Quirlige Azteken treffen auf fliegende Holländer

Mexikos Giovani Dos Santos im Kopfballduell mit Bruno Martins Indi - der eine ist im Viertelfinale, der andere nicht. Foto: dpa

Weltmeisterlichen Offensivfußball haben die Niederländer im Achtelfinale der Fußballweltmeisterschaft gegen Mexiko wahrlich nicht gezeigt. Und trotzdem war schon vor der...

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. Von Carsten Schröder

Mexiko und Viertelfinale - das geht einfach nicht. Für Gegner Niederlande also eine Freikarte zum Einzug in die nächste Runde? Kaum, denn andererseits: Für Europäer gibt es auf dem amerikanischen Kontinent bekanntlich nichts zu erben. Und in den ersten Achtelfinals waren die Südamerikaner ja auch tatsächlich unter sich. Also was nun?

Naja, einer muss ja eben weiterkommen. Und weil der Titel noch ein Stückchen weit weg ist, war der Ausgang des Achtelfinales eigentlich vorab programmiert: Die Niederländer starteten also mit einer Ausrichtung, die von einem weltmeisterlichen Offensivspiel in etwa soweit entfernt ist, wie die Grachten von Amsterdam dem Zuckerhut in Rio. Die klare Ansage von Trainer Luis van Gaal: Im 7:1:2-System machen wir hinten dicht und vorne richten es Arijen Robben und Robin van Persie.

Quirlige Azteken gegen gehemmte Holländer

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Irgendwie beschlich einen aber das Gefühl, dass sich die wie stets in Orange Gewandeten da hinten selbst auf den Füßen standen. So quirlige Azteken wie Oribe Peralta, Hector Herrera und Andres Guardado tanzen sich da nämlich durch. Und wenn’s im Abschluss mal wieder zu hektisch und deshalb zu ungenau wird, dann haut ein Giovanni dos Santos das Spielgerät auch mal aus 20 Metern rein.

Und doch: Holland kann noch anders. Wenn die ungelenke Abwehr wie ein Storch im Salat umher stakst, dann ist Offensive vielleicht ja auch das richtige Mittel. Mit ein paar Standards noch die Überlegenheit im Kopfball ausgespielt, dazu die Schusskraft eines Wesley Sneijder und durch Arijen Robben (ja tatsächlich schwer zu bremsen) geduldig den Elfmeterpfiff herausgefordert - schon sind auch mexikanische Volkshelden wie Kapitän Rafael Marquez und Keeper Guillermo Ochoa bezwungen.

Fazit? Mexiko und Viertelfinale - das geht eben tatsächlich nicht. Und für unsere orangenen Nachbarn bleibt als Europäer ja noch ein bisschen Zeit. Der Titel wird erst am 13. Juli vergeben. Bis dahin darf noch ein bisschen gekickt werden. Und wenn’s mehr ist als die Siebenerkette und fliegende Holländer, dann darf das gerne auch so sein.