Tzatziki auf die harte Tour

Athens neue Regierung auf Tour durch Europa - um griechische Euros zu behalten und europäische zu bekommen. Foto: dpa

Der griechische Finanzminister ist zwar pleite, aber angeblich sexy. Mal sehen, was Merkel dazu sagt.

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. Wenn wir das alles richtig verstehen, ist es ja jetzt so, dass der neue griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras, nicht zu verwechseln mit Alexis Sorbas, und sein Finanzminister Giannis Varoufakis in Europa touren, um Angela Merkel und Wolfgang Schäuble zu entmachten, ihnen die Schlüssel zu klauen, in den Keller der Europäischen Zentralbank in Frankfurt zu marschieren, die Maschine anzuschmeißen und sich 300 Billiarden Euro zu drucken. Fachkreise nennen Tsipras und Varoufakis deshalb auch die "Bimbes Brothers". Nein, jetzt mal im Ernst. Varoufakis hat gegenüber der EZB einen lustigen Gedanken ins Spiel gebracht: Die griechischen Schulden sollten in "ewige Anleihen" umgewandelt werden, sogenannte "Never-Comeback-Kohle".

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Ausgeschlossen scheint aber zu sein, dass unter dem Aspekt "ewig" Otto Rehhagel, Kampfname Rehhakles, irgendwie als Coach in die Sache einsteigt, weil, die Nummer wie 2004, Griechenland wird Europameister, weil alle anderen es nicht glauben wollen und zu doof sind, die funktioniert nur einmal. Das weiß im Übrigen sicher auch unser aller Kanzlerin. Die kann solche fußball-philosophisch gestützten Sachen ja immer gut diskutieren, wenn sie in die Kabine kommt und der Özil und die anderen mit Ach und Krach gerade mal noch ein Handtuch anhaben. Da lässt sich über so taktische Sachen unheimlich gut reden.

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Es ist ja so, wir machen da gar keinen Hellenen...Pardon, keinen Hehl draus, dass der Herr Varoufakis das Maul ziemlich weit aufreißt. Wir hatten das letzte Woche schon erörtert. Nun lesen wir bei "Spiegel Online", dass Nikitas Kaklamaris, ein Vertreter der bisherigen Regierungspartei Nea Dimokratia, sagt, Varoufakis sei der "George Clooney der neuen Regierung". George Clooney, ist das nicht dieser Handelsvertreter für Kaffeekapseln? Kleiner Scherz. Also. Clooney, schon bei dem Namen verdrehen manche Frauen die Augen. 1997 wurde er zum Sexiest Man alive gewählt, aber so was sollte nicht überbewertet werden. Wahre Schönheit kommt von innen. Angeblich nicht nur bei Männern, wie der Designer Guido Maria Kretschmer vor seiner neuen Show "Deutschlands schönste Frau" in einem "Spiegel"-Interview warmherzig erläuterte: "Was nützen die schönsten Beinchen, wenn man dafür hohl in der Birne ist?" Genau.

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Zurück zu Clooney. Es fing zäh an, 1988 zum Beispiel spielte er laut Wikipedia in der Horrorparodie....Wie meinen? Nein! Die Horrorparodie hieß nicht "Griechenlands neue Regierung", sondern "Die Rückkehr der Killertomaten." Nur ganz böse Zungen behaupten, nächstes Jahr sei eine Fortsetzung geplant unter dem Titel "Die Rückkehr von Killer-Tzatziki". Wichtig für Clooney auch die Krankenhaus-Serie "Emergency Room" (Notaufnahme), quasi Schwarzwaldklinik auf die harte Tour. Aber die Assoziation Varoufakis - Notaufnahme ist nicht schlecht. Und richtig mitten im Thema sind wir mit Clooneys Film "Ocean's Eleven". Da geht es nämlich um den Einbruch in ein Spielcasino, Beute im zweistelligen Millionenbereich. Das würde dem Varoufakis zwar nicht annähernd reichen für seinen Staatsetat, aber jeder fängt mal klein an.

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Dann war der Varoufakis noch bei Wolfgang Schäuble. Der wird bei so jungen Großmäulern ja ganz eisig und erklärte dem Varoufakis erst mal, dass ohne die Troika nix geht. Wobei der Baden-Württemberger Schäuble in diesem Fall ausnahmsweise die EU-Troika gemeint hat - EZB, Währungsfonds und EU-Kommission - und nicht etwa die klassische schwäbische Troika Kehrwoche, Spätzle, Trollinger.

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Der absolute Hammer aber ist Clooneys Nespresso-Werbung, bei der er mit der netten jungen Dame auf der Terrasse ist und sie brüllt dann: "George Clooney is in town", um seinen Kaffee zu stibitzen. Die Schöne ist die Schweizerin Lauriane Gilliéron, so lesen wir in der "Schweizer Illustrierten", und da steht: "Mit George Clooney auf einer Sonnenterrasse ‚käfele‘ und dafür noch bezahlt werden?" Wie: "käfele"?? Was für ein Wort!! Ist aber nix Unanständiges, wir schauen nach bei "deu.hablaa.com" und finden die Übersetzung "Kaffe trinken, Kaffeehock". Aha. Wie in hiesigen Regionen: "Hock disch hiiee", setz' Dich hin. Muss man ja erst mal wissen. Nicht, dass der Varoufakis zu unser aller Kanzlerin geht und sagt: "Lass' uns erst mal käfele", und sie haut ihm eine rein, weil sie's falsch deutet.