Rehberg: Warum die Bayern demnächst doch nicht in...

Dauermeister Bayern München - wird die Liga langweilig? Archivfoto: dpa

Ist der fünfte Meistertitel in Folge ein Beleg dafür, dass die Bundesliga langweilig geworden ist? Und kann man die Dominanz der Münchner nur brechen, wenn die Fernsehgelder...

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. Der FC Bayern München ist zum fünften Mal hintereinander Deutscher Meister geworden. Selbst ernannte Experten behaupten, das sei schlecht für den Wettbewerb. Fehlende Spannung werde die Leute irgendwann langweilen. Natürlich elektrisiert die Fußballfreunde ein dramatischer Titelkampf, der sich erst am letzten Spieltag entscheidet. Aber ist das ausschlaggebend dafür, ob die Leute in die Stadien strömen, den Klub ihres Herzens anfeuern und Spaß haben an aufregenden Wochenenden? Eher nicht. Tatsache ist, dass sich aktuell nur Borussia Dortmund und auf Sicht RB Leipzig auf ein Niveau hieven können, das ausreicht, um einem eventuell demnächst schwächer werdenden FC Bayern einen Zweikampf auf Augenhöhe anzubieten.

Manche selbst ernannten Experten sind nun der Meinung, man könne die Dominanz der Münchner nur brechen über eine „gerechtere“ Verteilung der Fernsehgelder. Das ist grober Unfug. Für diese These gibt es einige Gründe.

1. Vom Fernsehgeld haben sich die Bayern mit ihren wirtschaftlichen Möglichkeiten weitgehend unabhängig gemacht. Wer einen Etat von rund 550 Millionen Euro aufstellt und damit mehr als 200 Millionen vor den Dortmundern rangiert, den wird man sportlich nicht schwächen können, wenn man dem Branchengiganten statt derzeit rund 120 Millionen Euro nur noch 80 Millionen TV-Geld pro Saison auszahlen würde. 2. Würde man diese dem FCB abgehandelten 40 Millionen „gerecht“ auf die restlichen 17 Bundesligisten verteilen, dann würde das die Wettbewerbschancen der Ligakonkurrenten nicht entscheidend verbessern. 3. Dazu kommt, dass der allgemeine Anstieg von Personaletats grundsätzlich einhergeht mit einem signifikanten Anstieg der Spielergehälter. Das heißt in der Regel nicht, dass sich mittelständische Klubs bessere Spieler leisten können, sondern dass sie für qualitativ weiterhin „normale“ Spieler mehr Geld aufwenden müssen. Nicht ein einziger Bundesligist könnte auf diesem Weg den sportlichen Rückstand auf die Bayern verringern. 4.Wer das TV-Geld sozialisieren will, der begibt sich in die Gefahr, dass die Bayern aus der Zentralvermarktung aussteigen. Dann würde der Bundesligakrösus seine Auslandsvermarktung intensivieren – und noch reicher werden. Nehmen wir an, jedes Bayern-Spiel würde künftig live bei einem Bezahlsender in China übertragen, 200 Millionen Chinesen berappen einen Euro pro Partie – und wir erkennen, welches Potenzial da für den Abonnementmeister exklusiv schlummert. In diesem Moment sind die Bayern im Ausland d a s deutsche Zugpferd – davon profitieren (noch) alle Bundesligisten. Davon abgesehen ist vielen Fußballfreunden daran gelegen, dass zumindest eine deutsche Mannschaft regelmäßig die Chance hat, die Champions League zu gewinnen. Bekommt über fünf bis zehn Jahre kein deutscher Klub mehr die Hand an den Henkeltopf, dann wird diskutiert, woran das liegt. Die Ursachenforschung wird immer wieder nur ein Thema haben: Wirtschaftliche Nachteile gegenüber Real Madrid, dem FC Barcelona und dem ein oder anderen englischen Fußballunternehmen.

In der Formel 1 wird in regelmäßigen Abständen die Wettbewerbshierarchie über neue technische Regeln verändert. Beispiel: Reifenwahl. Nun könnte man im Fußball den Bayern auferlegen, sie müssten in ihren Bundesligaspielen grundsätzlich eine Halbzeit in Badelatschen antreten. Damit ließen sich neue Meister produzieren. An der Fernsehgeldschraube zu drehen, das ist kein Weg hin zu mehr Chancengleichheit. In dieser Saison hat der SC Freiburg mit einem Personaletat von unter 30 Millionen die Qualifikation für die Europaliga geschafft. Der FC Schalke 04 ist mit einem Personaletat von über 70 Millionen Zehnter geworden. Was sagt uns das? Die Trainerqualität wird unterm Strich immer wichtiger sein als die ein oder andere Million mehr im Etat.