Siggi und Horsti – das neue Traumpaar

Haben wir uns jetzt wieder alle lieb und bleiben zusammen? - Sigmar Gabriel (links), Horst Seehofer und Angela Merkel. Foto: dpa

Es ist ja jetzt so, dass das Flüchtlingsthema offenbar Politiker auch zusammenschweißen kann. Transitzonen sind vom Tisch – außer beim DFB.

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. Betrachten wir uns mal den bayerischsten aller amtierenden Ministerpräsidenten, Seehofer, Magic Horst, und den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel. Letzterer sagte laut „Welt“ nach einer nächtlichen Beratungsrunde: „Wir machen keine Symbolpolitik, nur damit Horsti wieder lieb ist,” Ist da ein neues Traumpaar geboren? Siggi und Horsti? Wie einst Siegfried und Roy? Aber wer macht dann den weißen Tiger? Altmeier sicher nicht, der kommt nicht durch den brennenden Reif. Oder wie Derrick und Harry. Horsti, hol schon mal den Wagen – und tu so, als wolltest du den Özdemir überfahren. Oder Günther und Jauch bei „Wer wird Millionär?“: „Wie heißt der Bundesinnenminister?“ – „Da frag‘ ich lieber mal das Publikum.“ Asterix und Obelix. „Zwei Wildschweine – und drei für den Altmeier.“ Oder wie Black & Decker. „Horsti, Horsti, Mutti hat heute aber wieder tief gebohrt.“ Der Horsti hat dann der FAZ noch gesagt, er sei froh, dass das Positionspapier von CDU und CSU „eine Verringerung der Flüchtlinge vorsieht.“ Unklar ist, ob die Flüchtlinge das wissen. „Für heute bin ich mal zufrieden“, hat der Horsti nach dem nächtlichen Beratungsgipfel noch betont. „Schaaatz, für heute bin ich mal zufrieden.“ Unklar ist, ob der Horsti das auch damals gesagt hat, in der Affäre um seine aushäusige Dame und das uneheliche Kind.

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Derweil erwägt der DFB die Einführung von Transitzonen rund um sein Areal in Frankfurt. Staatsanwälte und Steuerfahnder, egal, ob aus einem sicheren Herkunftsland oder aus Sachsenhausen, werden da erkennungsdienstlich behandelt und eingewickelt. In Decken, gegen die menschliche Kälte. Was dachten Sie denn? Und noch immer ist unklar, ob Beckenbauer, Firlefranz, wie wir ihn nennen, seine Finger an den 6,7 Millionen hatte, die niemand nicht nirgendwo hingeschickt hat, und für die der deutsche Fiskus jetzt aber doch Vergnügungssteuer will, oder so ähnlich. Hat sich der Kaiser da gar selbst bereichert? „Kraft in den Teller, Kohle auf den Tisch“? Wenn der Kaiser finanziell seinen Schnitt gemacht hätte, wie man so sagt – was wir uns überhaupt nicht vorstellen können – dann würde der Begriff „Kaiserschnitt“ in ganz neuem Licht erscheinen.

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Super Übergang jetzt. Also, wir sind momentan so sakramentisch erkältet, dass das deutsche Trash-TV für Aufmunterung sorgen muss. Außerdem ist wegen der ganzen DFBVW-Sachen viel liegen geblieben, und das muss jetzt aufgearbeitet werden, intellektuell. Das ist das Stichwort. Es gibt da eine Blondine, die heißt Daniela Katzenberger. Geboren wurde sie in Ludwigshafen, ist also eine von uns....na ja, ein bisschen zumindest. Von Beruf ist sie Blondine. Vor laufender Kamera des Senders Vox hat sie vor einigen Jahren in Amerika versucht, auf das Grundstück von Hugh Hefner zu gelangen, dem Erfinder des „Playboy“. Es gelang ihr nicht. Böse Zungen behaupten, als Hefner davon Wind bekam, habe er all seinen Einfluss geltend gemacht, damit im amerikanischen „Playboy“ keine nackten Frauen mehr abgebildet werden. Das, kein Scherz, wurde kürzlich auch Realität. Katzenberger hat sich dann in Spanien einer Brust-OP unterzogen, vor laufender Kamera. Wir distanzieren uns von bösartigen Gerüchten, danach sei Spanien in Schockstarre verfallen, was wiederum einen Niedergang des Landes nach sich zog, wirtschaftlich und gottlob auch bei der Fußballnationalmannschaft.

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Daniela Katzenberger dagegen hat einen tollen Aufstieg hingelegt, von Vox zu RTL II, und sie hat ein Baby bekommen. Vater ist Lucas Cordalis, Sohn von Costa Cordalis, dem für Griechenland fünftbedeutendsten Menschen nach Plato, Vicky Leandros, Varoufakis und Otto Rehhagel. Daniela, wie wir sie nennen, brachte ihre Tochter Sophia im Klinikum Worms (Ludwigshafen liegt in der Nähe von Worms) zur Welt, per Kaiserschnitt.(!) Vor laufender Kamera.

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Das Klinikum sowie die alte Nibelungen-, Dom- und Lutherstadt Worms als solche haben das alles mit größter Gelassenheit betrachtet, weil man hier mental ganz andere Welten gewöhnt ist. So verteidigte Martin Luther 1521 beim Wormser Reichstag vor dem Kaiser – Leute, bleibt sachlich! –, vor dem Kaiser Karl V. seine Schriften mit dem historisch allerdings nicht verbürgten Ausspruch: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir.“ Frei erfunden ist dagegen die Mär, Lucas Cordalis habe im Kreißsaal so etwas Ähnliches gemurmelt.