Rehberg: Neuer Bayerncoach? Ansgar Brinkmann natürlich!

Ansgar Brinkmann. Foto: dpa

Wer nach Jupp Heynckes neuer Trainer beim FC Bayern werden soll? Ansgar Brinkmann - findet Ansgar Brinkmann. Damit die Bayern endlich mal nicht automatisch Deutscher Meister...

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. In seiner Radio-Kolumne beim Sender „Eins live“ hat Ansgar Brinkmann kürzlich darüber philosophiert, wie es zu bewerkstelligen sei, dass der FC Bayern mal NICHT Deutscher Meister wird.Der Branchengigant, erzählte der ehemalige 05-Zweitligaprofi, könne nach Jupp Heynckes einfach auf die Besetzung des Trainerpostens verzichten.

Die nicht immer meinungsgleich durch die Welt segelnden Bosse Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß würden dann vor jedem Spiel die Aufstellung ausknobeln. Die Gefahr dabei, so Brinkmann: Die Bayern würden am Ende wahrscheinlich immer im Konfettiregen den Salatteller gen Himmel recken.

Feierversuche der Bayern nur noch Schauspielerei

Also fahndete der „weiße Brasilianer“ nach einem möglichen neuen FCB-Übungsleiter, der in seinem Leben und in seiner Karriere „wirklich noch nie etwas gewonnen hat“ – und das sei: Ansgar Brinkmann. Problem gelöst. Der Titel 2019 wäre damit neu ausgeschrieben. Macht Sinn. Denn beim Sky-Sonntagstalk mit Jörg Wontorra wurde schon darüber diskutiert, die Bayern könnten sich über diesen Titel gar nicht mehr freuen. Ein Journalist von der „Welt“ verstieg sich sogar zu der Behauptung, die Münchner Feierversuche nach dem 4:1 in Augsburg seien die „größte schauspielerische Leistung des Jahres“ gewesen.

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Für uns Normalsterbliche ist es schwierig, uns hineinzuversetzen in diese Lage. Wer hat schon als Erfahrung in seiner Vita stehen, mit einer Mannschaft sechsmal hintereinander einen nationalen Titel errungen zu haben? Schwierig. Ein anderer Experte legte diese Wendung obendrauf: Wer so leicht die Meisterschaft gewinne, der könne erst dann von einer erfolgreichen Saison sprechen, wenn er auch den Henkeltopf in der Vitrine stehen habe. Die wahre Freude für den FCB sei nur noch, das Champions-League-Finale in Kiew zu erreichen und dort zu triumphieren. Abenteuerlich.

Heynckes kein Taktik-Guru

Als Jupp Heynckes sein Rentnerdasein aufgab, da rangierten die Bayern fünf Punkte hinter Spitzenreiter Borussia Dortmund. Im April sind es 20 Punkte Vorsprung vor dem Tabellenzweiten Schalke 04. Das ist keine Selbstverständlichkeit. Das ist Arbeit, das ist konstante Leistungsbereitschaft, das ist taktische Disziplin und Spiellust, das ist permanenter Siegeswille, das ist ein gemeinschaftlicher Ansatz im Miteinander. Auf der Basis einer wirtschaftlichen Ausnahmestellung. Und dazu kommt: Die aktuelle Generation an Bayern-Profis ist im Kern über Jahre eingespielt.

Heynckes ist kein Taktik-Guru wie Pep Guardiola oder Jürgen Klopp. Der 72-jährige Bayern-Anführer weiß, dass ein Starensemble dann gut funktioniert, wenn jeder Spieler bedingungslos bereit ist, sein Können auch in der Arbeit gegen den Ball zur Verfügung zu stellen. Diese Mentalität hat Heynckes dem Deutschen Meister von 2018 eingeimpft. Das ist der Schlüssel. Der Rest ist Menschenführung. Davon versteht der Altmeister, der sich im Sommer wieder in den Ruhestand verabschiedet, sehr viel.

Ansgar Brinkmann darf bei Radio-Kolumnen bleiben

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Wenn eine Mannschaft mit den besten Einzelspielern physisch präsent ist, defensiv nicht weniger schuftet als die Konkurrenten, den besten Torjäger in der Sturmmitte stehen hat und an den Flügel ebenso erfahrene wie seriöse Vorbereiter auf internationalem Topniveau sprinten und dribbeln, dann kann es passieren, dass diese eingespielte Eliteauswahl mit kundigen Trainern sechsmal hintereinander Meister wird.

Eines ist absehbar: Sobald diese Bayern-Mannschaft im Kern umgebaut werden muss und der neue Übungsleiter vielleicht nicht perfekt passt, dann wird das Titelrennen wieder offen sein. Deshalb darf Ansgar Brinkmann bei seinen lustigen Radio-Kolumnen bleiben. Die Konkurrenzsituation in der Bundesliga wird sich von selbst regeln. Dafür braucht es nicht einmal milliardenschwere Scheichs als Mehrheits-Gesellschafter in anderen Klubs.