zu achten.

Wie das Darmstädter Start-up „CeraSleeve” Papier noch nachhaltiger machen will und was wir beim Thema Müll von Skandinavien lernen können.

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HESSEN/RHEINLAND-PFALZ. Stellen Sie sich mal vor, man könnte Plastik einfach durch wasserabweisendes Papier ersetzen. Ein Darmstädter Start-up könnte genau das möglich machen: Das vierköpfige Team von „CeraSleeve” will mit einem Papier an den Markt gehen, das Kunststoff in einigen Bereichen verdrängen könnte.

„CeraSleeve“ beruht auf der Idee und Forschung von der Darmstädter Chemikerin Dr. Nicole Rath. Mittlerweile besteht das Team neben der Gründerin noch aus drei weiteren Mitgliedern: Frederic Kreplin M.Sc. (Maschinenbau-Ingenieur), Dr. Mathias Stanzel (Chemiker) und Augustin Coreth MBA (Betriebswirt). Im Interview hat uns das Team erzählt, wie ihr Produkt die Verpackungsindustrie revolutionieren könnte und was noch geschehen muss, bis es auf den Markt kann.

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Ganz konkret heißt das: Wenn das, was im Labor schon funktioniert, auch unter realen Bedingungen möglich ist, könnte CeraSleeve in vielen Bereichen der Verpackungsindustrie eingesetzt werden. Produkte wie To-Go-Becher würden weiterhin ihre wasserabweisenden Eigenschaften behalten, könnten aber deutlich einfacher recycelt werden.

Das Papier von Cera Sleeve im direkten Vergleich.
Das Papier von Cera Sleeve im direkten Vergleich. (© Xenia Schipp)

Zur Verbesserung unseres Müllsystems können aber nicht nur private Unternehmen oder Wissenschaftler beitragen, auch die Politik kann entsprechende Anreize und Richtlinien schaffen. Dr. Anja Grothusen vom rheinland-pfälzischen Landesamt für Umwelt formuliert das Ziel der ganzen Optimierungen: „Rausholen, was geht. In diese Richtung entwickelt sich die Abfallwirtschaft gerade.“ Dabei ginge es auch nicht um „Recycling um jeden Preis“, vielmehr strebe man eine vermehrte Kaskadennutzung an.

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Grundsätzlich ginge es bei all diesen Vorschlägen nicht darum, die Menschen in Deutschland, die bereits zu 80 Prozent richtig trennen, auf 100 Prozent zu bringen, sagt Dr. Grothusen: „Es gilt das Pareto-Prinzip. Wir müssen es schaffen, die 20 Prozent, denen Mülltrennung egal ist, zu einer korrekteren Trennung zu verhelfen. Im besten Fall bringen wir sie auf den gleichen Stand wie die 80-Prozent-richtig-Trenner.”

So ist also die Lage in Deutschland. Aber wie sieht das eigentlich in anderen Ländern aus? Auf der Suche nach nachhaltigen Projekten, die als Vorbild dienen können, sind wir in Skandinavien gelandet.

Klicken Sie auf die Punkte und entdecken, welche Projekte in Skandinavien bereits umgesetzt werden:

Dieser Artikel gehört zu einer Serie rund um Müll und Recycling in der Region: