Tsipras kommt, Gerd geht - aber was bringt das?

Schluss, Aus, Raus! Gerhard Schröder und Doris Schröder-Köpf trennen sich nach 18 Jahren Ehe. Er zieht nach Ostern aus dem gemeinsamen Haus aus. Archivfoto: dpa

Bislang erst vier Ehen, und jetzt kränkelt auch noch der lupenreine Freund. So kann's nicht weitergehen, sagt sich Schröder. Derweil weilt die Kanzlerin zu später Stunde bei...

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. Es sind ja oft die Montagabende, wo niemand zu irgendwas Lust hat und es dödelt so vor sich hin. Wahrscheinlich hat sich auch der Schröder Gerd eines schönen Montags gesagt: Hömma, vierte Ehe, Putin ist auch nicht mehr das, was er mal war, das kann doch nicht alles gewesen sein. Eine gewisse Skepsis artikulierte schon die berühmte Musikgruppe "The Mamas & The Papas" mit "Monday, Monday", wo es zwar gut losgeht mit "Ba-da-ba-da-da-da", aber dann eine Stelle - übersetzt - so heißt: "Jeder andere Tag in der Woche ist schön, aber immer wenn es wieder Montag wird, kannst Du mich weinen sehn."

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Und genau deshalb, so sagen böse Zungen, habe sich der so genannte griechische Ministerpräsident Tsipras überlegt, ob er am Montagabend nicht lieber als Kandidat zu Jauchs "Wer wird Millionär" geht, anstatt, The Mamas & The Papas hin oder her, zu Mutti ins Berliner Kanzleramt. Letzteres tat er dann doch. Es dauerte bis tief in die Nacht, aber so richtig passiert ist nichts. Das ist halt manchmal so. Immerhin habe es mehrere Punkte gegeben, bei denen sich beide Seiten einig waren. Ja. Zum Beispiel: Die Erde ist keine Scheibe, und es gilt, um mal was Gutes über Griechen zu sagen, noch immer der Satz des Pythagoras: In allen ebenen rechtwinkligen Dreiecken ist die Summe der Flächeninhalte der Kathetenquadrate (nein, das hat nichts mit Kathetern zu tun) gleich dem Flächeninhalt des Hypotenusenquadrates. Woraus man schließen könnte, dass unser aller Kanzlerin vor Zorn im Dreieck gesprungen ist. "Den Eindruck, sie freue sich auf's Abendessen, vermittelte sie nicht", schreibt die FAZ über Merkel. Gut. Manche von uns kennen das. "Schaatz, den Eindruck, Du freust dich auf's Abendessen, vermittelst Du nicht."

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Man muss Merkel schwer ankreiden, dass sie eine phantastische feministische Chance ungenutzt ließ. Man stelle sich das vor: Dieser Tsipras-Playboy kommt angewackelt, sie schaut ihm ganz tief in die Augen, was eigentlich sehr gut kommt, wer das schon mal erlebt hat mit ihr, weiß, wovon wir sprechen. Und dann fragt sie einfach nur mit rauchiger Stimme: "How much?" Tja, Geld regiert die Welt. Am Morgen danach empfing Tsipras in seinem Hotel erst mal die Vorsitzenden der Grünen, Simone Peter und Cem Özdemir, wobei Cem die Hanfpflanze von seinem Balkon, mit der er sich im Sommer blöderweise hatte fotografieren lassen, nicht mitbrachte. Von der Linkspartei kamen Katja Kipping und Gregor Gysi, Sahra Wagenknecht durfte angeblich nicht mit, weil sie dem Tsipras zu links ist.

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"Frauen auf den Zwanziger" lesen wir entsetzt. Mensch, der arme Theo, auf seine alten Tage. Den Job als DFB-Präsident hat er überstanden, aber das jetzt? Quatsch. In Wahrheit geht es darum, dass auf amerikanischen Geldscheinen keine Frauen sind, und das soll sich jetzt ändern, zumindest beim Zwanzig-Dollar-Schein. Deutschland war da schon zu DM-Zeiten weiter. Und generell finden wir das vollkommen richtig, dass sich das feminine Element gerade in dieser Weise pekuniär niederschlägt. Schließlich war es Marilyn Monroe, die mit ihrem Song "Diamonds are a girl's best friend" für ökonomische und auch manch andere Relationen Maßstäbe klar machte. Das ist aufbaufähig. Ganz harter Vergleich jetzt, aber zum Beispiel könnten wir uns auf dem 500er extrem gut Alice Schwarzer vorstellen, die ja kürzlich ein Steuerproblem hatte, weswegen auf dem Schein ausdrücklich "500 Euro b r u t t o" stehen müsste. Auch Andrea Nahles, die Erfinderin des Mindestlohns, käme in Frage, allerdings müsste man für sie natürlich einen 8,50-Euro-Schein einführen. Nicht zuletzt Vicky Leandros, die Erfinderin des Schlafzimmerblicks, gebürtige Griechin, deshalb für sie ein Blanko-Geldschein zum Selbstausfüllen.

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Noch was Lustiges. Der Bundesnachrichtendienst (BND) bekommt einen Neubau in Berlin, der statt 720 Millionen jetzt 1,5 Milliarden kosten soll, auch ohne dass Alexis Tsipras je einen Fuß in das Gebäude gesetzt hätte. Zudem gab es kürzlich Sabotage: Jemand flutete durch Abmontieren von Wasserhähnen Gebäudeteile, weshalb Spaßhähne, Pardon, Spaßvögel "BND" jetzt zur Abkürzung für "Bitte Nicht Duschen" deklarieren. Die Bauleitung, so lesen wir im "Spiegel", lag bei "drei etablierten Firmen", bei denen es sich aber nicht um NSA, IS und NSU handelte. Von den drei etablierten Firmen seien aber leider zwei pleitegegangen. Eine sei bereits 2013 aufgelöst worden, womit keinesfalls klar ist, ob der BND davon wusste oder gar selbst daran dachte, sich aufzulösen.