Rehberg: FC Bayern scheitert erneut an Real Madrid - Was...

Madrids Torwart Keylor Navas (r) und Münchens Robert Lewandowski kämpfen beim Halbfinal-Rückspiel im Santiago Bernabeu Stadion um den Ball. Foto: dpa

Binnen fünf Jahren in der Champions League viermal das Halbfinale zu erreichen, das ist eine Topleistung. Der FC Bayern fühlt sich bestätigt auf seinem Weg, Transfers in der...

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. Mit 1:2 und 2:2 ist der Deutsche Meister erneut an Real Madrid hängengeblieben. Ein Tor hat den Münchnern gefehlt im Bernabeu nach einer spielerisch sehr starken Vorstellung. Der Unterschied? Vielleicht hat Toni Kroos die Sache auf den Punkt gebracht: „Bayern war in beiden Spielen die bessere Mannschaft. Aber wir haben selbst in unseren schwächsten Phasen nie das Gefühl verloren, dass wir das Finale erreichen.“ Der Real-Star wollte sagen: Der Titelverteidiger ist vollgepumpt mit dem Selbstverständnis, auch an schlechteren Tagen und gegen bessere Gegner am Ende das Ergebnis zu ziehen. Die Real-Stars gewinnen so oft, weil sie oft gewinnen. Das erzeugt dieses Gefühl der Unverwundbarkeit.

Überlegene Mannschaft ohne ausreichend Torchancen

Die Elf von Jupp Heynckes hat großartigen Fußball gespielt. Das Team hat im Hinspiel mit Jerome Boateng und Arjen Roben zwei Weltklassespieler verloren, das Team hat Real in beiden Spielen ein Tor geschenkt, die Bayern hätten im Rückspiel mindestens einen Handelfmeter bekommen müssen. Und dennoch hatten die Münchner in der Nacht von Madrid ab der 62. Minute beim Stand von 2:2 noch eine halbe Stunde Zeit, als überlegene Mannschaft in einer mitreißenden, spannenden, dramatischen Partie das entscheidende 3:2 zu machen. Zieht man alle unglücklichen Umstände ab, dann bleiben diese letzten 30 Minuten, in denen sich die Sturmreihe der Bayern keine glasklare Torchance mehr erarbeitet hat. Ein gefährlicher Schuss von Corentin Tolisso wurde geblockt, eine Vorlage von Mats Hummels wurde am Fünfmeterraum noch abgefälscht, Franck Ribéry sprang bei einer Nachschussmöglichkeit die Kugel zu weit vom Fuß, der finale Kopfball von Thomas Müller war kein echtes Problem für den fehlerfreien Real-Keeper Keylor Navas.

Robert Lewandowski? Der wahrscheinlich beste Mittelstürmer auf diesem Erdball trat nicht in Erscheinung. Der Torjäger stand in beiden Spielen im Schatten der stellungssicheren Real-Innenverteidiger Raphael Varane und Sergio Ramos. Mit Lewandowski-Bashing hat das überhaupt nichts zu tun: Der Pole ist in den ganz großen Spielen zu oft zu wenig feurig, zu wenig explosiv – er ist in diesen Momenten zu selten der Entscheider. Arjen Robben ist der Mann für den Lucky Punch. Doch der Holländer war diesmal nicht dabei.

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Nachfolge bei Torjägern offen

Was müssen die Bayern ändern? Nicht viel. Die Mannschaft befindet sich auf einem europäischen Topniveau. Ribéry und Robben sind noch ein Jahr verfügbar. Der Entscheider Robben ist häufig verletzt. Wenn die Bayern auf dem Transfermarkt eine Aufgabe haben, entweder in diesem Sommer, spätestens im Sommer 2019, dann ist es dies: Einen Torjäger zu finden, der an der Seite von Lewandowski dann trifft, wenn es drauf ankommt. Nur ein Beispiel: Antoine Griezman von Atletico Madrid.

Im Finale in Kiew trifft das abgebrühte Real auf die Tempobolzer vom FC Liverpool. Spannend. Erfahrung und spielerische Klasse sprechen für die Elf von Zinedine Zidane. Kampfkraft, Geschwindigkeit und Torgefährlichkeit sprechen für die von Jürgen Klopp aufgeheizten „Reds“. Als Mainzer kann man nicht nachvollziehen, dass sich Klopp und sein langjähriger Partner Zeljko Buvac vor dem Halbfinal-Rückspiel in Rom getrennt haben. Die beiden haben sich entzweit. Buvac lebt wieder in seiner Wohnung in Mainz. Man hätte dem sympathischen, in sich ruhenden bosnischen Serben dieses zweite Endspiel-Erlebnis nach 2013 gegönnt.