Schwerer Rucksack für die Wölfe

Im Hinspiel sah Julian Draxler (kniend) Rot. Das kann ihm in Wolfsburg nicht passieren, denn der Nationalspieler ist für die Heimpartie gegen Mainz ohnehin gesperrt (5. Gelbe Karte). Archivfoto: dpa

Champions League, Flaute in der Liga und dann kommt mit dem FSV Mainz 05 ein direkter Konkurrent um die nächste Europacup-Teilnahme. Viel Druck auf dem Buckel der Wolfsburger...

Anzeige

. Von Julia Sloboda

Ein Blick in den Rucksack, den die Spieler des VfL Wolfburg auf dem Rücken tragen, zeigt: Dieser Rucksack ist ganz schön voll. Vor dem Bundesliga-Spiel gegen den FSV Mainz 05 schleppen die Wölfe nicht nur die 90 Minuten des Champions-League-Viertelfinales gegen Real Madrid mit sich herum. In diesem Rucksack ist auch das Wissen, nach nur einem Punkt aus den letzten drei Bundesliga-Partien, endlich mal wieder gewinnen zu müssen. Es ist ein Rucksack voller Druck, den André Schürrle, Julian Draxler und Co. da auf den Schultern haben.

Und dieser Druck wird angesichts des Gegners nicht kleiner. Gegen die 05er steht der VfL vor einem echten Endspiel. Wer hätte vor der Saison gedacht, dass die Partie Wolfsburg gegen Mainz am 29. Spieltag für die Mannschaft von Dieter Hecking ein Alles-oder-Nichts-Spiel werden würde? Verliert Wolfsburg gegen den Tabellensechsten, hat Mainz plötzlich neun Punkte Vorsprung – bei noch verbleibenden fünf Partien. Da wäre der Europa-League-Zug für die Wölfe fast schon abgefahren. Ein immenser Druck, unter dem die Spieler in die Volkswagen-Arena einlaufen werden. Befreit aufzuspielen, ist da nicht möglich. Ein zu schwerer Rucksack für ein Gefühl von Leichtigkeit.

Eine angenehme Bürde

Anzeige

Ganz anders sieht der Blick ins Rucksackinnere bei Mainz 05 aus. Der Rucksack ist nicht leer, doch das Gepäck wiegt fast nichts. Selbstvertrauen, Unbekümmertheit, gute Stimmung und das Wissen, nichts mehr zu verlieren zu haben. Eine angenehme Bürde, die die 05er da mit sich herum tragen. Und im Vergleich zum VfL Wolfsburg federleicht.

Diese Unbekümmertheit macht die 05er so unangenehm für den Gegner. Die „Was kann uns schon passieren?“-Einstellung führt dazu, dass auch ein Rückstand die Mannschaft nicht aus der Bahn wirft – wie im Spiel gegen den FC Augsburg. Hinzu kommt die „Bock am Kicken“-Mentalität, in der alles nach vorne geworfen wird – einfach weil es diesem Team am meisten Spaß macht.

Der Druck liegt am Samstag bei den Wolfsburgern. Sie müssen das Spiel machen, sie brauchen diese drei Punkte unbedingt. Ein Unentschieden hilft dem Champions-League-Teilnehmer nicht weiter. Die Mainzer werden sich auf ihr Umschaltspiel konzentrieren können. Eine komfortable Situation: Das tun, was man am liebsten macht. Und dazu einen Rucksack tragen, der im Vergleich zu dem des Gegners fast gar nichts wiegt.