Rehberg: Auf Mainz 05 wartet die dritte Etappe im...

Läuft Karim Onisiwo gegen Gladbach für Levin Öztunali auf. Archivfoto: dpa

Gegen Gladbach wartet Etappe Nummer drei von sechs im Abstiegskampf-Rennen auf Fußball-Bundesligist Mainz 05. AZ-Blogger Reinhard Rehberg findet, dass die 05er sich bisher sehr...

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. Die dritte Etappe im „Sechs-Tage-Rennen“ Abstiegskampf. Drei Punkte bei der Startveranstaltung zu Hause gegen Hertha BSC. Ein Überraschungspunkt auf der steilen Königsetappe in München. Die 05er haben sich gut platziert beim Einstieg in die Entscheidungsphase dieser Saison. An diesem Samstag kommt Borussia Mönchengladbach in die Opel Arena. Wie würde man die Aufgabe im Radsport nennen? Eine anstrengende Etappe mit Bergen der zweiten und dritten Kategorie.

Im Gesamtklassement ist noch nicht viel passiert. Die Momentaufnahme besagt: Der FC Ingolstadt hat sich wieder einen größeren Rückstand eingehandelt und muss nun in Leipzig durch die Pressinghölle – und der Hamburger SV steckt mit den schmalen Reifen wieder tiefer drin im Morast und muss sich nun beim angeschlagenen direkten Konkurrenten FC Augsburg behaupten. Der wankelmütige VfL Wolfsburg trifft auf den mit Trauerarbeit, Wut und Schadensbegrenzung beschäftigten Spitzenreiter FC Bayern. So viel zum Spieltags-Programm.

Dass die 05er auf der dritten Etappe einen wichtigen Schritt gehen können, das ist offenkundig. In der Opel Arena wird die Luft vibrieren. Die Stadt hat Feuer gefangen. Zwischen Klub und Anhängerschaft ist in der zwischenzeitlichen Krise wieder etwas zusammengewachsen. Die Profis haben Holz nachgeschoben in die Glut. Im vorletzten Heimspiel dieser Saison kann diese Atmosphäre eine sehr große Rolle spielen. Die Gladbacher sind zwischenzeitlich ein paar Mal gestürzt. Die Wunden schmerzen. Und es fehlen acht bis neun verletzte Spieler. Ob das Auswirkungen hat auf die 90 Minuten in der Opel Arena, darüber entscheiden die Mainzer. Die Spieler mit Physis, Leidenschaft und Willen, die Zuschauer mit bedingungsloser lärmender Unterstützung. Dieses Zusammenspiel ist die Macht.

Die 05er können den Gegner quälen

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Die 05er sind zuletzt gut damit gefahren, die eigenen Stärken in den Mittelpunkt ihres Ansatzes zu rücken. Angriffspressing, giftige Zweikämpfe im eng organisierten Mittelfeldblock. Diese Energie und Kampfbereitschaft gegen den Ball überträgt sich auf das Tempo und die Zielstrebigkeit in der offensiven Umschaltung. Wer nach vorne gewandt rennt und Bälle jagt, der denkt weniger nach. Das ist die Basis dafür, dass auch spielerische Lösungen funktionieren. Intuitiv. Die Gladbacher haben in ihren vergangenen vier Pflichtspielen elf Gegentore kassiert. Gut möglich, dass Trainer Dieter Hecking zunächst mal auf Abwehrsicherung aus ist. Aber auch dann können die 05er den Gegner quälen. Denn die Borussia versucht immer, von hinten heraus konstruktiv aufzubauen. Mit aggressivem Anlaufverhalten in der vordersten Reihe, mit hoch attackierenden Außenverteidigern und eng auf den Ball schiebenden zentralen Mittelfeldspielern können sich die 05er von der ersten Minute an Vorteile erarbeiten. Und Stärke ausstrahlen.

Sollten die angeschlagenen Jhon Cordoba und Levin Öztunali ausfallen, dann wird es Martin Schmidt wohl bei der „Bayern-Variante“ belassen - nur mit Pablo de Blasis oder Karim Onisiwo für Öztunali. Flaches 4-4-2. Zwei Sprinter an den Seitenlinien. Und im Angriffszentrum passen Yoshinori Muto und Bojan Krkic gut zusammen. Da fehlt dann zwar das physische Element. Aber diese Option hat Vorteile in Ballfertigkeit, Flinkheit, Wendigkeit, Geschwindigkeit, Handlungsschnelligkeit, Kreativität. Und je näher am gegnerischen Strafraum Bojan seine Aktionen einleitet, desto torgefährlicher ist der Techniker. Das gilt auf eine andere Art und Weise auch für Muto. Der Japaner, der in München gegen Joshua Kimmich den Elfmeter erarbeitet hat, kann in die Abwehrlücken sprinten oder sich wahlweise hineinschleichen. Die Wucht muss dann ausgehen vom Kraftpaket Quaison und eventuell von dem - mit einer Zehnkämpferstatur gesegneten - Onisiwo.