So viele Gründe, nicht ins Stadion zu gehen

Gegen Borussia Dortmund waren die Reihen geschlossen, die mit Danny Latza über den Ausgleich jubelten. Gegen Augsburg fehlten aber mehr als 10.000 Besucher in der Opel Arena. Archivfoto: dpa

23.371 Zuschauer gegen den FC Augsburg sind der neue Minusrekord in der Opel Arena. Es gibt eine Menge Gründe dafür, daheim zu bleiben. Immer wieder mit dabei: die schlechte...

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. Von Julia Sloboda

23.371. So viele – oder besser gesagt so wenige – Zuschauer waren am vergangenen Freitag offiziell in die Opel Arena gekommen, um das Bundesliga-Spiel des FSV Mainz 05 gegen den FC Augsburg zu sehen. Ein Minusrekord, für den es jedoch Gründe gibt. In Leserbriefen und Kommentaren in den sozialen Netzwerken kamen rasch einige Motive zusammen, die die Anhänger an einem Stadionbesuch hindern. Dabei spalten sich die 05-Fans in zwei Lager.

Lager A findet Gründe, die gegen das Live-Erlebnis in der Arena sprechen. Zu hohe Eintrittspreise wurden hier genannt, der mit 4,50 Euro zu teure Messeparkplatz, der zudem für dreckige Schuhe und Autos sorgt. Außerdem die geschlossenen Getränkestände nach der Partie, die dazu führen, dass ein gemeinsames Bier erst in der Stadt möglich ist. Meistgenannter Grund dürfte jedoch die Stimmung gewesen sein. Zu leise, zu monoton, seit zu vielen Jahren zu gleich. Und außerdem war früher alles besser.

Lager B lässt diese Gründe nicht gelten. Da bekommen die „Schönwetterfans“ schon mal einen auf den Deckel. Statt Kaffeeklatsch gehe es darum, die Mannschaft zu unterstützen. Ausreden zählen nicht.

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Und jetzt? Nun, es gibt tatsächlich Gründe, an denen der Verein arbeiten kann, weil es sich um logistische oder infrastrukturelle Gründe handelt. Doch die viel diskutierte Stimmung lässt sich nun mal nicht aus dem Nichts erschaffen.

Hier sind die Fußballer und die Fans gleichermaßen gefragt. Denn dass eine ordentliche Atmosphäre auch bei nicht ausverkaufter Hütte entstehen kann, hat der vergangene Freitag gezeigt. Der Einsatz auf dem Platz stimmte, die Resonanz im Publikum stimmte. Das Team zeigte sich giftiger als zuletzt und die Fans wiederum reagierten auf die Geschehnisse auf dem Feld. Die Diskussion um die Zuschauerzahlen wird nicht so schnell verstummen, dafür sind die leeren Plätze in der Opel Arena zu präsent. Vielleicht kommt jedoch irgendwann der Zeitpunkt, an dem die 05er akzeptieren müssen, dass an einem „normalen“ Bundesliga-Spieltag bis zu 10.000 Plätze leerbleiben. Wenn man mal ehrlich ist: So groß ist das Einzugsgebiet des FSV Mainz 05 nicht. Und bei 200.000 Einwohnern alle zwei Wochen über 20.000 Menschen ins Stadion zu bekommen, vielleicht doch weniger dramatisch, als man denkt.